Gefahr der Antibiotikaresistenzen steigt weiter

Da weltweit der Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin und der Tierhaltung weiter zunimmt, steigt auch die Gefahr der Entstehung von Bakterien mit übertragbaren Resistenzen gegen diese Wirkstoffe, und zwar nicht nur in Krankenhäusern und Tierställen, sondern auch in der Umwelt.

Da weltweit der Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin und der Tierhaltung weiter zunimmt, steigt auch die Gefahr der Entstehung von Bakterien mit übertragbaren Resistenzen gegen diese Wirkstoffe, und zwar nicht nur in Krankenhäusern und Tierställen, sondern auch in der Umwelt.

Das ist auf der Tagung „The Environmental Dimension of Antibiotic Resistance“ deutlich geworden, auf der insgesamt 155 Wissenschaftler aus 30 Ländern aller Kontinente in Wernigerode ihre aktuellen Forschungsergebnisse vorstellten.

Eingeladen zu der Tagung hatte das Julius-Kühn-Institut (JKI) in Braunschweig. Nach Angaben des Instituts werden derzeit die Fähigkeiten von Bakteriengemeinschaften, sich an den Selektionsdruck durch Antibiotika anzupassen, intensiv erforscht.

So verfügten Bakterien über mobile genetische Elemente, mit denen sie Informationen untereinander austauschen könnten. Diese könnten nicht nur ein Gen tragen, das zum Beispiel die Resistenz gegen ein bestimmtes Antibiotikum vermittle, sondern auch gleichzeitig weitere Gene, die die Bakterien beispielsweise gegen andere Antibiotika, Desinfektionsmittel oder Metallverbindungen resistent machten. Dies führe zu Problemen, die als „Ko-Selektion“ bezeichnet würden, so das JKI.

Forschungen zeigten, dass Antibiotika, die vor allem in der Tierhaltung genutzt würden, bei Bakterien auch Resistenzen gegen andere Antibiotika „ko-selektieren“ könnten, die für die Humantherapie von Bedeutung seien.

Dem JKI zufolge wurde der Blick auch auf Kläranlagen und Güllelager gelenkt. Dort kämen hohe Bakterienkonzentrationen, ein breites Spektrum an Nährstoffen für Bakterien, verschiedene Antibiotika, aber auch Desinfektionsmittel oder Metallverbindungen zusammen. Auch dies begünstige genetische Veränderungen in den Mikroorganismen.

Viele der auf der Tagung präsentierten Daten weisen laut JKI darauf hin, dass es verschiedene Übertragungswege zwischen Landwirtschaft und Humanmedizin gibt. Trotz aller Fortschritte im Verständnis, warum sich Bakterien bei Selektionsdruck, zum Beispiel durch ein Antibiotikum, genetisch so schnell anpassen könnten, blieben doch noch viele Fragen offen. Vor allem müssten die biotischen und abiotischen Faktoren, die die Häufigkeit und Übertragbarkeit von Antibiotikaresistenzgenen beeinflussten, weiter erforscht werden.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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