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Verbände treffen bei Milch-Infoabend erneut aufeinander

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06.11.2008
 

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Die Milchquotenregelung und die Abschaffung der Molkereisaldierung hat erneut die Gemüter bei einem Infoabend erhitzt. Diesmal prallten die unterschiedlichen Positionen von Bauernverband und BDM in Bergkirchen aufeinander, wo sich die Milchbauern aus den Landkreisen Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg trafen. Zu Gast war neben den BBV-Kreisleitern, den Kreisbauern und Vertretern von Molkereien auch der frühere ZMP-Mitarbeiter, Erhard Richarts. Dieser informierte anhand von ausführlichem Zahlenmaterial über die Entwicklung des Milchmarktes im Jahre 2007/2008, über die zunächst positiven Auswirkungen des Milchstreiks auf die Preise und das erneute Einknicken des Lebensmittelhandels bis zur augenblicklichen Marktlage in Anbetracht der weltweiten Finanzkrise und der sich generell verschlechternden wirtschaftlichen Lage, berichtet der Münchner Merkur.

Einige Zuhörer hätten laut der Zeitung aber die Daten in Frage gestellt und zukunftsorientierte Schlussfolgerungen und das Aufzeigen von Möglichkeiten und Risiken vermisst. „Wir wollten wissen, was uns morgen bleibt zwecks Erhaltung unserer Betriebe und der bayerischen Kulturlandschaft“, habe ein Zuhörer kritisiert. „Wollen wir noch mehr Milch für weniger Geld?“ so eine weitere Frage im Hinblick darauf, dass gegen den Willen des Deutschen und Bayerischen Bauernverbands 24 der 27 EU-Agrarminister eine EU-weite Erhöhung der Milchquote ab 1. April um 2 % beschlossen haben. Auch Bayern hat zugestimmt. Produktionserhöhungen bei geringerer Nachfrage in der Milchwirtschaft ständen im Widerspruch zu den sonst üblichen Reaktionen in der Wirtschaft, wie etwa bei der Autoindustrie, die Bänder stilllege. Der jetzige durchschnittliche Kilopreis von 33 bis 34 Cent könnte, so wurde befürchtet, auf unter 30 Cent im nächsten Jahr fallen.

Zur Kenntnis nehmen mussten die Landwirte in dem Referat, dass „die Marktwirtschaft auch beim Milchpreis angekommen ist“ und Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Daher gebe es eine Milchpreisabsicherung faktisch nicht mehr. Die Milcherzeugung ist seit November 2007 gestiegen, während der Verbrauch zurückging. Die Finanzkrise dämpfe den Absatz und bewirke Druck auf Bestände. „Für 2009 geht es bergab“, prognostizierte Richarts laut dem Münchner Merkur.


 Leserkommentare  
 

Angezeigt werden 3 von 3 Kommentar(en)

06.11.2008 23:43

auch noch Milchbauer
Der DBV hat kein Konzept, wie er kostendeckende Milchpreise ereichen will. Der freie Markt ist Angesicht der historischen Finanzkriese reine Illosion, das haben viele ( Fachleute, oder die sich als solche bezeichnen) noch nicht begriffen. Am Konzept des BDM geht kein Weg vorbei. Der Bauernverband muss sich entscheiden, was er will. 
Saldierung, Umrechnungsfaktor, Zuteilung der 2 % Quote, sind Ansätze die Anlieferungsmilchmenge zu senken. Natürlich muss auch eine europäische flexible Milchmengenregelung geschaffen werden. Aber solange der Bauernverband in Deutschland diese Regelungen bekämpft, wird es auch keine europäisch Lösung geben. 
Hier kann es auch keine Komromisse zwischen BDM und DBV geben. 
Wo sind die deutschen Alleingänge? Der Umrechnungsfaktor ist in allen EU Staaten günstiger, die Saldierung macht Deutschland zum zweitgrößten Uberlieferer. Und die 2% Quotenerhöhung haber wir dem Bauernverband zu verdanken.
Kurt Mayrhofer

06.11.2008 22:50

Zerlegte Forderungen
Dass mit Streit keinem geholfen ist denke ich auch. Doch die Milchbauern müssen wissen wo die Täter sitzen, die duch zerlegen der BDM Forderungen alle Punkte schlechtreden. Das parken der 2 %igen Quote in der Landesreserve ist nur ein Teil der Mengenwirkung hätte. Wir machen keinen Alleingang wenn wir den Umrechnungsfaktor ändern, denn alle EU Länder haben bereits die 1,03. 
Das würde ein Prozend vom Markt nehmen. 
Die Abschaffung der Saldierung würde 2-3 % vom Markt nehmen. Das Parken der Quote würde 2% vom Markt nehmen. Wenn Deutschland 5-6% Milch vom Markt nimme hat das in der EU eine Wirkung von gut einem Protzend. Wir hätten dadurch unseren Markt derzeit wieder im Lot. Maßnahmen dürfen nur im Paket betrachtet werden und nicht einzeln zerlegt. 
Der letzte Milchbauer
Günther Rausch

06.11.2008 14:34

Milchbauer
Ich war auf diesem Milch-Info-Abend. 
Von den anwesenden BDM-Aktivisten wurde mehrvach behauptet der DBV wolle eine Quotenausweitung.Diese stimmt so nich.Der DBV ist gegen jegliche Erhöhung. Er lehnt nur einen deutschen Alleingang ab. Ein verzicht der zweiprozentigen Erhöhung, nur in Deutschland,würde den Markt in der EU nur um 0,4% entlasten. Bayern hat im Agrarausschuss jegliche Quotenausweitung abgelehnt.Mit dem ewigen Streit zwischen BV und BDM ist den Milchbauern nicht gedient.
Johann drexl

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