EUROPA/ Task Force Ländliches Afrika

Afrikas ländliche Räume rücken in den Fokus der EU

Wie kann die EU eine nachhaltige Landwirtschaft in Afrika fördern, ohne lokale Strukturen zu zerstören? Die Task Force "Ländliche Räume Afrikas" will hierauf Antworten geben und bis zum EU-Afrika-Agrarminister-Treffen im Juni in Rom einen konkreten Aktionsplan vorlegen.

Die EU hat sich auf einen Fahrplan für das Treffen der EU-Landwirtschaftsminister mit ihren Amtskollegen der Afrikanischen Union am 21. Juni in Rom verständigt.

Die im Abschlussbericht der von EU-Agrarkommissar Phil Hogan angeregten Task Force für das ländliche Afrika (TFRA) gemachten Empfehlungen für eine gezielte Unterstützung der Entwicklung einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion in Afrika wurde von den EU-Agrarministern am Montag in Luxemburg grundsätzlich bekräftigt.

Die EU-Kommission kündigte an, eine Umsetzungsgruppe für den Task Force-Bericht zu bilden, um bis Ende Mai einen Aktionsplan für konkrete Maßnahmen auf dem afrikanischen Nachbarkontinent auszuarbeiten.

In diesem Zusammenhang wies EU-Kommissar Phil Hogan die vom Europäischen Milk Board (EMB) vergangene Woche geübte Kritik zurück, die EU-Handelspolitik und EU-Subventionspolitik in der Milchwirtschaft zerstöre die lokalen Märkte in Afrika.

EMB prangert EU-Subventionspolitik und Dumpingpreise im Milchmarkt zulasten Afrikas an

Der EMB prangerte in Brüssel vor dem Ratsgebäude am Mittwoch vergangener Woche zusammen mit afrikanischen Milcherzeugern aus Burkina Faso, Mali sowie drei weiteren westafrikanischen Staaten die Subventionspolitik der EU an. Der EMB kritisierte, dass die EU durch ihre Handelspolitik besonders im Bereich der Magermilchpulver-Vermarktung auf dem afrikanischen Kontinent, „mit Dumpingpreisen“ die afrikanischen lokalen Märkte zerstöre.

Über Direktzahlungen gehe Geld an die EU-Erzeuger für Produktion, was die Exportprodukte künstlich verbillige. Ebenso führe die starke Überproduktion in der EU und die niedrigen Preise der Molkereien zu einem Produktionskostenniveau, das billige Exporte nach Afrika zu Dumpingpreien begünstige. „Durch das Verfahren der Pflanzenfettanreicherung werden Milchprodukte mit billigen Inhaltsstoffen hergestellt, die nicht dem natürlichen Ausgangsprodukt entsprechen. Dies verbilligt die Produkte ebenfalls und setzt afrikanische Milchbauern unter erheblichen Kostendruck“, lautete der Vorwurf des EMB.

Hogan: "Europäischer Milch Board verbreitet fake news"

Die Anschuldigungen des EMB wies EU-Agrarkommissar Hogan als „fake news“ entschieden zurück. Die Anreicherung von Magermilchpulver mit Pflanzenfetten sei umweltverträglich und sinnvoll, weil es die Produkte vor einem vorzeitigen Verfall bewahre und dies auf dem afrikanischen Markt ausdrücklich von Vorteil sei.

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Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerd Uken

So wie Hogan das erklärt klingt es logisch

Aber Skim MP mit Pflanzenfett anzureichern dient nur dem Zweck das es günstiger ist als herkömmliches MMP! Wer hier jetzt Fake News verbreitet sei mal da hingestellt. Und wenn er bedenkt wieviel dem Steuerzahler diese 400000 to Auslagern gekostet haben?! Wer daran verdient hat ist jawohl klar

von Wilhelm Grimm

Wir müssen uns viel stärker in Afrika einmischen,

wenn wir die Völkerwanderung gen Norden auf ein vertretbares Maß begrenzen wollen. Zäune und das Mittelmeer werden uns vor einer "Überflutung" von Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben, nicht dauerhaft retten können.

von Heinrich Roettger

Ausbildung, Landeigentum,Frieden und starke Familien

Die EU sollte sich um Ihre eigenen ländlichen Räume sorgen. Die Produktionsmittel Boden, Kapital und Arbeit werden von starken Familienbetrieben am nachhaltigsten , innovativ und effizient eingesetzt. Bitte nur keine Planwirtschaft oder zu starke EU Reglementierung. Hilfe zur Selbsthilfe und Förderung der Privatinitiative.

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