Wendland

Abdrift: Versicherung zahlt Schäden auf Ökofläche

Die Versicherung eines konventionell arbeitenden Betriebes kommt für die Entschädigung einer benachbarten Biohof-Kommune auf. Abdriftendes Pflanzenschutzmittel hatte deren Gemüse für die Vermarktung unbrauchbar gemacht.

Kohlrabi (Symbolbild) (Bildquelle: Barbara Eckholdt / pixelio.de)

Weil das Pflanzenschutzmittel Bandur eines benachbarten Betriebes das Gemüse eines Ökohofes geschädigt hatte, kommt nun die Versicherung des Verursachers für die Verluste auf. Konkret soll es um einen Schaden von 2.900 Euro sowie 3.500 Euro für einen Gutachter gehen. Das berichtet die Tageszeitung taz.

Zufrieden sind die Biobauern des als „Solidarische Landwirtschaft“ geführten Hofes allerdings nicht. Sie sind verärgert, dass das Mittel nun in ihrem Boden sei. Ein „Skandal“ sei auch, dass sie als Geschädigte Maßnahmen zur Verhinderung zukünftiger Schäden ergreifen müssten, der Verursacher jedoch nicht, so die taz weiter. Aus Sicht der Hofgemeinschaft berge die konventionelle Landwirtschaft unkalkulierbare Risiken für ökologische Nachbarn sowie die Umwelt. Die Koexistenz beider Landwirtschaftsformen sei nicht so problemlos möglich, wie dies oft von Seiten der Politik proklamiert werde, heißt es.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

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Diskussionen zum Artikel

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von Hans-Heinrich Wemken

ein Interessantes Urteil !

In diese Richtung sollten dann auch Haftungsverpfichtungen konsequenterweise angewendet werden z.B. von Kreuzkrauteinträgen ausgehend von Straßenrändern und öffentliche Extensivflächen.

von

beiderseitige Verantwortung

Für eine gute Nachbarschaft braucht es gegenseitige Verantwortung. Der konventionelle Betrieb muß dafür Sorge tragen, dass es so wenig Abdrift wie möglich gibt, nicht nur bezüglich eines Ökos als Nachbar. Das ist soweit richtig. Die Frage ist aber, welche Konzentration gemessen wurde. Ist diese deutlich oberhalb des Grenzwertes, dann ist etwas schief gelaufen und selbstverständlich hat der Verursacher für den Schaden aufzukommen. Handelt es sich aber nur um unvermeidbare Spuren knapp oberhalb der Nachweisgrenze, deutet es darauf hin, dass der konventionelle Landwirt nicht soviel falsch gemacht hat. Dann müßten beide Betriebe gleichermaßen (!) durch geignete Abstände zueinander dafür Sorge tragen, dass dies nicht mehr geschieht. Es ist schon schade, mit welchem Ton wir inzwischen miteinander umgehen - und wie selbstherrlich manche Ökos inzwischen auftreten. Auch hier ist nicht alles Gold was glänzt. Sinnvoller für alle wäre es, wenn wir miteinander reden und uns gegenseitig anerkennen. Öko-Landwirtschaft ist sicher die umweltverträglichste Bewirtschaftungsform. Dennoch bekommen wir nur mit Öko nicht alle satt. Wer das glaubt ist ein Träumer. Daher brauchen wir beide Bewirtschaftungsformen und einen vernünftigen Umgang miteienander. Im Übrigen gibt es durchaus auch Bio-Abdrift: Unkrautsamen (Disteln!!), Schädlinge und Krankheitssporen (Roste).

von Martin Telgmann

Überflüssige Diskussion!

Es gibt ein Verursacherprinzip.

von Wilhelm Grimm

Solidarisch seit ihr nicht, ihr Bio-Bauern der "Solidarischen Landwirtschaft".

Wer behauptet, die konventionelle Landwirtschaft sei ein unkalkulierbares Risiko nicht nur für die Nachbarn sondern auch für die Umwelt, versprüht nachbarschaftliche Umweltgifte und kann nur noch von den Konvis bekämpft werden. Zur Versöhnung ungeeignet.

von Wilhelm Grimm

2900 Euro und nicht 2500,

die Relation bleibt aber ein Trauerspiel.

von Wilhelm Grimm

2500 Euro Entschädigung plus 3500 für den Gutachter.

Da stimmt die Relation nicht, wir Landwirte arbeiten wie die Blöden für ein Almosen. ----Zum Thema: Bei uns Konvis kann so etwas auch passieren, denn Raps, Rüben oder Gemüse sind schnell beleidigt. Da muss man eben die richtige Windrichtung abwarten. Ob in diesem Ökofall auch noch weltanschauliche Schäden eine Rolle gespielt haben ? Das würde mich interessieren.

von Bernd Schmitz

Nachbarschaft ist wertvoll

und es ist wichtig, dass es miteinander funktioniert. Wer Eingriffe in die Natur vornimmt, wie es das Ausbringen von Pestiziden ist, hat sich an Recht und Gesetz zu halten. Dazu gehört neben den Vorschriften des Abdrift vermeiden, auch das Nachbarschaftsrecht. Niemand unter uns will doch Lärm von nebenan vorm Schlafzimmer haben, der ja auch eine Form der Emission ist. Das schlimmste, was einem in besonders natürlicher Weise produzierender Biobauern passieren kann ist Nachbarschaft, die nicht sorgsam bei der Anwendung von Pestiziden ist. Der ist nämlich existenzgefährdent, was umgekehrt nämlich nicht der Fall ist. Warum wehrt ihr euch. als konventionell wirtschaftende Betriebe eigentlich nicht gegen die eure Existenz gefährdenden CO2 Emissionen aus der Industrie? Dann bräuchte Rukwied auch nicht jammern und euch als Bittsteller beim Steuerzahler da stehen lassen. Nachbarschaft ist eben nicht immer direkt an der Pflugfurche

von Gerhard Steffek

Wenn man jetzt boshaft wäre -

dann könnte man auch es so halten wie die "Biofritzen" es mit dem Wolf halten. Hier aber den Spieß umdrehen und zu dem "Biofritzen" sagen: Bau dir halt einen Zaun drumherum. :-) Ok, ich weiß der Vergleich hinkt, aber im Grunde ist es nichts anderes. Außerdem stellt sich doch auch die Frage, wer war zuerst da? Es mutiert damit nämlich auch zu einer Frechheit wenn der Biobetrieb rummault, er aber trotz des Wissens um die "konventionelle" Landbewirtschaftung des Nachbarn sein Feld dann dort nebenan angelegt hat. Es artet dadurch auch zu einer "Diktatur" der Systeme aus.

von Leon Blitgen

Wer wünscht sich schon Biobetriebe als Nachbar? Mit denen gibt es nur Schwierigkeiten!

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