UN-FAO/Europa/China

Chinesischer Wageningen-Doktorand zum neuen Generaldirektor der FAO gewählt

Die Französin Catherine Geslain-Lanéelle unterliegt bei den Wahlen zum FAO-Generaldirektor dem Chinesen Qu Dongyu. Der siegreiche 56jährige Agrarexperte promovierte in Wageningen

Die ehemalige Leiterin der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist mit ihrer Kandidatur um den Posten als Generaldirektor der Lebensmittel- und Landwirtschaftsbehörde der Vereinten Nationen (FAO) unterlegen.

Die als gemeinsame Kandidatin der EU aufgestellte französische Agrarökonomin Catherine Geslain-Lanéelle unterlag am Sonntag bei der Wahl in Rom dem chinesischen Vize-Agrarmininster Qu Dongyu deutlich bereits im ersten Wahlgang.

Geslain-Lanéelle war die erste gemeinsame EU-Kandidatin für den FAO-Job

Qu Dongyu konnte sich bei der 41. Versammlung der FAO-Konferenz, die vom 22. bis 29. Juni in der italienischen Hauptstadt am Sitz der FAO stattfindet, bereits im ersten Wahlgang mit 108 von 191 abgegebenen Stimmen mit qualifizierter Mehrheit gegenüber allen anderen Bewerbern durchsetzen. Geslain-Lanéelle erhielt als Zweitplatzierte 71 Stimmen.

Der chinesische Agrarexperte wird damit der 9. FAO-Generaldirektor seit Gründung der mächtigen UN-Behörde für Lebensmittel und Landwirtschaft. Seine vierjährige Amtszeit beginnt am 1. August 2019 und geht bis zum 31. Juli 2023. Der Chinese folgt dem Brasilianer José Graziano da Silva.

Der 56jährige Qu Dongyu ist seit 30 Jahren in der Volksrepublik China in der Agrarwirtschaft auf verschiedenen Posten des Staates und in der nationalen Forschungsanstalt für Landwirtschaft tätig gewesen.

Der Vater einer Tochter promovierte an der renommierten Hochschule für Landwirtschaft im niederländischen Wageningen und hat Erfahrungen mit der europäischen Agrarszene während seines mehrjährigen Studienaufenthaltes gesammelt.

Nur ein Niederländer bisher als Europäer auf dem wichtigen UN-Posten in Rom

In der FAO-Geschichte wurde bisher ein einziges Mal mit dem Niederländer Addeke Hendrik Boerma von 1968-1975 ein europäischer Vertreter auf den weltweit einflussreichen Agrar-Posten gewählt.

Um das Mandat des Generaldirektors hatten sich neben der Französin Catherine Geslain-Lanéelle, der Kamerunese Médi Moungui, der Georgier Davit Kirvalidze und als siegreicher Kandidat der Chinese Qu Dongyu beworben.

Klöckner gratuliert und fordert deutsches FAO-Spitzenpersonal

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, die für Deutschland in Rom bei dieser Wahl ihre Stimme abgab, gratulierte am Sonntagnachmittag dem Sieger aus China.

Mit den Glückwünschen adressierte die Berliner Agrar-Ressortchefin die Erwartung, dass der neu gewählte chinesische FAO-Generaldirektor, “den Gedanken des Multilateralismus, der Zusammenarbeit auf Augenhöhe auch in seine neue Position trägt”.

Gleichzeitig forderte Klöckner eine Berücksichtigung Deutschlands in den FAO-Führungsgremien: “Als viertgrößter Geber der FAO wird sich Deutschland auch zukünftig inhaltlich prominent einbringen und wir legen Wert darauf, personell an der Spitze vertreten zu sein. Ich werde dazu dem neuen Generaldirektor Vorschläge machen“, kündigte Klöckner an.

Seit 2018 trägt Deutschland mit einem jährlichen Pflichtbeitrag in Höhe von etwa 26,2 Millionen Euro einen Anteil von 6,4 Prozent des regulären Budgets und ist damit nach den USA, Japan und China viertgrößter Geber, heißt es in der BMEL-Pressemitteilung erklärend dazu.

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Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

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