Leipzig

Bauerntag: „Die Landwirtschaft muss die Städte erobern!“ Premium

Die deutsche Landwirtschaft hat Perspektiven, wenn sie den Wandel selbst gestaltet. Sie braucht dafür aber verlässliche Rahmenbedingungen. Das Ergebnis eines Forums beim Bauerntag.

„Wandel hat es in der Landwirtschaft immer gegeben. Der Unterschied zu früher ist, dass dieser heute schneller abläuft.“ Das sagte Andreas Dörr, Landwirt und Agraringenieur aus Bayern, beim Forum „Zukunft und Wettbewerbsfähigkeit“ beim Deutschen Bauerntag in Leipzig. Deshalb bräuchten die Bauern Verlässlichkeit und Unterstützung von der Politik bei der Gestaltung dieses Wandels. Es sehe unterm Strich aber mehr Chancen als Risiken. Deshalb schaue er positiv in Zukunft.

Stadt und Land rücken wieder zusammen

Diese Sichtweise bestätigte der Zukunftsforscher Dr. Daniel Dettling. „Der Ländliche Raum wird in Zukunft wieder wichtiger werden. Die Grenzen zwischen Stadt und Land werden sich auflösen.“ Das sehe man zum Beispiel an der Entwicklung des Urban Farming. Diese Form der städtischen Landwirtschaft sei inzwischen in allen großen Städten sichtbar. „Entscheidend wird sein, wie es der Landwirtschaft gelingt, diese Trends aufzunehmen und ihr Geschäftsmodell einzubauen.“

Dabei will der Freistaat Sachsen der Branche mit seiner Zukunftsinitiative helfen. Ziel sei es, Impulse und Lösungen für die Innovationsfähigkeit in den Bereichen der Ernährungswirtschaft, der Land- und Umwelttechnik, der Forstwirtschaft, ...

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Artikel geschrieben von

Dr. Ludger Schulze Pals

Leitung Landwirtschaftsverlag Münster GmbH

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Diskussionen zum Artikel

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von Andreas Schäfer

Bruder Schmalhans

muß am Tisch platz nehmen ,die ganze A....Kriecherei beim Verbraucher bringt nichts

von Willy Toft

Wer alles im Überfluss im Supermarkt bekommt hinterfragt nicht, woher es kommt!

Da ist der hart arbeitende Bauer auf dem Feld doch ein lästiger Jammerer, der nur seine Ernte im Blick hat, wenn sich die Demonstranten einen Weg übers Feld bahnen! Der Respekt vor der Landarbeit geht bei der Bevölkerung verloren, schade, deshalb haben es unsere Kritiker so leicht, alles ins falsche Licht zu stellen! Die Emotionen einer Bilderbuchgesellschaft können wir nicht bedienen!

von Wilhelm Grimm

Städte erobern ? Na dann siegt man schön,

sagte einst schon Bundespräsident Heus zu den Sportlern. Einige wenige haben es geschafft, sie hatten aber die Medien und damit die Öffentlichkeit hinter sich. Gestern Abend hat dann der WDR über die Bauern erneut seine Hetzkampagnen kübelweise gekippt, vor allem gezielt über unsere Vertreter von Rehwinkel bis Rukwied, mit anschließender Belobigung der Wendepolitikerin Künast. So langsam schwant mir aber, dass ganz gleich was wir tun und wie wir Öffentlichkeitsarbeit betreiben, es wird immer in den Dreck gezogen werden. Die von den Medien verbildeten Städter sind satt, da kann man nichts machen.

von Klaus Fiederling

Initialzündung - Die Teller-oder-Tank-Diskussion hat sich erledigt

Showrooms in den Großstädten, das ist vielleicht einmal eine Ansage. ;-) // Nun, da staunt ein kleines Bäuerlein förmlichst Bauklötzchen: Kein anderer Industriezweig verfügt über eine solch gigantische Anzahl von „Indoor- und Outdoor-Showrooms“ -open end- wie die Landwirtschaft selbst. Jeder einzelne Verbraucher wird tagtäglich damit konfrontiert, förmlichst überflutet und geradezu überrannt. - Geht da wirklich noch sehr viel mehr!? Speziell im Biersegment -immerhin ist die Bierkultur geadelt als immaterielles Weltkulturerbe- werden in vorauseilendem Gehorsam weitaus astronomischere Summen an Werbebudgets weltweit verausgabt, als man bereit ist, den Erzeugern für die Braugerste zu bewilligen. Solche Forderungen kann man nur aufstellen, wenn man immer noch mehr Ware in bereits haltlos übersättigte Märkte zu produzieren gedenkt. Ausschließlich die Nahrungsmittelproduktion steht noch immer unverkennbar absolut im Fokus, worunter die Landwirtschaft zwischenzeitlich weltweit enorm leidet. Daher muss weitaus mehr und vor allen Dingen sehr viel schneller genau diese Problembaustelle abgearbeitet werden: Künftig werden wir Bauern im Energiesektor sehr viel mehr gefordert sein, da dieser ohne die LW seine ganz erheblichen Nöte haben wird. Genau an diesem Punkt u.a. angelangt, ermangelt es allerdings noch immer am unverzichtbaren Weitblick unseres gesamten Umfelds. Sollte der Individualverkehr elektrifiziert werden, gehen unsere Stromnetze im Niederspannungsbereich in die Knie, ...und dann gelangen die bäuerlichen Visionen an den Start. Werter Herr Dettling, die von Ihnen beispielhaft illustrierten Showrooms unserer Automobilfirmen zeigen solche Wege bereits auf beim ernsthaft interessierten Hinschauen. - Vielleicht löst das auch bei Ihnen eine notwendige „Initialzündung“ aus!? // Wie oft, frage ich mich, müssen wir Bauern noch derart mühselige Diskussionen über uns ergehen lassen, bis endlich wirklich Bahnbrechendes auf den Weg gebracht werden kann...!? Unsere Zukunft schreit förmlichst danach.

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