Bevorstehender EuGH-Entscheid facht Gentechnikdebatte wieder an Premium

Ende Juli entscheidet der Europäische Gerichtshof (EuGH) darüber, wie neue Züchtungstechniken wie das Genome-Editing rechtlich einzustufen sind. Das facht die Debatte darum an, ob diese im Gentechnikrecht reguliert werden sollen oder nicht. Die Bundesregierung will ihren Standpunkt am EuGH-Urteil ausrichten.

Ende Juli entscheidet der Europäische Gerichtshof (EuGH) darüber, wie neue Züchtungstechniken wie das Genome-Editing rechtlich einzustufen sind. Das facht die Debatte darum an, ob diese im Gentechnikrecht reguliert werden sollen oder nicht. Die Bundesregierung will ihren Standpunkt am EuGH-Urteil ausrichten.
 
Für den 25. Juli ist die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) über die Einstufung der neuen Züchtungstechniken angekündigt. Sie bringt den alten Konflikt über den Einsatz von Grüner Gentechnik in der Landwirtschaft wieder ans Licht. Dabei dreht sich alles um die Frage, ob die „relativ“ neuen Züchtungstechniken „Genom-Editing“, „Crispr/Cas“ oder die „zielgerichtete Mutagenese“ gleichzusetzen sind mit gentechnischen Methoden und folglich über das Gentechnikrecht reguliert werden sollen oder nicht.
 
Bei den Umwelt- und Ökoverbänden bricht damit der bekannte Widerstand gegen die Gentechnik wieder auf. Am Dienstag forderten 21 Organisationen in einer Resolution an den Deutschen Bundestag und das Europa-Parlament die Regulierung der neuen Züchtungstechniken und die Kennzeichnung der damit erzeugten Produkte nach dem Gentechnikrecht. „Wir setzen uns dafür ein, dass alle Verfahren, die unter Begriffen wie ‚Genom-Editing‘ ‚zielgerichtete Mutagenese‘‚ neuere Mutagenese-Verfahren‘ firmieren, als Gentechnik reguliert werden. Bei ihnen handelt es sich um Gentechnik und bei den Pflanzen, die die aus ihnen hervorgehen, um gentechnisch veränderte Organismen ...

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Der gute Geist, der bisher aber nicht viel geschafft hat, zumindest im Agrarbereich

Die Gentechnik verspricht schon seit Jahrzehnten, ganz tolle, neue trockentolerante, resitente, nährstoffreiche Pflanzen zu züchten. Bisher hat man es nur zu Herbizidresistenzen und Insektizideinbau geschafft. "Golden Rice" ist bisher wegen Ertragsschwäche und sonstiger Probleme gescheitert. Irgendwie kann ich den Versprechungen deshalb nicht mehr recht glauben. Andererseits ist es interessant, wie problematisiert der Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft ist, während die Bevölkerung Medikamente und andere Produkte, die gentechnisch hergestellt wurden, ganz problemlos, im wahrsten Sinne des Wortes "schluckt"! Ein Grund dafür ist sicher: es ist hierfür keine Kennzeichnung nötig.

von Christian Bothe

Was soll das ganze Gezetere der Umwelt-und Ökoverbände zur Grünen Gentechnik. Auch hier möchte auf eine Veröffentlichung der Biologin Brynja Adam-Radmanic, Nürnberg verweisen (agrarfakten.de),welche sich zum Einsatz Grüner Gentechnik geäußert hat. Was neue Züchtungstechniken anbelangt, sehe ich diese als eine weitere Chance für die Landwirtschaft gerade auch unter dem Eindruck der gegenwärtigen klimatischen Bedingungen klimaresistente und nährstoffreiche Pflanzen zu züchten. Damit sollten auch die Grünen konform gehen, da nur so die Pflanzenproduktion stabil und zukunftsträchtig weiter entwickelt werden, kann, unabhängig davon wie der EuGH urteilen wird.

von Henrik Plaas-Beisemann

Liebe AbL

Patentierbar werden die Produkte gerade durch eine Einstufung als Gentechnik. Gelten die neuen Züchtungsmethoden als normale Züchtung bleiben uns Landwirte- und Züchterprivilleg erhalten. Wer die neuen Verfahren als Gentechnik einstuft, tut den mittelständischen Züchterhäusern und uns Landwirten einen Bärendienst.

von Wilhelm Grimm

Nachsatz.

Der Bundespräsident war natürlich Herzog.

von Wilhelm Grimm

Tatü tata, unsere Ministerin versteckt sich hinter dem EuGH.

Die Politik muss der Bevölkerung den Weg in die Zukunft und die erforderlichen Schritte dazu aufzeigen und erklären. Deutschland muss der Anführer von Innovationen in der Pflanzenzucht sein und nicht der Bremser. Deutschlands Agrarpolitiker laufen den Meinungsumfragen hinter her und unsere Agrarforschung haut ab .Dabei redet unsere Ministerin von Silicon Valley für die Landwirtschaft. Das war dann wohl eine Unwahrheit." Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen" hat Bundespräsident gefordert. Die Deutschen haben diese Worte nicht vergessen. Unsere ewig gestrigen Politiker dagegen verhindern diesen Ruck.

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