„Anstieg der Milchpreise längst überfällig!“

In der ersten Jahreshälfte ist der Milchpreis aufgrund der schwierigen Marktlage gesunken. Doch inzwischen hat sich die Situation deutlich verbessert – zumindest für die Molkereien, erklärte der Bayerische Bauernverband am Freitag in einer Mitteilung. So würde der Kieler Rohstoffwert Milch des ife Instituts für Ernährungswirtschaft seit mehr als vier Monaten kontinuierlich steigen.

In der ersten Jahreshälfte ist der Milchpreis aufgrund der schwierigen Marktlage gesunken. Doch inzwischen hat sich die Situation deutlich verbessert – zumindest für die Molkereien, erklärte der Bayerische Bauernverband am Freitag in einer Mitteilung.
 
So würde der Kieler Rohstoffwert Milch des ife Instituts für Ernährungswirtschaft seit mehr als vier Monaten kontinuierlich steigen. Der Wert wird aus den Marktpreisen für Butter und Magermilchpulver ermittelt. Allein zwischen August und September habe er um 4,1 Cent auf aktuell 34,1 Cent zugelegt. Seit Mai 2012 entspreche das einem Plus von über 40 %, so der Bauernverband.
 
Entsprechend sei der Preis für Butter kräftig angezogen, was sich auch positiv auf den Käsemarkt auswirke: Bei knappem Angebot nehme die Nachfrage sowohl im Inland als auch im Ausland weiter zu. So habe man bei kurzfristigen Verträgen bereits Preiserhöhungen durchsetzen können. Magermilchpulver erzielte demnach im September deutlich höhere Preise als im vergangenen Jahr.

Günther Felßner, BBV-Vizepräsident und Milchpräsident, stellt deshalb fest: „Es ist bekannt, dass sich eine geänderte Marktlage erst zeitverzögert auf die Erzeugerpreise auswirkt. Doch nach vier Monaten mit deutlichem Verwertungsanstieg und gleichzeitig extrem schwachen Milchpreisen müssen sich die Auszahlungspreise jetzt schnellstens und massiv erhöhen! Alles andere ist für die Milchbauern nicht hinnehmbar – zumal sie mit enorm gestiegenen Produktionskosten zu kämpfen haben.“
 
Zwar konnten erste Molkereien ihren Milchlieferanten bereits etwas höhere Preise auszahlen, doch das reicht laut Felßner bei der aktuellen Kostensituation bei weitem nicht aus: „Alle Molkereien die bereits von der besseren Marktsituation profitieren konnten, müssten die Milchbauern jetzt schnellstmöglich entlasten. „In Einzelfällen konnten in den letzten Monaten Verwertungsverbesserungen für einzelne Produkte von bis zu zehn Cent/kg Milch erzielt werden“, so der Milchpräsident. „Deshalb ist ein Anstieg der Milchpreise längst überfällig!“ (ad)

vgl.:
Der Käse wird knapp (5.10.2012)
Fusion bringt MUH-Bauern 4 Cent Milchgeld (5.10.2012)
Dr. Göbbel: Weihnachten gibt es 33 Cent   (5.10.2012)
Milcherzeugung in Neuseeland steigt kräftig (5.10.2012)

 

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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