BMEL weist Lobby-Vorwurf der Grünen als ungerechtfertigt zurück

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) wehrt sich gegen Vorwürfe, es stehe der Lobby von Ernährungsindustrie und Bauernverbänden zu nah. Es betont den Dialog mit allen Seiten.

Den Vorwurf der Grünen, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner treffe sich zu viel mit Branchenvertretern der Erzeugersparte und dies sei Ausdruck eines Lobbyismus, hat der Parlamentarische Staatssekretär von Agrarressort, Hans-Joachim Fuchtel, scharf zurückgewiesen. Dieser Vorwurf sei absurd und zeige, dass das Wissen über Abläufe in Ministerien bei den Grünen nicht allzu präsent sei, erklärte der Staatssekretär heute in Berlin. Umgekehrt wäre der Vorwurf genauso absurd, wenn dem Bundesumweltministerium angekreidet werden würde, es hätte sich zu viel mit Umwelt-, aber zu wenig mit Erzeugerverbänden getroffen.

Die Grünen bezogen sich laut Fuchtel bei ihrer Kritik auf die Antwort des Ministeriums auf eine schriftliche Anfrage. „Wenn die Grünen die Antwort bis zu Ende gelesen hätten, hätten sie festgestellt, dass es viel häufiger Treffen mit Umweltverbänden, Vertretern der ökologischen Landwirtschaft und alternativen Bauernverbänden gegeben hat“, so Fuchtel. Dies seien Gesprächsrunden gewesen, „in denen wir gemeinsam über unsere Positionen diskutiert und Standpunkte ausgetauscht haben“, erläuterte der CDU-Politiker.

Fuchtel betonte, es sei die Aufgabe von Ressortministern, sich mit den entsprechenden Verbänden und Vertretern zu treffen. Sich fachlich miteinander auszutauschen schließe auch ein, dass man sehr unterschiedliche Positionen habe. „Wenn sich die Grünen wenigstens die Mühe gemacht hätten, nach den Inhalten zu fragen, ob die Bundesministerin alle Forderungen der Gesprächspartner teilt, dann hätte sich ein klares Bild ergeben“, so der Staatsekretär.

Natürlich seien Treffen mit dem landwirtschaftlichen Berufsstand inklusive der ökologisch wirtschaftenden Sparte gerade in Zeiten der Verschärfung der Düngeverordnung oder der Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) unerlässlich, denn schließlich seien es die Betroffenen, die beispielsweise ein höheres Umweltambitionsniveau in der GAP umsetzen müssten, führte Fuchtel weiter aus. Was wäre Frau Klöckner für eine Agrarministerin, wenn Sie keinen Kontakt zum Deutschen Bauernverband (DBV) oder zum Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hätte?“, so der Staatssekretär.

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Diskussionen zum Artikel

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von Willy Toft

Eigentlich sind doch alle unzufrieden, also muss das Ministerium fast schon den Kompromiss..

leben. Extreme Positionen kann kein Politiker wirklich bedienen, dann ist er/sie schnell weg vom Fenster!

von Diedrich Stroman

Wohlstandsbürger!

Mit Wohlstandsbäuchen! Dem ist nicht's mehr hinzufügen! Super Herr Fiederling! Volltreffer!

von Klaus Fiederling

Unsere Pflichten, das sind die Rechte anderer auf uns (Nietzsche)

„Grün“ steht ideologisch insofern an Seiten der Bauern, als dass auch da der „innige“ Wunsch besteht, dass unsere Natur (über)lebt; als großes Fragezeichen steht allerdings das „WIE“ im Raum. // Wer gegenwärtig in Reihen der Bauern deren Lebens- und Arbeitsumfeld ehrlich zu analysieren weiß -die gesellschaftlichen Umgangsformen massiver Diskriminierungen, deren mannigfaltige Geißelungen in nicht selten schon perfide anmutenden administrativer Regelungswut mittels immer neuerer, noch detailversessener Vorgaben und Erlasse- wird zu dem Ergebnis gelangen, dass es den heutigen Bauern seit Generationen kaum mehr besser gehen könnte - im absolut negativen Sinne! In einer dahingehend maßgeblichen Mitverantwortung steht leider unsere berufsständische Vertretung -für diese einzelnen Protagonisten scheint da eine sehr komfortable anderweitige Wertschöpfung möglich zu sein- die sich in leidenschaftlicher Hingabe den vor- und nachgelagerten Bereichen zugewandt haben, dabei gänzlich ihr gemeines Stimmvieh ins Abseits manövrierten. Viele, die nicht in ihren Ställen, auf den Äckern malochen, haben wirklich keine Ahnung davon, welche Auflagenflut uns Bauern mittlerweile förmlichst ertränkt. // Im Wald gibt es eine solche (noch) nicht; wieso hat man angesichts dessen aber nicht bereits vor 3-4 Jahren vorausschauend erkannt, welches katastrophale Schicksal uns gerade in selbigen flächenstarken Naturräumen ereilen wird. Selbst ein grüner Dogmatismus hat auf ganzer Linie genau dort versagt; da nutzt es recht wenig, wenn man im Nachhinein sich in scheinheiligen Schuldzuweisungen übt. Ein fachlich fundierter Sachverstand wäre schon sehr viel früher von Nöten gewesen; wo aber war dieser, bei wem frühzeitig schon zu erkennen!? // Unabhängig von den dato rasant voranschreitenden, enormen Beschränkungen, die aktuell allen Bauern auf ihren Höfen widerfahren, verharrt ungeachtet dessen die Agrarindustrie in ihrem starr unnachgiebigen Forderungskatalog gegenüber denselben, die erstere aufgrund sich allseits stetig massiv ändernder Rahmenbedingungen jedoch kaum mehr befriedigen können. Bluten dafür muss in fataler AUSSCHLIESSLICHKEIT jedes kleine tumbe Bäuerlein. Ja und, gibt es hierzulande nicht genug akzeptable Qualitäten, dann schaffen MERCOSUR & Co. Abhilfe, ...und eines ist bei einem solchen Maßnahmenpaket gewiss, sodann fragt keiner mehr so wirklich, was auf diese segensreich gewinnbringenden Importprodukte draufkommt, nach deren „inneren Werten“. - So what!!! // In einem jedenfalls sind sich sämtliche Politiker -von links bis nach rechts- unisono einig: Nachhaltige Alternativen in den NON-FOOD-BEREICHEN müssen uns Bauern weiterhin versagt bleiben, selbige Protagonisten sämtlichst beharren fortwährend auf einer Landwirtschaft, die in der Nahrungsmittelproduktion verhaftet bleiben soll, jedenfalls so lange, bis man vor dem nächsten kolossalen Scherbenhaufen steht. Gegenwärtig lässt sich unmissverständlich erkennen, dass Deutschland/Europa seine eigenen Bauern sukzessive radikal abschafft. Ganz sicher wartet der äußerst großzügig gutmütige Rest der Welt nur darauf, die deutschen Wohlstandsbäuche endlich zuverlässigst füllen zu dürfen.

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