GAP-Reform

Bauernbund Brandenburg bedauert SPD-Absage an Kappung

Mehr als 20 % der Fläche in den neuen Bundesländern sind bereits in der Hand von externer Spekulanten. Wenn die SPD diese Strukturen stützen will, tut sie nichts für die Ostdeutschen und schon gar nichts für die arbeitenden Menschen auf dem Land, kritisiert der Bauernbund.

Der Bauernbund Brandenburg hat die Absage des stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion Matthias Miersch an eine Kappung der Agrarsubventionen als "bedauerliches Missverständnis" bezeichnet. In dem richtigen Bestreben, Rücksicht auf ostdeutsche Strukturen und Befindlichkeiten zu nehmen, würden damit ausgerechnet diejenigen Betriebe finanziell ausgepolstert, die derzeit in großer Zahl an auswärtige Geldanleger verkauft werden, sagte Bauernbund-Vorstand Thomas Kiesel, Ackerbauer aus Barsikow im Ruppiner Land.

"Mehr als zwanzig Prozent der Fläche in den neuen Bundesländern sind bereits in der Hand solcher Spekulanten, die ihren Sitz vielfach in Westdeutschland oder Holland haben. Wenn die SPD diese Strukturen stützen will, tut sie nichts für die Ostdeutschen und schon gar nichts für die arbeitenden Menschen auf dem Land."

Kiesel wiederholte die Forderung des Bauernbundes nach einer konstruktiven Weiterentwicklung der von der EU-Kommission vorgebrachten Kappungsvorschläge. "Indem wir eine Klausel einbauen, dass die Betriebe sich teilen können, wenn die Antragsteller ortsansässig und nicht an weiteren Betrieben beteiligt sind, lässt sich die Kappung der Agrarsubventionen zu einem wirksamen Instrument gegen den Ausverkauf der ostdeutschen Landwirtschaft ausgestalten", ist der 48jährige Landwirt überzeugt. Während etwa die SPD-Forderung nach mehr Umwelt-, Tier- und Klimaschutz sehr abstrakt sei, sieht der Bauernbund in einer gerechteren Verteilung der Agrarsubventionen einen höchst realen Beitrag zur Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Es geht der SPD nicht um die Frage von groß oder klein. Für Dr. Matthias Miersch seien Kappung und Degression bei der Gestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 nicht erste Wahl.

Leserfrage: Müssen wir Maut für den Transport von Stroh- und Heuballen bezahlen?

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

Seien wir doch mal ehrlich -

die Entscheidungsträger der SPD, besonders die heutigen gehen doch auch nur nach dem Motto "Sekt für mich und Wasser für meine Freunde". Gestern habe ich auf Welt-Online gelesen das in Berlin eine Kita mit 220 Kindern allen gekündigt hat. Es folgen dann zwar neue Verträge, aber nur für 108, der Rest steht auf der Straße. Grund der Maßnahme: zu wenig Mitarbeiter und die wenigen melden sich mittlerweile immer öfter krank. Mit ein Grund soll die geringe Bezahlung sein. Bis zu 600 € weniger als im Umland. Das im rot-rot-grünem Berlin! Ein schönes Beispiel klassischem Versagens. Keinen Flugplatz auf die Reihe bekommen, ständig am Tropf der anderen Länder hängen, die eigenen Mitarbeiter nicht entsprechend entlohnen, da kann man nur sagen: rot-rot-grünes BERLIN halt, stellvertretend für das Versagen dieser Politclowns bundesweit. Hauptsache die Schnauze geht. Langsam aber sicher denke ich da eher an Sodom und Gomorra.... und an meine Steuergelder für diese Versager....

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