Biokraftstoffe und Spekulation verantwortlich für Hunger in der Welt?

Wissenschaftliche Analysen kommen zu dem Schluss, dass Biokraftstoffe und „Spekulation“ nicht den oft behaupteten Einfluss auf das Preisgeschehen am Weltmarkt haben. Entscheidend sind die fundamentalen Nachfragetrends bei Agrarrohstoffen, heißt es dazu im aktuellen DBV-Situationsbericht.

Wissenschaftliche Analysen kommen zu dem Schluss, dass Biokraftstoffe und „Spekulation“ nicht den oft behaupteten Einfluss auf das Preisgeschehen am Weltmarkt haben. Entscheidend sind die fundamentalen Nachfragetrends bei Agrarrohstoffen, heißt es dazu im aktuellen DBV-Situationsbericht.

Die Agrarmärkte in den ärmeren Ländern sind oft wenig funktionsfähig. Hunger und Armut sind vor allem der abgekoppelten Preissituation in Entwicklungsländern selbst geschuldet und häufig Folge von schlechter Regierungsführung, Korruption, Bürgerkriegen, Wetterextremen, staatlicher Markteinflussnahme und unzureichenden Eigentums- und Nutzungsrechten, ist im Bericht weiter zu lesen.

Die Zahl der hungernden Menschen auf der Welt ist auf 805 Mio. zurückgegangen, obwohl die Weltbevölkerung auf 7,2 Mrd. Menschen angewachsen ist und die landwirtschaftliche Fläche kaum zugenommen hat. Als Gründe für die Verbesserung der Welternährungssituation sieht die FAO vor allem eine nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft und den wachsenden Handel mit Agrarprodukten.

Das Wachstum der Weltwirtschaft habe dazu geführt, dass sich die Menschen mehr Lebensmittel leisten und Landwirte mehr Geld in moderne Agrartechnik investieren können.

Große Fortschritte gab es insbesondere in China und Südostasien sowie in Teilen Afrikas. Die seit 2008 stark gestiegenen Lebensmittelpreise haben nach FAO-Angaben dazu beigetragen, dass der Hunger sinkt. Um mehr Nahrungsmittel bei geringerem Ressourcenverbrauch zu produzieren, wird eine weitere Modernisierung und Professionalisierung der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern gefordert. Gleichzeitig gehe es darum, die massiven Nachernteverluste zu reduzieren und vor allem in eine bessere Lagerhaltung zu investieren.

Entwicklungsländer profitieren von hohen Agrarpreisen

Von der eher knappen Versorgungssituation und den damit verbundenen relativ hohen Agrarpreisen profitieren nach Einschätzung der FAO die Entwicklungs- und Schwellenländer. Ihr Anteil an der Weltagrarerzeugung und am Weltagrarhandel wird nach FAO-Einschätzung künftig weiter wachsen.

Für die Industrieländer wie die Länder der EU dagegen wird eine weitere, wenn auch verlangsamte Steigerung der Agrarerzeugung erwartet. Mit ihrer hohen Produktivität und Effizienz werden sie nach Prognosen der FAO weiter bedeutende Versorger der Weltagrarmärkte bleiben. Angesichts stagnierender Bevölkerung und weitgehend gesättigter Nahrungsmittelmärkte können die Produktionspotentiale der europäischen Landwirtschaft zunehmend für den Export und auch die Energieversorgung genutzt werden.

Da die produktiven landwirtschaftlichen Flächen kaum zunehmen werden, sind weitere Produktivitätssteigerungen erforderlich. Gleichzeitig ist eine effizientere Nutzung der knapper werdenden Ressource Wasser angezeigt. Die Auswirkungen des Klimawandels verschärfen diese Knappheit.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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