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EU-Bank will Junglandwirten günstige Kredite geben

Selbständige Junglandwirte sind Seltenheit: Nur 5,8 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU werden von Bauern unter 35 Jahren geführt. Die Europäische Investitionsbank (EIB) und die EU-Kommission wollen mit einer neuen Förderlinie, Jungbauern unbürokratisch zu günstigen Krediten und Zugang zu Land verhelfen.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) will Europas Junglandwirten unter 41 Jahren Zugang zu Land und Krediten verschaffen. Mit EIB-Darlehen über 2 Milliarden Euro für Landwirtschaft und Bioökonomie sollen mindestens zehn Prozent dem Nachwuchs auf den europäischen Höfen für Landerwerb und zinsgünstige langlaufende Kredite zur Verfügung stehen. Dies kündigten EU-Agrarkommissar Phil Hogan und EIB-Vizepräsident Andrew McDowell am Montag in Brüssel an.

EIB räumt Nachwuchsgeneration fünf tilgungsfreie Jahre ein

„Junge Landwirte sind das Herz unseres neuen Durchführungmodells der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) 2020. Der Generationswechsel sowie die Unterstützung der jungen Bauern gehören zu meinen absoluten Prioritäten“, sagte Phil Hogan beim Finanz-Kompass Kongress „Preisvolatilität und Finanzierungsnöte von Junglandwirten Ernst nehmen“.

Banken und Leasingunternehmen in der EU stemmen ein EIB-Programmdarlehen der EIB von 700 Millionen Euro für kleine und mittlere Landwirtschaftsbetriebe. Mindestens zehn Prozent der Mittel sind für Landwirte unter 41 Jahren vorgesehen. „Die Junglandwirte profitieren von günstigen Konditionen wie etwa längeren Laufzeiten von bis zu 15 Jahren und tilgungsfreien Zeiten von bis zu fünf Jahren,“ erklärte EIB-Vizepräsident Andrew McDowell.

Der Agrarsektor sei das Rückgrat der EU-Wirtschaft. Er spielt eine Schlüsselrolle für gesunde Lebensmittel, aber auch für den Klimaschutz und den Erhalt der Umwelt. Mit dieser neuen Initiative nehme die EIB die Zukunft des Agrarsektors in den Blick.

Die EU-eigene Bank wolle Finanzierungslücken schließen, denn der Markt biete jungen Landwirten zu wenig Finanzierungen. Das Programmdarlehen wolle ebenso Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit im Agrarsektor stärken und Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen erhalten, so der EIB-Vizepräsident.

Die am Montag in Brüssel vorgestellte Finanzierungsfazilität stellt eine der größten EIB-Finanzierungsinitiativen für die Landwirtschaft dar. Ergänzt wird sie durch zwei Pilotdarlehen: ein Darlehen von 75 Millionen Euro ausschließlich für Junglandwirte und ein Darlehen von 200 Millionen Euro für Landwirtschaft und Klimaschutz.

Maes: "Hoffnung auf unbürokratische Zuteilung von Krediten"

Der 27jährige belgische Junglandwirt und Präsident des Europäischen Rats der Junglandwirte (CEJA), Jannes Maes, begrüßte die Initiative. Gleichzeitig rief er zu einer raschen Vereinbarung unter den EU-Mitgliedstaaten auf und sprach sich für eine unbürokratische Zuteilung der Kreditmittel an Junglandwirte aus.

Maes machte drei Haupthindernisse für die Zukunftssicherung aus: „Das Risikoprofil und Altersprofil sowie das Fehlen eines aus Bankensicht annehmbaren Finanzierungsplan - in Zeiten von hoher Volatilität an den Märkten - stellen die Haupthindernisse für die junge Landwirtegeneration dar“.

Pesonen: "Die Zukunft der jungen Landwirte durch Liquidität und Ausbildung stärken"

Copa Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen wies auf die Herausforderungen für die nächste Genartion der Junglandwirte hin: „Nur 5,8 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU werden von Bauern im Alter unter 35 Jahren gemanagt“.

Die Zukunft der Betriebe und Junglandwirte zu sichern, hänge von Finanzierung, Landzugang und Wissenserwerb ab. Daher sei mehr Unterstützung für junge Farmer unter dem GAP 2020-Regime unverzichtbar.

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Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

Seien wir doch ehrlich -

bei den ganzen Rahmenbedingungen, wieso soll ich da in eine unsichere Zukunft investieren?

von Hansjoerg Schick

Fragwürdig

Lange nicht tilgen, also investieren in Betriebszeige die in der Wirtschaft so nicht denkbar sind. Betriebsleiter brauchen keinen Invest um den Einstieg für den noch zu jungen Nachwuchs interessant zu halten? Weniger Bürokratie und mögliche Gewinne statt Schulden.

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