Andreas Kieling: Tote Landschaften durch Glyphosat

Mit einer Videobotschaft hat sich der Tierfilmer Andreas Kieling an seine Fans gewandt und erklärt, was das Pflanzenschutzmittel Glyphosat seiner Meinung nach mit der Landschaft macht. "Wenn es nicht mehr regnet, kriegen wir dieses Gift 1:1 durch Backwaren auf den Tisch. Hier fliegen keine Insekten, keine Vögel."

Andreas Kieling in seinem Video (Bildquelle: Facebook)

Mit einer Videobotschaft hat sich der Tierfilmer Andreas Kieling an seine Fans gewandt und erklärt, was das Pflanzenschutzmittel Glyphosat seiner Meinung nach mit der Landschaft macht. Wörtlich heißt es da:
 
„Dieses Weizenfeld wird wie tausend andere zweimal im Jahr mit Glyphosat besprüht. Glyphosat ist ein Umwelt- und Menschengift. Es steht in ganz starkem Verdacht krebserregend zu sein. Einmal im Frühjahr wird es aufgesprüht, bevor man sät und wenn der Weizen in die Reife kommt und ist noch nicht ganz abgereift, dann spritzt der Landwirt da Getreide praktisch tot. Damit spart man sich die hohen Trocknungskosten. Und wenn es dann nicht mehr regnet, kriegen wir praktisch dieses Pflanzengift 1:1 durch Backwaren auf den Tisch. Zumindest von den Flächen, die nicht Öko sind. Glyphosat ist inzwischen überall nachweisbar, im Urin, in Muttermilch und Lebensmitteln.
 
Der Bundestag konnte sich leider nicht einigen, eines der stärksten Gifte zu verbieten. Das muss man sich mal vorstellen. Täglich kriegen wir das auf den Tisch serviert, ein Gift, das Pflanzen innerhalb eines Tages umhaut.  Es sterben davon alle Insekten, alle Vögel. Wie ihr hier seht, sind keine Blumen mehr da, hier fliegen keine Insekten, keine Vögel. Das ganze ist eigentlich ein Skandal. In Stadtgebieten gibt es heute mehr Tiere und Pflanzen als in der Kulturlandschaft. Die Biodiversität ist in den Städten längst höher. Früher gab es die klassische Dreifelderwirtschaft, heute wird der Boden auf das Maximum ausgebeutet.“

Bauer Willi kontert mit eigenem Video

Zahlreiche fachliche Schwächen identifiziert dagegen Bauer Willi in Kielings Vortrag. Er kontert mit einem eigenen Video. Das stellt er klar, das Weizen nicht mit Glyphosat gespritzt wird. „Ich kenne keinen Landwirt, der Glyphosat in die Ähren spritzt. Das stimmt einfach nicht. Ich weiß nicht, wie Sie zu dieser Aussagen kommen. Das macht mich einfach traurig, weil es nicht stimmt.“

Bauer Willi berichtet dann von der Fruchtfolge, dass auf seinem Feld Rüben, Raps, Gerste und Weizen abwechseln und dass er lediglich nach Raps Glyphosat eingesetzt habe, einmal in fünf Jahren. Er fragt daher, warum Kieling das mache, ob er Quote generieren wolle. „Ich bin seit 40 Jahren Berufslandwirt und ich denke, ich verstehe mein Fach“, sagt Bauer Willi. Es sei zudem leicht zu fordern, alle Bauern sollten auf Bio umstellen. Nur müsse man davon auch seine Familie ernähren können. Bauer Willi könne das nicht.

Gut findet er dagegen Kielings Aussagen, dass die Verbraucher bewusster einkaufen sollten und Qualität ihren Preis hat.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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