EUROPA/ EU-Eiweißstrategie/Copa Cogeca

Eiweiß-Hunger stärker aus eigener EU-Produktion stillen Premium

Copa Cogeca plädiert für Realismus beim EU-Eiweißplan. Wie kann es gelingen, die Eiweißversorgung der Landwirtschaft und Futtermittelindustrie unabhängiger von Importen aus Ländern mit niedrigen Umweltstandards zu machen? Die EU-Agrarminister begrüßten Anfang der Woche in Brüssel die von der EU-Kommission vorgelegte Eiweiß-Initiative.

Die von der EU-Kommission vorgelegte EU-Eiweißstrategie wurde beim EU-Agrarministerrat zu Beginn der Woche von allen EU-Staaten als Initiative begrüßt. Ziel ist es, die EU-Importabhängigkeit aus Ländern mit niedrigen Umweltstandards und Gen-Sojafutter zu reduzieren. Die Nachfrage nach pflanzlichen Proteinen als Tierfutter steigt in der EU nach Berechnungen der EU-Kommission weiter an. Eine größere Futtermittelautonomie der europäischen Viehzüchter zählt zu den Hauptzielen. Über den Weg dahin herrscht jedoch Unklarheit. Der Dachverband der europäischen Landwirte und Genossenschaften (Copa Cogeca) warnt vor einer falschen Euphorie und einer einseitigen Fokussierung auf Eiweißpflanzen zur Verbesserung der Protein-Selbstversorgung. Zur Thematik hat Copa Cogega in dieser Woche die Publikation "Getreide: eine wichtige Quelle pflanzlichen Proteins", (CER(18)4799 vorgelegt. 100prozentige Protein-Selbstversorgung ist illusorisch „Ein EU-Plan Pflanzliche Proteine sollte Voreingenommenheit und Political Correctness möglichst vermeiden“, plädiert Copa Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen im Gespräch mit top agrar für eine realistische Betrachtungsweise. Die wichtigsten Herausforderungen für die europäische Produktion pflanzlichen Proteins müsse sich an klaren Zielen wie Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und gesichertes Einkommen für die Landwirte orientieren. „Eine 100prozentige Selbstversorgung anzustreben ist völlig unrealistisch“, unterstrich Pesonen. Copa Cogeca vertrete die Position, dass die Gemeinsame ...

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Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Ausnahmen?

Die klassische Wirtschaftstheorie sagt, dass der Handel zwischen Ländern den Wohlstand beider Länder steigert. Das ist der Grund, warum man Handelsabkommen schliesst (Jefta etc.) und warum die Wirtschaftspolitik von Trump bei vielen europäischen Regierungen so auf Kritik stößt. Warum soll ausgerechnet diese klassische Wirtschaftstheorie in der Landwirtschaft nicht gelten, wenn sie sonst überall hoch gehalten wird!?

von Josef Doll

Erst wenn das WkT

fast verdorbene Lebensmittel in den Verkauf lässt und somit den Verbraucher und nicht den Verkäufer bei Rechtsstreitigkeiten wegen des Genusses von Verdorbenen Lebensmittel im Regen stehen lässt kann man die Hohen wegwerfraten gesenkt werden. Somit braucht man auch keine Mindesthaltbarkeitsdatum mehr auf der Packung was zum Wegwerfdatum geworden ist !!! Allerdings sind die wegwerf kriterien schon beim Handel zu suchen. Beispiel : Sind kleine, leicht faule, gar zu große (wenn`s viele gibt) Kartoffeln auf dem Acker zu lassen oder müssen Sie in den Handel ?? Ist der kleine Salatkopf jetzt dem Handel anzubieten werden ,weil er sonst als weggeworfen gilt ??

von Gerhard Lindner

Es werden alleine in Bayern 1.3 mio. Tonnen Nahrungsmittel jährlich weggeworfen und vernichtet. Wenn man dies nicht produzieren würde, bräuchte man es auch nicht importieren. Könnte auch den Preis regeln.

von Reinhard Matzat

N - Belastung durch Erbsen Soja und co.

Die Wichtigste frage ist wie bekommen wir die 200-300 kg N pro ha die nach der Ernte frei werden, so aufgefangen, das sie nicht ins Grundwasser verschwinden. Wieviel rechnet man beim W-Weizen danach an? 60-80kg? Und wo ist der Rest? Die neue DüVo, die sich schon ankündigt soll es mit der Gängelung der Tierhaltung richten? Dann lieber doch aus Brasilien USA und co. importieren, wo gleich hinterm Sojadrescher die Maisdrille kommt.....

von Bernhard ter Veen

Utopisch

bei dem hohen Flächenschwund (60ha täglich) überhaupt nur daran zu denken das die Eiweissquote im Geringsten haltbar wäre. hinzu kommen die stillzulegenden Hektare für unsinnige Agrarumweltmassnahmen. Von der andauernden Vergrünlandung ganz zu schweigen. Da sieht man mal was Zahlenverdrehen und Statistiken wälzen für Auswirkungen haben...

von Dirk Heinemann

Unter 30%

Die Eigene Eiweißfuttermittelproduktion betrug im letzten Jahr wohl unter 30 % .wenn Getreide oder andere Planzen durch Eiweißbetonte Pflanzen ersetzt wird muss das vorher aus dem Getreide produzierte Eiweiß abgezogen werden.durch die Düngeverordnung wird weniger N-dünger eingesetzt (ohne Stickstoff kein Eiweiß) es werden jeden Tag landw. Flächen bebaut. (Klimawandel etc.)Wie naiv muss man sein? So werden wir niemals auch nur annähernd 40 % erreichen.wir können froh sein wenn wir 30 % halten können

von Josef Doll

Die Arbeitsteilung

Man saät Weizen in der EU aus und erntet 8 To im Durchschnitt aber höchstens 3 to Soja oder sonstiges heimisches Erbsen oder Ackerbohnen Eiweiß . Bei 3 to (5 to Erbsen )je ha gibt das 1200 kg Eiweiß. 12 to Mais zu Alkohol oder Stärke gibt bei 9 % 1060 kg Eiweiß . Wäre da die Strategie aus der Stärke Alkohol oder Plasik zu machen ?? Was aber noch besser ist das Eiweiß kommt aus heimscher Produktion. Die Stärke umsonst !! Was aber noch besser finde die NGO`s und die Grünen können uns nicht mehr vorwerfen die Armen mit unseren Marktzerstörerischen Agrarexporten noch ärmer zu machen. Wir brauchen die Exporte nicht mehr !!!!

von Paul Siewecke

warum hat man denn...

vor Jahren die Förderung von Grobleguminosen eingestellt? Die Ackerbauern würden sehr gern Leguminosen in die Fruchtfolge aufnehmen. Es muss sich halt auch nur finanziell rechnen....

von Heinrich Roettger

Richtig Frau Klöckner!

Sehr geehrter Herr Pesonen :Wie soll der Eiweissgehalt von EU Getreide um 1% steigen,wenn die Düngegesetze der EU eine Bedarfsdeckung nicht mehr zulassen? Die Futtermittelindustrie will günstigste Agrarrohstoffe und ruiniert dabei die europäischen Landwirte . Getreide und Proteinpflanzen werden nicht umsonst eine Eckpreisfunktion für die Veredelungslandwirtschaft nachgesagt.Hier sind die Aussagen der Bundeslandwirtschaftsministerin eindeutiger.

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