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Biopatente: Neue Strategie der Industrie?

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30.07.2010
 

Dr. Christoph Then
Dr. Christoph Then

Wenn man Monsanto erlaubt, seinen Brokkoli patentieren zu lassen, könnte das ein Türöffner-Effekt für die gesamte Branche sein. Diese Befürchtung äußerte Dr. Christoph Then, Patentexperte von Greenpeace, im Südkurier. Der Markt in der Agrochemie konzentriere sich immer mehr. Kleinere Firmen würden aufgekauft, bis nur noch einige wenige große Firmen bestimmten, welche Getreide- und Gemüsesorten auf den Feldern angebaut werden.
Then befürchtet, dass es dann in einigen Jahren deutlich weniger Sorten geben könnte. Gleichzeitig gerieten die Bauern in Abhängigkeit, weil sie dann nur noch dieses Saatgut kaufen könnten.

Der Greenpeace-Mitarbeiter kann sich aber noch einen andren Grund vorstellen und spricht von einer neuen Strategie der Firmen. Weil die erwarteten Erlöse aus der Gentechnik offenbar ausblieben und man dort auch nur meist ein Merkmal schützen könne, suchten die Konzerne angestrengt nach Wegen, auch konventionell gezüchtete Tiere und Pflanzen zu patentieren. „Die Zahl der Anmeldungen von gentechnischen Veränderungen ist stark gesunken, die der der konventionellen Züchtungen geht dagegen steil nach oben“, erklärt der Fachmann.

Als Verbraucher könne man gegen den Trend zur Patentierung von Lebensmitteln nur wenig tun. Hier seien die Politiker gefragt, die bereits ihre Ablehnung bekundet haben. Ein Boykott patentierter Lebensmittel sei derzeit noch nicht möglich, weil kaum etwas auf dem Markt ist. Wie der Patentexperte jedoch abschließend dem Südkurier sagte, könnten wir in fünf Jahren schon die ersten Lebensmittel im Regal haben. Vorbild seien die Vereinigten Staaten, wo Biopatente weit verbreitet sind.

In dieser Woche auch heiß diskutiert:
Spionage durch BVD-Sanierung?   (28.7.2010)


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 Leserkommentare  
 

Angezeigt werden 4 von 4 Kommentar(en)

30.07.2010 14:36

Wir müssen etwas unternehmen!
Der Hinweis von Herrn Then ist berechtigt und sollte uns allen , nicht nur den Landwirten sondern auch den Verbrauchern zu denken geben. Wir müssen unsere Volksvertreter für dieses Thema sensibilisieren.Monsanto ist der größte Chemie -Konzern der Saatgut und Spritzmittel vertreibt , aber auch durch Patentanträge auf Markergene von konventionellen Pflanzen und Tieren von sich reden macht. Hugh Grant ,Chef von Monsanto,hat folgenden Slogan herausgebracht : Nichts soll wachsen was nicht uns gehört! Die Frage ist wollen wir das ? Wollen wir für diese Firma arbeiten? Unsere Familie nicht.Also müssen wir was unternehmen. Denn sonst zahlen wir Alle über den Kauf von Lebensmitteln an Fa. Monsanto +CO. 
Renate Kaupenjohann
Ulrich Kaupenjohann

30.07.2010 13:22

Genau Hinschauen
Die „Verbands-Politik“ GRÜN ist schlecht und Greenpeace ist doof passt heute so einfach nicht mehr in die Welt. So ist die Zeit der älteren Herren an der Spitze des ehemaligen Einheitsverbandes genau so abgelaufen wie deren Denkweise in Sachen Politik und NGO's, die sie aber immer noch gerne ans „Fussvolk“ so verbreiten. 
Moderne Landwirte schauen nach vorne und bilden je nach Bedarf Allianzen gegen die immer übermächtiger werdenden Konzerne, die über Biopatente und GVO einen neuen Feudalismus begründen wollen. Landwirte seit wachsam!
Helmut Ehrlicher

30.07.2010 12:20

verantwortung tragen-zukunft sichern
mir stellt sich oft die wichtige frage,was kann ich tun ,um die zukunft der menschen und unserer natur positiv zu beeinflussen oder doch wenigstens schaden abzuwenden. 
wenn in der masse das handeln ausgerichtet ist ,dann ist vieles möglich. 
in zukunft ist es erforderlich,produkte zu kaufen ,gerade von saatgutfirmen die noch nicht ihre vermarktung durch abhängig machen,ausrichten. 
dazu gehört auch,die eigenen lebensmittel des tägl.bedarfs nicht zu dumpingpreisen zu kaufen. 
immer mehr bauern setzen als möglichkeit auch auf bio oder füttern GVO-freie futtermittel.das kann vielleicht nicht jeder.aber jeder kann ein klares ,,nein ,,signalisieren,gegen unternehmen ,die uns abhängig machen wollen sowie vereine unterstützen wie zb.testbiotech ,umweltinstitut münchen o.ä. 
verantwortliches handeln mir selbst UND anderen gegenüber ,sichert ALLEN eine gesunde umwelt und eine gute zukunft. 
jeder einzelne kann kritisch sein,sich informieren und die dinge prüfen ,ist verantwortlich und hat die möglichkeit zu handeln in verschiedensten formen, 
zum besten des ganzen
Heike Kambeck

30.07.2010 11:34

GreenPeace
Ob Monsanto oder greenpeace, kann uns Landwirten egal sein. Beide wollen uns nicht umbedingt was Gutes. behauptete doch die Tage Greenpeace unsere Johannisbeeren seien mit PSM belastet. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit hat die Ergebnisse umgehend dementiert und festgestellt, daß unsere Johannisbeeren sauber sind. Ob nun Monsanto Lizenzen kassiert, oder Greenpeace Spenden einsammelt. Die katholische Kirche ist bis heute im Ablaßhandel verträglicher geblieben !
Melk Stand

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