Insektenschutz

Größere Anreize für Landwirte bei Naturschutzleistungen

Bei der Weiterentwicklung der europäischen Agrarpolitik sollen Landwirte größere Anreize erhalten, wenn sie „besondere Natur- und Artenschutzleistungen“ erbringen, beispielsweise über die Förderung von Blühstreifen, Ausgleichsflächen und Heckenpflanzungen.

Das ist das Ziel von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die dazu am Montag vergangener Woche (25.2.) das Papier „Insekten schützen, Artenvielfalt erhalten“ im CDU-Bundesvorstand eingereicht hat. Dem Vernehmen nach wurde das Papier, das AGRA-EUROPE vorliegt, an den neu zusammengestellten CDU-Bundesfachausschuss Umwelt und Landwirtschaft zur weiteren Beratung übermittelt. Dessen konstituierende Sitzung soll am 18. März stattfinden. Klöckner will das Potential der biologischen Vielfalt für die Verbesserung und Stabilität pflanzenbaulicher Produktionssysteme ausbauen und konsequent nutzen. Dafür soll die Biodiversität in der Gesamtfläche ausgebaut werden mit dem Ziel, vernetzte Lebensräume für Fauna und Flora herzustellen. Daneben sollen die Forschung an innovativen und bienenfreundlichen Pflanzenschutzmitteln verstärkt und diese auch zügig zugelassen werden. Bei der Weiterentwicklung des integrierten Pflanzenschutzes sollen nicht-chemische Verfahren forciert werden.

Das Papier sieht außerdem eine verlässliche und marktorientierte Förderung des Ökolandbaus vor. Auch am 20-Prozent-Ziel beim Ökolandbau wird festgehalten. Bei der Ausarbeitung der Ackerbaustrategie, die zusammen mit den Landwirten entstehen soll, ist eine Förderung von Methoden der Digitalisierung und Präzisionslandwirtschaft vorgesehen. Überdies sollen die Imker weiter unterstützt werden.

Insektenfreundlichere Hausgärten

Klöckner, die stellvertretende CDU-Vorsitzende ist, hebt in dem Papier außerdem hervor, dass der Insektenschutz nicht bei der Landwirtschaft aufhört. So müsse die Akzeptanz der modernen Landwirtschaft in der Bevölkerung „deutlich verbessert werden“. Wenn die Gesellschaft höhere Allgemeinwohlleistungen der Landwirtschaft einfordere, müsse sie erkennen, dass diese Leistungen zu höheren Produktionskosten führten, die getragen werden müssten. Ebenfalls gefordert seien der Naturschutz, die Kommunen, die Landkreise, die Wirtschaft und die Bürger. Beispielsweise müssten die abendliche und nächtliche Beleuchtung insektenfreundlicher gestaltet sowie Grünflächen und Gärten so angelegt und Naturschutzgebiete so gepflegt werden, dass Wildpflanzen, Insekten, Vögel und andere Arten dort einen guten Lebensraum fänden. In den Kommunen müsse die Bauplanung so ausgerichtet werden, dass die Flächenversiegelung weiter reduziert werde. Auch Hausgärten ließen sich insektenfreundlicher gestalten.

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Diskussionen zum Artikel

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von Martina Junker

Alles ganz sinnvoll!

Ich denke die meisten Landwirte würden eine Reihe der vorgeschlagenen Maßnahmen umsetzen , wenn man nicht das Gefühl hätte mit jeder Maßnahme eine neue Prüferstelle zu schaffen. Nicht das wir was zu verbergen hätten, doch jede Maßnahme lockt doch wieder immer neue Prüfer auf den Hof , welche einen von der Arbeit abhalten. Und nicht zu vergessen , die Flut von Schlagkarteien, die dann doppelt und dreifach extra geführt werden müssen. Nein danke , ich verzichte.

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