Mediation Premium

Oft hören wir den Begriff ‚Mediation‘, doch wir können ihn nicht richtig einordnen. Dr. Silvia Riehl, frühere Referentin der LWK Niedersachsen, erklärt.

Die Türen knallen. Wieder einmal ist der junge Betriebsleiter Jonas wutentbrannt vom Abendbrottisch aufgesprungen. Seit Monaten kann er sich mit seinen Eltern nicht einigen, wer unten und wer oben wohnen soll. Jede Seite beansprucht den direkten Zugang zum Garten. Jetzt drängt die Zeit. In einem halben Jahr will Jonas heiraten und vorher soll noch umgebaut werden. Inzwischen haben sich beide Seiten so verkeilt, dass kaum noch ein vernünftiges Gespräch möglich ist. In einem solchen Fall kann eine Mediation helfen.

Die Mitte ausloten

Eine Mediation ist keine Meditation, also keine spirituelle Übung zur inneren Gelassenheit. Die Mediation ist eine strukturierte Methode, um zwischenmenschliche Konflikte zu lösen. Ein Mediator, der als neutrale Person die Mediation leitet, ist damit ein Vermittler zwischen den Fronten. Er ist allparteilich, d.h. er unterstützt alle Beteiligten dabei, ihren Bedürfnissen, Ängsten und Sorgen auf die Spur zu kommen. Er ist kein Schiedsrichter, sondern begegnet allen mit der gleichen Einfühlsamkeit. In der Beratung nutzen wir häufig das Bild von zwei Eseln, die aneinander gebunden sind und gegeneinander ziehen, um zu unterschiedlichen Heuhaufen zu gelangen. Keiner kommt voran, bis sie gemeinsam erst den einen, dann den anderen Haufen fressen.

Mediation ist in allen Lebensbereichen einsetzbar und erfreut sich einer wachsenden Akzeptanz, z.B. bei Hofübergaben oder Generationskonflikten, wie bei Jonas und seinen Eltern.

Natürlich entsteht nicht aus jeder Meinungsverschiedenheit ein Konflikt. Erst wenn man nicht mehr zueinander findet, verhärten sich die Fronten. Da wir alle eigene Interessen und Bedürfnisse haben, entstehen im Zusammenleben zwangsläufig Spannungen. Problematisch sind nicht die einzelnen Interessen, sondern der

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Artikel geschrieben von

Katharina Meusener

Redakteurin Landleben

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