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 Dr. Christoph Then
Wenn man Monsanto erlaubt, seinen Brokkoli patentieren zu lassen, könnte das ein Türöffner-Effekt für die gesamte Branche sein. Diese Befürchtung äußerte Dr. Christoph Then, Patentexperte von Greenpeace, im Südkurier. Der Markt in der Agrochemie konzentriere sich immer mehr. Kleinere Firmen würden aufgekauft, bis nur noch einige wenige große Firmen bestimmten, welche Getreide- und Gemüsesorten auf den Feldern angebaut werden.
Then befürchtet, dass es dann in einigen Jahren deutlich weniger Sorten geben könnte. Gleichzeitig gerieten die Bauern in Abhängigkeit, weil sie dann nur noch dieses Saatgut kaufen könnten.
Der Greenpeace-Mitarbeiter kann sich aber noch einen andren Grund vorstellen und spricht von einer neuen Strategie der Firmen. Weil die erwarteten Erlöse aus der Gentechnik offenbar ausblieben und man dort auch nur meist ein Merkmal schützen könne, suchten die Konzerne angestrengt nach Wegen, auch konventionell gezüchtete Tiere und Pflanzen zu patentieren. „Die Zahl der Anmeldungen von gentechnischen Veränderungen ist stark gesunken, die der der konventionellen Züchtungen geht dagegen steil nach oben“, erklärt der Fachmann.
Als Verbraucher könne man gegen den Trend zur Patentierung von Lebensmitteln nur wenig tun. Hier seien die Politiker gefragt, die bereits ihre Ablehnung bekundet haben. Ein Boykott patentierter Lebensmittel sei derzeit noch nicht möglich, weil kaum etwas auf dem Markt ist. Wie der Patentexperte jedoch abschließend dem Südkurier sagte, könnten wir in fünf Jahren schon die ersten Lebensmittel im Regal haben. Vorbild seien die Vereinigten Staaten, wo Biopatente weit verbreitet sind.
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