Studie

Rothirsche können Beweidung durch Nutztiere ersetzen

Zum Erhalt geschützter offener Landschaften könnten auch Rothirsche einen Beitrag leisten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Göttingen und des Instituts für Wildbiologie Göttingen und Dresden.

Wie der Hochschule in der vergangenen Woche berichtete, untersuchten die Wissenschaftler den oberirdischen Pflanzenaufwuchs, die Futterqualität sowie die Futteraufnahme von Rothirschen in je einem unter Naturschutz stehenden Heide- und GrünlandLebensraum. Dabei habe sich herausgestellt, dass der Anteil des von wildlebenden Rothirschen gefressenen Pflanzenaufwuchses in einer vergleichbaren Größenordnung wie bei einer extensiven Nutztierbeweidung liegen könne. Zugleich sei die Futteraufnahme der Hirsche im Frühjahr auf dem Grünland am höchsten gewesen, während im Winter die Heiden am intensivsten beweidet worden seien.

Heide und Grünland von Rothirschen profitierten

Diese verschiedenen Muster passen den Forschern zufolge gut mit den unterschiedlichen Beweidungsansprüchen der Vegetationsgesellschaften in Grünland und Heide zusammen und tragen dazu bei, dass beide Lebensraumtypen von den Rothirschen profitierten. „Unsere Ergebnisse könnten einen Anstoß dazu geben, das Wildtiermanagement insbesondere in großen Naturschutzflächen so anzupassen, dass es Rothirschen ermöglicht wird, offene Landschaften ganztägig zur Nahrungssuche zu nutzen“, erklärte die Erstautorin der Studie, Friederike Riesch. Ihre Studie führten die Wissenschaftler über einen Zeitraum von drei Jahren auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in Bayern durch. Die Rothirsche werden dort auf den nicht bewaldeten Flächen nur wenige Tage im Jahr bejagt und nutzen diese daher ganztägig zur Futteraufnahme. Die Forschung wurde durch die Landwirtschaftliche Rentenbank gefördert und von der Bundesforstverwaltung unterstützt.

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

Möchte dann nur -

gerne wissen, wieviel Wasserverbrauch unsere Veganer und Vegetarier da für das Kilo Hirschfleisch ansetzen. 15.000 ltr.? Beim Rindfleisch habe ich ja schon Rechnungen von um die 10.000 ltr. lesen können. Außerdem wird diese Studie eh schnell hinfällig. Erst heute gelesen das in der Gegend um Bad Kissingen mehrere Wölfe gesichtet wurden. Da ist es bis Grafenwöhr nicht mehr weit. Nächstes Jahr vielleicht? Spätestens dann ist diese Studie für die Tonne.

von Stefan Lehr

Ohne Wald, ohne Wolf

Die Studie wurde in einem offenen waldfreien Gebiet durchgefuehrt, das zudem noch nicht vom Wolf erschlossen wurde. Wenn diese beiden Faktoren jedoch noch zum Habitat des Rotwildes dazukommen, dann wird diese Studie sicherlich kippen. Es kommt dann zu enormen Schaelschaeden an den Baeumen und ein Absterben grosser Baumbestaende ist u. U. vorprogrammiert. Dazu das Stoerpotential des Wolfes, der das Rotwild noch tiefer in die Waldungen treibt. Also bleibt das Futter auf den offenen Flaechen ungenutzt. Dann sollte man die Finanzminister schon jetzt auf zusaetzliche Kostenuebernahmen - wie bei der Weidetierpraevention - vorbereiten. Alles mal wieder einseitig und nicht bis zum Ende durchdacht. Aber willkommen fuer Ideologen.

von Henrik Plaas-Beisemann

Schottland

In Schottland ist diese Form der Flächennutzung doch schon lange üblich. Da wird behördlich genau vorgegeben wie viele Hirsche und Schafe die Regionen zu beweiden haben. Das Konzept funktioniert aber vermutlich nur ohne Wölfe. In manchen Bereichen der Oberlausitz, die vor gar nicht allzu langer Zeit vor Rotwild nur so strotzten, kann man die letzten Reste heute mit der Lupe suchen. Was sagt der Wohlleben immer: „Wo der Wolf geht, wächst der Wald.“ Da hat er recht, er vergisst zu sagen: Vor allem auf wertvolle Offenland-Habitaten.

von Bernd Müller

Warum

müssen die Landschaften offen gehalten werden? In Zeiten des Klimawandels müssen wir doch eigentlich auf Biomassezuwachs und damit auf CO2-Festlegung setzen. Das Wild oder auch irgendwelche Extensivrinder verstoffwechseln die Biomasse doch nur und tragen deshalb eher über das ausgeschiedene Methan negativ zur Klimabilanz bei! Aber das passt wahrscheinlich auch nicht in das Konzept der Grünen...

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