Bio nicht gesünder als konventionelle Lebensmittel

Bio-Produkte sind entgegen der landläufigen Meinung nicht gesünder als konventionell erzeugte. Dafür profitiert der Boden von der alternativen Anbauart. Das hat jetzt eine amerikanische Studie der Universität Stanford gezeigt, die bisher umfangreichste ihrer Art.

Bio-Produkte sind entgegen der landläufigen Meinung nicht gesünder als konventionell erzeugte. Dafür profitiert der Boden von der alternativen Anbauart. Das hat jetzt eine amerikanische Studie der Universität Stanford gezeigt, die bisher umfangreichste ihrer Art. Wie verschiedene Zeitungen berichten, fanden die Forscher keinen deutlichen Nachweis, dass biologische Lebensmittel nährstoffreicher sind oder weniger Gesundheitsrisiken beinhalten.
 
Der Vitamingehalt unterschied sich den Forschern zufolge kaum, Fette und Proteine waren ähnlich verteilt. Krankheitserreger wie E.-coli-Bakterien, Salmonellen oder Campylobacter kamen in keiner der beiden Gruppen häufiger vor. Auch besonders gesunde Bio-Früchte oder Bio-Gemüse konnten die Wissenschaftler nicht ausmachen. Allerdings waren die Bio-Lebensmittel seltener mit Pflanzenschutzmittelrückständen belastet. Ganz frei davon waren sie allerdings auch nicht, heißt es in der Studie. In 7 % der Bio-Proben waren Rückstände nachweisbar, bei den konventionellen waren es 38 %. Anders als die Zahlen vermuten lassen, habe dies jedoch keine Auswirkungen auf die Gesundheit. Alles lag unterhalb der Grenzwerte.
 
Deutliche Unterschiede zwischen Bio-Waren und konventionell erzeugten Lebensmitteln gab es laut den Autoren nur bei Phosphor. Pflanzliche Lebensmittel aus biologischer Herstellung enthalten im Schnitt mehr davon, doch das sei klinisch kaum relevant. Einige frühere Studien seien zudem der Meinung, Bio-Milch enthalte mehr Omega-3-Fettsäuren. Die Unterschiede seien dennoch marginal oder irrelevant. „Wir waren ein bisschen erstaunt, dass wir nichts gefunden haben“, so eine Autorin. Auch die Aussagen früherer Studien, wonach Bio-Schweine und Hühner etwas weniger antibiotikaresistente Keime hätten, spielten kaum eine Rolle.
 
Unbestritten sei hingegen die positive Wirkung des Ökoanbaus auf den Boden und die Umwelt. In der Öko-Landwirtschaft werde auf synthetischen Dünger und die meisten Pestizide verzichtet, die Artenvielfalt sei viel größer. Wenn die Verbraucher sich also für Bio entscheiden, sollte der Umweltaspekt im Vordergrund stehen und nicht wie heute die Gesundheit, heißt es in dem Papier. (ad)

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