Bundesländer beantragen neuen Umgang mit dem Wolf

Sachsen, Niedersachsen und Brandenburg wollen am Freitag im Bundesrat einen Entschließungsantrag einbringen, der auf Änderungen beim Umgang mit dem Wolf gerichtet ist. Konkret geht es um eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes, um die Spielräume, die das europäische Recht bietet, auch in Deutschland zu nutzen.

Sachsen, Niedersachsen und Brandenburg wollen am Freitag im Bundesrat einen zehn Punkte umfassenden Entschließungsantrag einbringen, der auf Änderungen beim Umgang mit dem Wolf gerichtet ist.
 
Konkret fordern die drei Länder eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes, um die vorhandenen Spielräume, die das europäische Recht bietet, auch in Deutschland zu nutzen. Hier müsse der Bund für eine 1:1 Umsetzung und für Rechtssicherheit durch eine praxisnahe Ausgestaltung sorgen.
 
Darüber hinaus müsse mit Blick auf die sich dynamisch entwickelnde Wolfspopulation der sogenannte Erhaltungszustand der mitteleuropäischen Flachlandpopulation jährlich neu bewertet werden. Dazu gehöre ein gemeinsames Monitoring nach gleichen Verfahren gemeinsam mit Polen. Das Erreichen eines günstigen Erhaltungszustandes, also einer Zahl von Tieren, die erwarten lässt, dass die Population in den nächsten einhundert Jahren nicht ausstirbt, ist auch Voraussetzung dafür, den strengen Schutzstatus für den Wolf zu lockern, erklärte Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt am Mittwoch.
 
Nicht zuletzt sei der Antrag auf eine noch bessere Unterstützung der Nutztierhalter beim Schutz ihrer Tiere vor Wolfsangriffen gerichtet. „Hier sind die Grenzen, die uns beihilferechtliche Regelungen der EU setzen, längst ausgereizt. Allerdings reicht es nicht, den Nutztierhaltern 80 Prozent der Anschaffungskosten für Elektrozäune oder Herdenschutzhunde zu ersetzen. Auch der Arbeitsaufwand und die laufenden Kosten für die Haltung der Hunde sollten erstattet werden können. Darauf muss der Bund bei der EU hinwirken“, so Minister Schmidt. 
 
 
Sachsen sei das erste Bundesland gewesen, in dem Wölfe vor mehr als 20 Jahren wieder heimisch wurden, mittlerweile sei fast die Hälfte der Landesfläche dauerhaft mit Wölfen besiedelt, erklärte der Landesagrarminister weiter. „Nahezu täglich müssen wir Meldungen über Wolfssichtungen in Ortschaften oder über gerissene Tiere zur Kenntnis nehmen – und das, obwohl Sachsen seine sowohl gewerblichen als auch Hobbyhalter von Nutztieren von Anfang an bei der Prävention gegen Wolfsangriffe berät und unterstützt.“
 
 
Mensch und Tier vor Wölfen schützen
 

Albert Stegemann (Bildquelle: albert-stegemann.de)

Unterstützung bekommen die Länder vom landwirtschaftspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann. „Wir müssen aufhören, den Wolf in Deutschland zu romantisieren. Wir sind lange auch ohne den Wolf sehr gut ausgekommen. Vielen macht er heute Angst. Insbesondere die Weidetierhalter sind in Sorge“, sagte er.
 
Laut Stegemann würden Union und SPD die Sorgen der Bürger ernst nehmen. So habe man im Koalitionsvertrag vereinbart, dass die Sicherheit des Menschen absolute Priorität hat. Deshalb sei es gut und gerechtfertigt, dass Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner die Initiative ergreife. Verhaltensauffällige Wölfe, die etwa Weidezäune überwunden haben, sollen entnommen werden können.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Wilhelm Grimm

Welcher Politiker spricht klares Deutsch ?????

Niemand !!!!! Sie sprechen vom Entnehmen und meinen Nehmen, für sich und ihre Luxustagungen, für "ihre" Mitarbeiter, denen sie einen tollen Job garantieren, für´s Entnehmen von Staatsknete für die Diskussion um das humane "Entnehmen". Unsere Gesellschaft setzt falsche Priritäten Deshalb werden sie abgewählt ! Und unsere Medien spielen leider mit und regen sich künstlich auf, wenn viele von Lügenpresse sprechen.

von Gerhard Steffek

Günstiger "Erhaltungszustand"?

Eine Population, die garantiert das die Art zumindest nicht in den nächsten 100 Jahren ausstirbt! Hallo, geht es noch? Was ist denn das für eine dämliche Definition? Und? Was macht man mit den Nutztierrassen die mittlerweile weniger Tiere hat als Wölfe bei uns rumlaufen, aber durch den in ihrem Bestand massiv gefährdet wären. Was ist wohl wichtiger? Der Wolf, oder das seltene Schaf? Ja, Ok, einen Grünen brauche ich hier nicht fragen, aber wie wäre es mal mit dem gesunden Menschenverstand? Wie man ja sieht, war der Wolf noch nie vom Aussterben bedroht. Aber wie man ja mittlerweile an dem Mufflonbestand in der Lausitz und in den Abruzzen sehen kann, ist der Wolf für deren Aussterben ohne weiteres gut zu haben. Auch wenn so ein schlauer Wolfsexperte meint der Wolf frißt sich nie sein Revier leer. Wo lebt der eigentlich? Der frißt sich sein Revier leer und wenn nichts mehr da ist wandert er ab - sofern er kann. Wenn nicht verhungert er, oder stirbt im Konkurrenzkampf - der liebe friedliche Wolf. Beim Fressen hört sich auch unter Wölfen die Freundschaft auf. Sollte der schlaue Wolfsexperte schon wissen. Unter gelebten Tierschutz verstehe ich was anderes. Alles andere ist romantischer, weltfremder Schwachsinn.

von Gerhard Steffek

Müssen "entnommen" werden können

Bin ja gespannt wann sie sich mal wieder trauen zu sagen was Sache ist - nämlich das so ein Wolf ganz einfach abgeschossen werden muß.

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