KOMMENTAR

Amerikas Augenwischerei Premium

Die DBV-Kritik an den Handelsabkommen mit den USA und Mercosur beleuchtet top agrar EU-Korrespondent Thomas A. Friedrich. Mehr Gelassenheit tut Not!

Der Präsident des europäischen Dachverbandes der Landwirte (Copa) hätte es an sich besser wissen können. Joachim Rukwied, gleichzeitig Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), nahm am Wochenende die Unterzeichnung eines Rindfleisch-Deals von US-Präsident Donald Trump mit der EU zum Anlass, das Klagelied in Sachen Mercosur zulasten der europäischen Rinderzüchter anzustimmen. Da vergleicht der DBV Äpfel mit Birnen.

Im Gegensatz zur verbreiteten Aufregung aus Berlin, steigt die importierte Gesamt-Rindfleisch-Exportmenge nach Europa um kein einziges Kilo an. Kein einziges Steak wird vakuumverpackt und tiefgekühlt im Container mehr auf die Reise nach Europa verschifft, als ohnehin schon lange auf beiden Seiten im transatlantischen Agrarhandel und mit Drittstaaten vereinbart wurde.

Richtig ist, dass die EU-Kommission – im Auftrag aller Mitgliedstaaten – bereits 2009 – ...

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Zu Wochenbeginn entpuppte sich die Sonntags-Schlagzeile "Noch mehr US-Rindfleisch erzürnt EU-Fleischzüchter" als Trumps Beruhigungspille für US farmer.

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Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

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Diskussionen zum Artikel

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von Martin Hofmann

0,5 % zu viel

Die Preise von landwirtschaftliche Produkte werden nur von den Börsen gehandelten Mengen bestimmt. Wenn 5 % an den Börsen gehandelt werden, orientieren sich alle an diesen Preisen und die 95 % die zwischen Landwirten und dem Landhandel verkauft werden, spielen dabei keine Rolle. Wenn nun 0,5 % mehr Rindfleisch auf dem Markt ist als verkauft werden kann, sinkt der Preis, auch für die restlichen 99,5%. Wenn 0,5 % weniger Fleisch auf dem Markt ist, als Bedarf vorhanden ist, steigt der Preis. In diesem Falle werden aber regelmäßig Importbeschränkungen gelockert.

von Hubertus Berges

Brexit

Werden die Importmengen nach einem Brexit eigentlich angepasst, oder bleiben die Kontingente gleich? Wenn das so sein sollte, dann würde dadurch ein erheblicher Druck auf den EU Markt ausgelöst.

von Reinhold Weier

Mehr Qualitätsjournaliamus

Ein gelungener Artikel zu einem bitteren Thema, bei dem der Landwirt wieder mal zum Spielball von Politik und Gesellschaft wird. Mit Polemik gegen die Akteure werden wir keine Glaubwürdigkeit gewinnen, mit Sachlichkeit und Gelassenheit sehr wohl.

von Andreas Gerner

@ Gerd Uken: Der Ozean ist groß

Genau lesen: Zwar kommt aus den USA evtl. etwas mehr, es ist aber absehbar, dass dafür aus den Südamerikanischen Ländern weniger kommt. Also bliebe die gesamte, über den Großen Ozean verschiffte Menge gleich. Und US-Fleisch ist (was die Standards angeht) bestimmt ein geringeres Übel als argentinische Ware.

von Dieter Müller

Ob dieser Friedrich selber glaubt, was er da an Fake-News verzapft?

Dieser "Prediger" schreibt tatsächlich, dass eine Steigerung der US-Rindfleischlieferungen in die EU von 18.OOO t auf 35.000 t dadurch nicht gravierend wäre, weil andere Südamerikanische Staaten paralell dazu Export-Chargen einbüßen. Sein Statement, dass Mercosur keine Gefahr darstellen würde, ist so glaubhaft wie die Meinung, dass Donald Trump ein ungefährlicher Chorknabe ist. Wer diesem bezahltem Schwätzer glaubt, der hat die Rindfleischpreise der Zukunft wirklich verdient.

von Gerd Uken

In einer niederländischennZeitung

Wird das aber anders dar gestellt.....VS bekommen zusätzliche 35.000 to! Kommt drauf an wie man es auslegt denn dann wären es tatsächlich 45.000 to.

von Gerd Uken

Wer hat das zusammengeschrieben?

Wenn jetzt schon 18.000 to Rindfleisch aus der USA kommen und das Kontingent mit 35.000 to ausgeschöpft werden soll wo kommt dann kein einziges Stück mehr über den Atlantik?? Rechnen können die anscheinend nicht. CO2 Bilanz mal außer acht gelassen wie billig müssen die produzieren das es sich hier noch lohnt oder kommt da doch Hormonfleisch rübergeschippert?? Die Politiker verschweigen was und Herr Friedrich beschwichtigt...

von Gerd Schuette

"Mehr Gelassenheit tut Not" und die Wortwahl: "Klagelied" zeigen nur das Herr Friedrich nicht wirklich im Thema steht, nicht weiß wie es den landwirtschaftlichen Betrieben geht. Ständig neue und höhere Auflagen, Schuldzuweisungen von allen Seiten egal ob es um Krankenhauskeime, Insektenpopulation, Klimawandel, Grundwasser uvm geht. Dazu völlig unbefriedigende Erlöse für unsere Produkte. Es ist Zeit das sich was ändert!

von Christian Bothe

Rindfleischimport

Eine sehr sachliche Darstellung von H.Friedrich zum Thema. Ich sehe das auch so und man sollte nicht alles in einen Topf werfen!

von Wilhelm Grimm

Trump hat doch bereits angekündigt, "scherzhaft",

dass er mit Autos und Landwirtschaft ein scharfes Schwert in der Hand hat. Dass unsere Regierung die Landwirtschaft zu Gunsten der Autoindustrie fallen lassen würde, ist kein Geheimnis.

von Renke Renken

"Mehr Gelassenheit tut Not"

mit einem guten Einkommen und einem sicheren Arbeitsplatz, an dem man nicht auf eigene Kappe hunderttausende oder Millionen in die Zukunft investieren muß, und dann 20, 25 oder 30 Jahre dafür malochen kann und muß , um die angehäuften Schulden abzubezahlen , kann man solche Sprüche gut raushauen. Woher soll man die Gelassenheit zuletzt noch nehmen, wenn man ständig mit neuen Auflagen und Vorschriften und Standards und Gülleverordnungen usw. torpediert wird, aber am Ende immer mehr importiert wird, und hier die Preise einfach nicht in die Füße kommen. 2. Dürrejahr, der Milchmenge fällt immer noch nicht und der Preis dümpelt dahin, schwarzbunte BK sind kaum mehr an den Mann zu bringen, Mastbullen dümpeln auch so dahin im Preis, Getreide kostet auch immer das Gleiche, egal ob die Ernte gut war, oder bei einigen Berufskollegen dürrebedingt vielleicht jetzt zum 2. Mal den Bach runtergeht. "Mehr Gelassenheit tut Not", toller Spruch

von Renke Renken

Wenn das Ins Hirn

unsere Politiker nicht reingeht, das die deutsche Landwirtschaft zu unseren Kosten und Standards, Vorschriften und Auflagen nicht mit irgendeiner Landwirtschaft auf dieser Welt konkurrenzfähig ist, dann sollen sie uns das doch sagen und uns dann erklären wie bzw. ob es überhaupt irgendwie weitergeht. Armes D, ein 80 Mio Volk, das nicht Willens ist seine eigene Nahrungsmittelversorgung nachhaltig sicherzustellen. Unsere Politiker lassen sich vollends von der Wirtschaft einwickeln und sie haben eine panische Angst davor, daß das Wirtschaftswachstum einknicken könnte, dann klappt das System nämlich zusammen, und da fährt man lieber die Landwirtschaft an die Wand, damit noch wieder ein paar mehr Autos und Maschinen exportiert werden können. Wie gesagt: Armes Deutschland! Übrigens : Klima und Nachhaltigkeit spielen in diesem Moment scheinbar überhaupt keine Rolle mehr. Aber zumindest hat der Deutsche dann ein gutes Gefühl, weil die so klimaschädliche deutsche Landwirtschaft dann abgewickelt ist, und die produktionsbedingt entstandenen Emissionen in der übrigen Welt interessieren hier dann keine Sau.

von Hans Nagl

So ein Käse Herr Friedrich.

Es geht nicht um Lebensmittelstandarts, sonder um Vorteile in der Produktion oder Bauen jetzt die US Farmer auch Güllegruben mit 3 facher Sicherheit usw..

von Andreas Thiel

Egal wie man es beleuchtet...

Der Preis muss rauf!

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