Unterstützung

Borkenkäfer: Waldbauern in NRW fordern 16,5 Mio. Euro

Die private Forstwirtschaft in NRW fordert 16,5 Millionen Euro von der Landesregierung, um die größten Schäden der gegenwärtigen Borkenkäferplage abzuwenden.

Anlässlich eines „Waldspaziergangs“ mit Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser hat der Waldbauernverband NRW seine Forderungen nach Hilfen erneuert und konkretisiert. Nach Erhebungen des Verbandes benötigt die private Forstwirtschaft 16,5 Millionen Euro, um die größten Schäden der gegenwärtigen Borkenkäferplage abzuwenden.

In Anbetracht der Größe der vom Borkenkäfer betroffenen Flächen sowie der Tatsache, dass nach Experten bisher 90% der Käfer überlebt haben, sei dieser Betrag nach Erfahrungswerten des Waldbauernverbandes sogar konservativ angesetzt. Die Mittel sollen vor allem zur Bekämpfung der Schädlinge sowie für zusätzliche Lagerkapazitäten für Holz verwendet werden. Zusätzlich fordert der Verband Steuervergünstigungen im Zusammenhang mit dem Kalamitätsholz.

„Es ist nicht hinnehmbar, dass unser Wirtschaftszweig in dieser Sondersituation seit Monaten keine Unterstützung der Landesregierung erfährt“, sagt der Vorsitzende der Waldbauern, Philipp Freiherr Heereman. „Angesichts der Tatsache, dass vom Cluster Wald & Holz in Nordrhein-Westfalen knapp 140.000 Arbeitsplätze abhängen, sind die von uns geforderten 16,5 Millionen Euro mehr als vertretbar.“ Schließlich sei die durch witterungsbedingte Extreme finanziell eh schon gebeutelte Forstwirtschaft in NRW nicht nur ein großer Arbeitgeber, sondern auch ein wichtiger Faktor zur Luftreinhaltung, zum Klimaschutz sowie ein bedeutender Naherholungsraum für alle im Land. Den gelte es zu schützen. Seit dem vergangenen Jahr ist der Landesregierung die Problematik bekannt, doch bis jetzt ist keine Unterstützung angekommen.

Die größte Bedrohung für den Wald in NRW ist momentan der Borkenkäfer, der mit Beginn des Frühlings bei einer Temperatur von 16,5 Grad Celsius wieder auszufliegen beginnt. „Deswegen müssen wir jetzt handeln und den Borkenkäfer effektiv bekämpfen. Hier ist nun die finanzielle Hilfe und eine unbürokratische Umsetzung durch die Landesregierung gefragt, um noch größere Schäden in unseren Wäldern zu verhindern“, sagt Heereman. Außerdem fordert der Verband Hilfen für die Instandsetzung der Forstwege. Denn es ist absehbar, dass durch die vermehrte Abfuhr des Holzes in den kommenden Wochen und Monaten die Forstwege sehr beansprucht und in Mitleidenschaft gezogen werden. Ebenso unerlässlich ist die Schaffung dringend benötigter zusätzlicher Lagerkapazitäten für das Holz.

Die Borkenkäfer hatten im vergangenen Jahr bis Ende Oktober durch die trocken heiße Witterung und die Folgen von Sturm Friederike beste Vermehrungsbedingungen. Mehrere Käfergenerationen in einem Jahr haben die Anzahl der Käfer in astronomische Höhen anwachsen lassen. Nach Aussage des Forstschutzexperten Dr. Niesar haben bisher 90% der Käfer überlebt. Das hat katastrophale Folgen für die Waldbestände, denn die Borkenkäfer werden dann auch gesunde Fichten befallen. Aber auch die Laubbäume haben unter der sehr trockenen und heißen Witterung des letzten Jahres stark gelitten. Etliche Schadorganismen, Pilze und Insekten konnten die gestressten Bäume befallen.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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