ASP-Risiko: Lidl verkauft polnische Rohwurst

Das bringt deutsche Schweinehalter auf die Palme. Die ganze Republik diskutiert über die Milliarden-Risiken, die ein Ausbruch der afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland hätte und Lidl verkauft ab morgen seelenruhig Rohwurst aus Polen.

Lidl-Angebote (Bildquelle: Lidl-Prospekt)

Das bringt deutsche Schweinehalter auf die Palme. Die ganze Republik diskutiert über die Milliarden-Risiken, die ein Ausbruch der afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland hätte, und Lidl verkauft ab morgen seelenruhig Rohwurst aus Polen.

In dem aktuellen Werbeflyer des Discounters (gültig ab dem 15.02.) werden osteuropäische Spezialitäten angepriesen. Neben Schlesischer Wurst und Debrecziner wird auch eine polnische Rohwurst zum Aktionspreis von 1,99 € angeboten. Das ist für deutsche Schweinehalter unverständlich, weil aus Polen fast täglich neue ASP-Fälle gemeldet werden. Auch in Hausschweinebeständen wird das Virus immer wieder festgestellt. 

In der Agrarbranche schüttelt man angesichts der scheinbar sorglosen Vermarktungsstrategie bei Lidl den Kopf. Nach Veröffentlichung des Flyers meldeten sich mehrere Schweinehalter in der top agrar-Redaktion: „Lidl spielt russisches Roulette mit den Deutschen Schweinehaltern“ oder „Sind die Einkäufer bei Lidl verrückt geworden?“ waren noch die harmlosen Reaktionen der aufgebrachten Tierhalter.
 
Auf Nachfrage bei Lidl stellte die Pressestelle eine baldige Antwort in Aussicht. Folgende Fragen sind bisher nicht beantwortet:

Lidl: "Beziehen Wurst nur aus ASP-freien Gebieten"

Lidl-Pressesprecherin Melanie Pöter stellte auf Anfrage von top agrar klar, dass Sicherheit und Qualität der Produkte für Lidl immer oberste Priorität habe. "Der Rohstoff für die Wurstwaren unter der Eigenmarke „Kuljanka“, die aktuell im Rahmen unserer Aktion „Osteuropäische Spezialitäten“  verkauft werden, stammt sowohl aus Zentral- als auch aus Osteuropa. In Ländern, die von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffenen sind, beziehen wir ausschließlich Rohstoffe aus den so genannten freien Gebieten, in denen gemäß des Durchführungsbeschlusses 2018/169 der Europäischen Kommission vom 1. Februar keine Beschränkungen aufgrund der ASP vorliegen. Zudem führen unsere Lieferanten beim Fleischrohstoff grundsätzlich strenge Qualitätskontrollen durch."

Zum Thema „ASP“ steht Lidl laut Pöter im ständigen Austausch mit seinen Lieferanten. Sie seien zusammen mit Veterinären Mitglieder von Arbeitsgruppen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) und des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) und beteiligten sich an der Vorbereitung von Krisenszenarien und Sicherheitsmaßnahmen. "Entsprechend kennen unsere Lieferanten die Gefahren und Risiken der ASP und treffen die nötigen Maßnahmen, um der Tierseuche vorzubeugen. Grundsätzlich möchten wir betonen, dass aktuell im gesamten Markt Wursterzeugnisse aus osteuropäischer Rohware verkauft werden", so die Pressesprecherin.

Artikel geschrieben von

Andreas Beckhove

Redakteur Markt

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