BMUB Klimaschutzplan sieht Halbierung des Fleischkonsums vor

Das Bundesumweltministerium (BMUB) bezieht die Landwirtschaft in ihren Klimaschutzplan ein. Um Treibhausgase in der Tierhaltung einzusparen soll der Fleischkonsum in Deutschland bis 2050 um die Hälfte sinken. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt kritisiert die Pläne von Umweltministerin Barbara Hendricks.

Sind sich nicht nur beim Klimaschutzplan politisch nicht einig: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und Bundesumweltminsiterin Barbara Hendricks. (Bildquelle: Archiv)

Das Bundesumweltministerium (BMUB) bezieht die Landwirtschaft in ihren Klimaschutzplan ein. Um Treibhausgase in der Tierhaltung einzusparen soll der Fleischkonsum in Deutschland bis 2050 um die Hälfte sinken. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt kritisiert die Pläne von Umweltministerin Barbara Hendricks.

Das Bundesumweltministerium (BMUB) hat einen ersten Entwurf für seinen Klimaschutzplan 2050 fertig gestellt. Darin fordert das BMUB unter anderem den Fleischverzehr in Deutschland zu halbieren.. „Bis 2050 sollte ein Fleischkonsum entsprechend der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung angestrebt werden“, zitiert die Bildzeitung aus dem Entwurf. Das wären 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche. Aktuell verzehrt ein Bundesbürger im Schnitt rund 1,1 Kilo Fleisch wöchentlich. Hendricks begründet ihre Forderung mit der Verringerung klimaschädlicher Treibhausgase. Ziel müsse „vor allem der Abbau der Wiederkäuerbestände“ sein, zitiert die Zeitung aus dem Plan weiter.

Agrarsektor soll Treibhausgase einsparen

Mitte Dezember 2015 hatten sich in Paris 196 Staaten auf ein neues Weltklima-Abkommen verständigt. Danach soll die Klimaerwärmung auf unter zwei Grad, am besten auf maximal 1,5 Grad begrenzt werden. Dafür seien umfassende gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen notwendig, beschreibt das Umweltministerium die Herausforderungen beim Klimaschutz. Im Agrarsektor müsste der Ausstoß von Treibhausgases (THG) bis 2050 halbiert werden. Die Landwirtschaft ist aktuell für 8 Prozent der THG-Emissionen in Deutschland verantwortlich.

Vor allem über Aufklärungskampagnen und Beratungsangebote will die Ministerin „grundlegende Änderungen im Konsumverhalten“ und eine Reduktion der „Nachfrage nach tierischen Produkten“ erreichen. Außerdem sind laut der Bildzeitung Förderungen für eine gezielte Reduktion des Rinderbestandes im Gespräch. Auch die Anforderungen an den Stallbau sollen danach eingeschränkt werden.

Schmidt warnt davor Klimaschutz und Landwirtschaft auszuspielen

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt lehnt die Pläne aus dem BMUB zum Fleisch-Verzicht ab. „Mal wieder macht die Kollegin Hendricks die Landwirtschaft zum alleinigen Sündenbock. Die Landwirtschaft mag zwar acht Prozent der Emissionen erzeugen, sie ernährt aber auch 100 Prozent der Bevölkerung. Unsere Landwirtschaft arbeitet mit der Natur und nicht gegen sie. Landwirtschaft und Klimaschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“, sagte er der Bildzeitung.

Die Einsparung von Klimagasen in der Landwirtschaft ist nur ein Bereich von vielen, die der 67-seitige Klimaschutzplan auflistet. Weitere Vorschläge sind die Reduktion des Treibstoffausstoßes im Verkehr, die Dämmung von Häusern, der Umbau in eine CO2-neutrale Energieerzeugung, die den Ausstieg aus der Kohleerzeugung miteinschließt.

Abstimmung innerhalb der Bundesregierung steht noch bevor

Den Klimaschutzplan hat Umweltministerin Barbara Hendricks bereits mit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (beide SPD) abgestimmt. Nun liegt er im Kanzleramt und soll im September im Kabinett beschlossen werden. Davor steht allerdings noch die Abstimmung mit der Unionsseite bevor, deshalb gelten weitere Änderungen als sicher.

Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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