Grüne Agrarminister fordern mehr Bewegung bei der EU-Agrarpolitik

Die Länderagrarminister von den Grünen fordern von der Bundesregierung mehr Veränderungswillen bei der Reform der EU-Agrarpolitik. Sie wollen 70 Prozent der EU Agrarmittel in die Förderung von Umwelt- und Klimamaßnahmen durch Landwirte stecken. Dabei blicken sie auch schon über das Jahr 2027 hinaus.

Im Vorfeld der Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern, die von diesem Mittwoch bis Freitag in Landau in der Pfalz stattfindet, legen die Länderagrarminister der Grünen ein Forderungspapier zur EU-Agrarreform vor. „Die Ministerinnen und Minister der grünen Agrarressorts sind der Auffassung, dass der vorgelegte Vorschlag bezüglich einer nachhaltigen Fortentwicklung der GAP nicht ausreicht und fordern daher im Vorfeld der kommenden Agrarministerkonferenz (AMK) in Landau eine klarere Positionierung der Bundesregierung“, heißt es darin.

Konkret fordern sie einen festen Anteil am EU-Agrarbudget, der die Landwirte für ihre Leistugnen zur Biodiversität, zum Gewässerschutz, zum Klimawandel und zur Klimaanpassung sowie für den Umbau der Tierhaltung honoriert. „Mindestens 70 Prozent der Mittel der europäischen Agrarpolitik sollten mittel- bis langfristig dafür reserviert werden“, schreiben sie. Ein Weiter so führe zu weiteren sieben Jahren Stillstand bei der Lösung der Herausforderungen wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust, aber auch der fehlenden Risikovorsorge bei den landwirtschaftlichen Betrieben, befürchten sie. „Es braucht eine klare gemeinsame Zieldefinition von Bund und Ländern über die Agrarpolitik von morgen und übermorgen, denn es werden jetzt schon die Weichen gestellt für die übernächste GAP-Reform nach 2027“, heißt es in dem Papier weiter. „Wir brauchen dringend den politischen Einsatz für ein Modell der Agrarförderung, dass sich am Prinzip öffentliches Geld für öffentliche Leistung orientiert und das aktuelle Modell der zwei-Säulen auf den Prüfstand stellt“, fordern die Ministerinnen Prof. Dr. Claudia Dalbert (Sachsen-Anhalt) und Priska Hinz (Hessen) sowie die Senatoren Dr. Joachim Lohse (Bremen), Dr. Dirk Behrendt (Berlin) und Minister Jan Philipp Albrecht (Schleswig-Holstein).

Auf Einladung des rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsministers Dr. Volker Wissing, kommen die Agrarminister der Länder und des Bundes vom 10. bis 12. April in Landau zusammen. Themen der mehr als 40 Punkte umfassenden Tagesordnung sind unter anderem die Gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) nach 2020, Konsequenzen aus der Reform der Grundsteuer, die Digitalisierung der Landwirtschaft, die Düngeverordnung, Tiertransporte in Drittländer und der Klimaschutz.

Die Redaktion empfiehlt

Die Länderagrarminister haben für die Agrarministerkonferenz ein Maßnahmenbündel erarbeitet, wie die EU den Lebendviehtransport in Drittstaaten besser überwachen kann. Bundesagrarministerin ...

Die Düngeregeln der Nachbarn

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

Schreiben Sie Stefanie Awater-Esper eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Wilhelm Grimm

Öffentliches Geld für öffentliche Leistung ist voll okay !

Aber die Minister und Senatoren Dalbert, Hinz, Albrecht, Loose und Behrendt behaupten, dass die Erzeugung ausreichender und hochwertiger Nahrungsmittel keine öffentliche Leistung sei. Es fehlt den Ministern und Senatoren von heute eine ordentliche Ausbildung.

von Diedrich Stroman

Ģrüne Ideologie!

Gepaart mit Populistischen Rattenfänger Methoden am Ende steht dann sicher die Enteignung Landwirtschaftlicher Betriebe! So wie beim Wohnraum, wo man selber durch Auflagen und politische Ignorantz alles teurer gemacht hat und Millionen Menschen ins Land läst und sich wundert, das Wohnraum knapp und teuer wierd, von eigener Verantwortung nicht's zu spüren!!Alles nur um ihre satte eigene Klientel bei der Wahlurne zu halten!!Und die verwöhnten alt 68 er trommeln tüchtig mit und wohnen zum Teil in eigenen Luxuswohnungen! Nein, und diejenigen die 365 Tage ihrer Berufung der Landwirtschaft nachgehen und von diesen Politikern dazu verdammt wurden zu Weltmarktpreisen zu produzieren, und ohne den Bauern der ständig dem Druck des Preiskartells für unverschämt billige Lebensmittelpreise steht, und denen man damals die Ausgleichsgelder zu gestanden hat weil wir zu höheren Auflagen durch Gesetze die Landwirtschaft nicht mehr halten können.Gerade den bäuerlichen Familienbetrieben der Säule der Landwirtschaft will man durch Wahnhafte Bevormundung und Maßregelung den Garaus machen!!!!

von Wilhelm Grimm

Die Grünen fordern immer.

Das wird immer so weitergehen, in der Hoffnung auf einen Kompromiss, der die Forderungen der Grünen mindestens zu 70% erfüllt. Wenn sich diese Abstaubermethode für eine ineffektive Landwirtschaft durchsetzt, die von schlauen Sprüchen leben will, müssen wir Praktiker uns gegen unfähige Politiker wehren.

von Willy Toft

Bevor der Stiefel wirklich passt, haben wir schon eine andere Landwirtschaft!

Der Landwirt steht jeden Tag vor neuen Herausforderungen, und wenn er/sie sich nicht ständig anpasst, rationalisiert das jetzige System die Betriebe weg! Die Grünen vergessen bei ihrer Ziel- Definition leider immer wieder, dass die Betriebe, die vorgestellten Vorgaben auch wirtschaftlich überleben müssen!

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen