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Milchbauern ziehen vor Kartellamt

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06.11.2008
 

Bundeskartellamt
Bundeskartellamt

Der Bauernverband will beim Kartellamt eine Klage gegen deutsche Discounter einreichen, weil diese Milch und Butter gleichzeitig deutlich verbilligt haben. "Wir sind stinksauer, weil es nicht sein kann, dass am gleichen Tag mit dem gleichen Text die Preise gesenkt werden", sagte der Generalsekretär des Bauernverbandes, Helmut Born, am Mittwoch der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Der Handel habe damit auch seine Zusage vom Milchgipfel im Sommer gebrochen, nicht mehr mit kurzfristigen Dumpingaktionen zu werben.
Mit dem Gang zum Kartellamt will der Bauernverband die besonders aggressiven Milchbauern beruhigen, die im Frühjahr in einem mehrtägigen Lieferboykott auch Molkereien blockiert hatten. Der BDM drohte noch nicht mit weiteren Aktionen, doch sein Vorsitzender Romuald Schaber kündigte an, man werde zur Strafe in der Bundestagswahl 2009 nicht mehr die Regierungsparteien wählen. Das werde CDU/CSU und SPD zwei bis drei Prozentpunkte kosten, behauptete Schaber.

Das Bundeskartellamt wollte zu den Vorwürfen des DBV noch nicht Stellung nehmen. Eine Sprecherin verwies nur auf die bereits laufende Sektoruntersuchung, in der auch der Frage nach einem möglicherweise gleichgerichteten Einkaufsverhalten des Handels nachgegangen werde. Ergebnisse könnten Ende des Jahres vorliegen.

 


 Leserkommentare  
 

Angezeigt werden 5 von 11 Kommentar(en)

08.11.2008 20:22

Nicht Milchbauern
Nicht die Milchbauern ziehen vor gericht, sondern Funktionäre des DBV, obwohl es unlogisch ist, da doch Sonnleitner & Co erfolgreich gegen alle Preisstützenden Maßnahmen gearbeitet haben. Aber vielleicht haben sie es noch nicht kapiert wie der Markt funktioniert: ist das Angebot auch nur etwas größer als die Nachfrage sinkt der Preis. Und wenn dann auch noch mit Hilfe des DBV dem Handel signalisiert wird das das Angebot durch die 2 % Quotenerhöhung noch mehr wächst fällt der Preis noch stärker. Es ist ein Hohn , obwohl man doch den freien Markt haben will, nach dem Staat zu schreien um Exportsubventionen zu bekommen, die nur dazu führen den sogen. weltmarktpreis noch weiter zu senken. 
An der Entwicklung der letzten 2 Wochen sieht man deutlich, das das Konzept des BDM Wirkung gehabt hätte. 
 
Für die katastrophalen Preise der nächsten Zeit sind allein Sonnleitner & Co. sowie die meisten Länderargraminister verantwortlich.
Maria Bange

07.11.2008 14:34

Milchbauer
1. Nicht "Milchbauern", sondern der DBV will vor das Kartellamt ziehen, das ist ein großer Unterschied. 
2. Der LEH hat erst die Beschlüsse vom 20. Oktober abgewartet, um am 21.Oktober die ersten Abschlüsse mit dem Ergebnis von -20% zu tätigen, also nachdem die vom DBV abgelehnte Mengenreduzierung auch von der Politik abgelehnt wurde. Wer da noch sagt, dass diese Maßnahmen keinen Preiseffekt gebracht hätten, der sollte sich besser aus der Milchpolitik verabschieden. 
3. Wenn ein für alle Marktbeteiligten sichtbarer Preis (z.B. im LEH durch ganzseitige Anzeigen )vom Marktführer Aldi gesenkt wird, bedarf es keiner "Absprachen" mehr, die Konkurrenten müssen automatisch nachziehen. Das ist bei unseren Einkäufen( Futter, Diesel, Dünger, usw.)genauso, keiner wird deshalb das Kartellamt einschalten. 
4. Der LEH hält sich nicht an seine Zusagen vom Milchgipfel. Richtig, die Länderagrarminister und und auch Vertreter vom Bauernverband haben sich genausowenig an die Zusagen gehalten. Der WLV hatte vor dem Milchgipfel sogar schriftlich seine Unterstützung für die BDM- Forderungen zugesagt.
karl Watermann

07.11.2008 10:04

richtig
Alle sollten wieder miteinander reden,damit beginnen die gräben zwischen den milchbauern wieder zuzuschütten und keine gedanken mehr dafür verwenden die marktwirtschaft außer kraft zu setzen.wenn es eine lösung gibt dann nur für ganz europa, dann sollte es eine flexible lösung für die milchmenge geben,keine starre(an den markt angepaßt),denn wie flexibel politiker sind wissen wir.auch wenn der bdm es anders verkauft,der streik war nicht erfolgreich,ich denke er hat uns bauern mehr geschadet, als es uns geholfen hat. außerdem sollten wir unsere verarbeiter so aufstellen das sie endlich ein gegengewicht zum handel sind, sich nicht gegenseitig im preis unterbieten in den verhandlungen mit dem einzelhandel.70 %der milch wird genossenschaftlich erfasst!!!da muß esdoch einen weg geben das zu bündeln?  
vielleicht sollte auch von politischer seite eine ganz neue lösung angedacht werden.eigentlich kann es nicht sein,das ein nahrungsmittel nur gegen geld aufgerechnet wird.es hat einen ganz anderen wert,wir halten durch unsere arbeit die menschen am leben!aber die menschen haben auch dafür zu sorgen das wir am leben bleiben,bei den preisen die auf uns zu kommen wird es schwer für alle!!!es besteht die gefahr,das wir deutschen durch diese preise irgendwann so wenig milch im eigenen land produzieren,das wir auf importe angewiesen sind.denkt an die situation bei erdgas!!!bei anderen nahrungsmitteln ist es schon so.wer einmal seine kühe abgeschafft hat, wird keine mehr anschaffen,so weit sollte es wegen der michpreise nicht kommen.aber wir sind unternehmer, müssen geld verdienen.habe auch eine verantwortung gegenüber unseren familien und unseren mitarbeitern!ein normaler struktur wandel ist immer gegeben,aber was jetzt passiert kann zum massensterben der michbauern führen!
Volker Zillmann

06.11.2008 23:54

Zusammen an einem Strang ziehen
An einem Strang zu ziehen ist natürlich relativ, wenn man sieht, das der DBV in die falsche Richtung zieht. 
Warum werden die Beschlüsse des BDM (Milchgipfel) so massiv bekämpft, wenn sie nichts bringen. 
Was hindert den DBV daran diese von ihm mitgetragenen Beschlüsse des Milchgipfels jetzt umzusetzen und zu sehen, ob es was bringt? 
Daß die Ablehnung der BDM Vorderungen zum totalen Milchpreisverall führen kann doch keiner mehr bestreiten !
Kurt Mayrhofer

06.11.2008 23:11

Wenn sich zwei streiten......
Es gibt "Gott sei dank" doch noch Milchbauern, die so denken wie Herr Hemker. Wir sind in Europa, und da können wir keine "Alleingänge" uns erlauben. Nur Europaweit können die Forderungen von BDM durchgesetzt werden. Hier habe ich grosse Bedenken ob das Funktioniert. Unsere Kollegen aus Frankreich haben unseren Milchstreik ausgenutzt, um in Deutschland Marktanteile zu gewinnen.
Paul Straub

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