Bauern üben harte Kritik am Konfrontationskurs von Agrarminister Remmel

Die Bauern in Westfalen-Lippe erwarten in den kommenden Monaten harte Auseinandersetzungen mit der rot-grünen Landesregierung. Grund sind neue politische Initiativen von NRW-Agrarminister Johannes Remmel, die nach Ansicht des WLV bisherige Kooperationen in Frage stellen und stattdessen bewusst auf Konfrontation setzten

Die Bauern in Westfalen-Lippe erwarten in den kommenden Monaten harte Auseinandersetzungen mit der rot-grünen Landesregierung. Grund sind neue politische Initiativen von NRW-Agrarminister Johannes Remmel, die nach Ansicht des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) bisherige Kooperationen in Frage stellen und stattdessen bewusst auf Konfrontation setzten. Die Delegierten des Verbandes sehen aktuell einen grundlegenden Kurswechsel der Landesregierung, der harte Auseinandersetzungen vor allem über die Zukunft der heimischen Nutztierhaltung unumgänglich mache.  „Wir bedauern sehr, dass Minister Remmel die bisher sehr erfolgreiche Kooperation von Ministerium und Wirtschaft in zentralen Fragen des Tierwohls offenkundig aufgeben will. Gerade in diesem Bereich haben wir in NRW bisher bundeweit eine Vorreiterfunktion gehabt und jenseits aller ideologischen Auseinandersetzungen echte Fortschritte in der Sache erzielt. Unsere gemeinsamen Vereinbarungen zum Enthornen bei Rindern und zum Schwänzekürzen bei Ferkeln waren seriös und zeigen eine hohe Verantwortung gegenüber den Nutztieren wie auch ihren Haltern“, saget WLV-Präsident Johannes Röring auf der WLV-Delegiertentagung in Münster. In einem gemeinsamen Entschließungsantrag hatten die Fraktionen der SPD und Bündnis 90/Die Grünen die NRW-Landesregierung am 19. Mai 2015 aufgefordert, massive Verschärfungen im Umwelt- und Tierschutzbereich auf Landes- und Bundesebene voranzutreiben. „Die beabsichtigten Änderungen sind so angelegt, dass sie die heimische Nutztierhaltung mit der Brechstande reduzieren wollen. Wenn hier mit blumigen Worten Bundesratsinitiativen für umwelt- und tierschutzgerechte Haltungsformen eingefordert werden, heißt dies nichts anderes, als dass Minister Remmel der gerade gestarteten Initiative Tierwohl den Boden entziehen will. Damit legt er die Axt an ein System, dass er bisher mitgetragen hat – ein Vertrauensbruch aus ideologischem Kalkül und nicht zu akzeptieren“, so Röring. Am Donnerstagvormittag hatten die über 100 Delegierten der 19 WLV-Kreisverbände und assoziierten Verbände das Präsidium des Verbandes neu gewählt. Mit großer Mehrheit wurden Präsident Johannes Röring (Borken) mit 94,6% der Stimmen und seine beiden Vizepräsidenten Wilhelm Brüggemeier (Herford) mit 91,4%, sowie Henner Braach (Siegen) mit 95,6% der Stimmen, für drei weitere Jahre in ihrer Funktion bestätigt. Satzungsgemäß wählen die über 40.000 Mitglieder des WLV alle drei Jahre ihre ehrenamtlichen Führungspersonen auf Orts-, Kreis- und Landesebene.  Die größte Herausforderung für die Amtsperiode bis 2018 sieht Röring darin, die teilweise geschwundene gesellschaftliche Akzeptanz für moderne Landwirtschaft, vor allem der Nutztierhaltung, neu zu gewinnen. „Nur durch Transparenz und eigene Initiativen kann dies gelingen. Wir müssen als Bauern den gesellschaftlichen Wertewandel annehmen und auch bereit sein für Veränderungen. Angst und Misstrauen gegenüber unserer heutigen Landwirtschaft ist heute leider bei zu vielen Menschen in unserer Gesellschaft Realität. Beides zu überwinden, ist die zentrale Aufgabe der kommenden Jahre für alle Bauern“, so Röring.  

„Wir müssen über die 20 % Unterdüngung reden“

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Artikel geschrieben von

Dr. Maria Meinert

Redakteurin Betriebsleitung

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