Bis auf 10 m: Wolf wütet vor Augen der Schäfer in Herde

Ein verhaltensauffälliger Wolf ist am Wochenende im Kreis Herzogtum Lauenburg östlich von Mölln in eine Schafsherde eingedrungen. Vier Schafe wurden verletzt, zwei davon starben. Der Rest wurde der Herde auseinandergetrieben. Das Ungewöhnliche: Im vorliegenden Fall zeigte der Wolf keine Scheu vor dem Menschen.

Ein verhaltensauffälliger Wolf ist am Wochenende im Kreis Herzogtum Lauenburg östlich von Mölln in eine Schafsherde eingedrungen. Vier Schafe wurden verletzt, zwei davon starben. Der Rest wurde der Herde auseinandergetrieben.

Das Ungewöhnliche: Im vorliegenden Fall zeigte der Wolf keine Scheu vor dem Menschen. So war es laut Agrarministerium schwierig, das Tier aus der Schafherde zu vertreiben. Obwohl sich die vor Ort befindlichen Personen dem Tier auf unter zehn Meter näherten, gelang es erst nach einiger Zeit, den Wolf von den Schafen zu trennen und zu vertreiben. Aggressiv gegenüber den Menschen zeigte sich das Tier aber nicht. Dies nährt Gerüchte, dass in Deutschland auch Wölfe ausgesetzt wurden.

Der Schafhalter hatte kurzfristig den ehrenamtlichen Wolfbetreuer aus der Region benachrichtigt. Als er eintraf, war der Wolf noch vor Ort. Er half, das Tier zu verscheuchen. Das ebenfalls benachrichtigte Wolfsinformationszentrum Schleswig-Holstein im Wildpark Eekholt nahm unverzüglich Kontakt zum Umweltministerium auf.

Aufgrund der beschriebenen Verhaltensauffälligkeiten und der hierdurch zu befürchtenden Gefahren, die von dem Tier ausgehen könnten, erteilte das Ministerium dem zuständigen Wolfsbetreuer Genehmigung, das Tier gegebenenfalls mit Gummigeschossen zu verscheuchen oder es in letzter Konsequenz zu töten.

Wie hoch der entstandene Schaden letztlich sein wird, kann derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden, da noch nicht alle Tiere wieder eingefangen werden konnten. Um weitere Übergriffe auf Schafherden in der Region zu verhindern, wurden die betreffenden Schafhalter im Umfeld des Vorfalls durch das Wolfsinformationszentrum mobile Elektrozäune versorgt. Darüber hinaus wurden von den verletzten Schafen Abstriche genommen, um im Rahmen genetischer Untersuchungen weitere Informationen über den Wolf zu erhalten.

Derzeit untersuchen Fachleute des Landes, warum der Wolf nicht die für diese Art ansonsten typische Scheu vor Menschen gezeigt hat und wie diesem Problem entgegengetreten werden kann. Bewohnern der Region Mölln wird durch das schleswig-holsteinische Umweltministerium zudem geraten, ihre Hunde nicht unangeleint laufen zu lassen.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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