Trockenheit in den Wäldern

NRW verdoppelt Mittel für die Wiederaufforstung

Um den Wald in NRW langfristig gegen die Folgen des Klimawandels zu rüsten, will die Landesregierung eine Reihe von Maßnahmen beschließen, um den heimischen Wäldern zu helfen.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und Umweltministerin Ursula Heinen-Esser haben am Donnerstag in einem Waldgebiet die verschiedenen Schadensbilder besichtigt, die typisch für die derzeitigen Herausforderungen durch Sturm, Trockenheit und Schadinsekten sind.

Ministerpräsident Laschet sprach von einer dringlichen Lage mit massiven Folgen für die Forstwirtschaft und die Umwelt. „Bereits jetzt haben wir 6,2 Mio. Euro an Sondermitteln zur Bewältigung der Schäden in den Wäldern zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus werden wir die Hilfen für die Wiederaufforstung von bisher gut 4 Mio. Euro auf 10 Mio. jährlich mehr als verdoppeln”, sagte der CDU-Politiker.

Und Umweltministerin Heinen-Esser stellte klar, dass die Landesregierung den Wald gegen den Klimawandel rüsten müsse. „Waldschutz, Wiederaufforstungen und eine nachhaltige Holzverwendung sind entscheidend im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels. Der Wald speichert Treibhausgase und regelt den Wasser- und Temperaturhaushalt. Zugleich ist er ein Lieferant für nachwachsende Rohstoffe. Wir müssen noch intensiver zusammenarbeiten, um unsere Naturlandschaft in Nordrhein-Westfalen zu erhalten und die Wiederbewaldung und die Bekämpfung von Schädlingen zu bewältigen.“

Zur Unterstützung der Waldbesitzer in den aktuellen Extremlagen hat die Landesregierung jetzt schon Sondermittel in Höhe von 6,2 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Gefördert werden unter anderem Hilfen für die Aufarbeitung befallenen Holzes, die Errichtung von Holzlagerplätzen, die Überwachung der Borkenkäferpopulation oder der Transport von Schadhölzern aus dem Wald. Daneben stehen über weitere Förderangebote auch Mittel für Wiederaufforstung und Wegebau bereit.

Um den Wald langfristig gegen die Folgen des Klimawandels zu rüsten, wird die Landesregierung darüber hinaus weitere Maßnahmen beschließen, um den heimischen Wäldern zu helfen:

  1. Die bisherige Förderung insbesondere für Wiederaufforstungs- und Nachbesserungsmaßnahmen durch das Land beläuft sich derzeit auf etwa 4 Millionen Euro. Um die Schadflächen wiederaufzuforsten, werden in den nächsten 10 Jahren 100 Millionen Euro benötigt. Die Landesregierung wird die Mittel für die Aufforstung daher jährlich auf 10 Millionen Euro mehr als verdoppeln.
  2. Für den 11. November wird die Landesregierung zu einer Wald-Konferenz einladen, in deren Rahmen mit den Betroffenen und Wissenschaftlern neben der Situation des Waldes auch jüngste Studien zur Bedeutung des Waldes ausführlich diskutiert werden. Im Rahmen dieser Waldkonferenz soll gemeinsam mit den Verbänden ein Bündnis für den Wald ins Leben gerufen werden.
  3. Die Landesregierung will sich dafür einsetzen, dass langfristig der Beitrag des Ökosystems Wald als CO2-Speicher honoriert wird. Wer aufforstet, hilft dem Klima. Daher wird die Landesregierung sich auf Bundesebene dafür einsetzen, dass die Öko-Bilanz des Waldes im Rahmen einer CO2-Bepreisung gewürdigt wird.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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von Heinrich Steggemann

Alle CO2 Speichermöglichkeiten in den Blick nehmen

Es sollte nicht nur die Ökobilanz des Waldes bei einer CO2 Bepreisung honoriert werden. Auch Acker und Grünland kann erhebliche Mengen zusätzliches CO2 dauerhaft speichern. Wir sollten uns mehr mit dem Liquid Carbon Pathway beschäftigen. Zusätzlich sollte aus einem Teil der kommunal gesammelten Biomasse durch Pyrolyse Pflanzenkohle hergestellt werden. Der andere Teil sollte weiterhin unter Zusatz eines Teils dieser Pflanzenkohle kompostiert werden, aber mit dem Qualitätsanspruch einer guten Bodenleben fördernden Eigenbiologie. Heute ist das Hauptanliegen, die Masse während der Kompostierung möglichst stark zu verringern. Dabei entsteht unnötig viel CO2.

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