EUROPA/EU-Agriculture Outlook 2018 Conference

Hogan nimmt Landwirte in Sachen Umwelt in Schutz

Die Landwirte Europas sehen sich in der öffentlichen Diskussion um Umwelt- und Klimaschutz zunehmend in der Kritik. EU-Agrarkommissar Phil Hogan brach anläßlich der "Agriculture 2018 Outlook"-Konferenz in Brüssel am Donnerstag eine Lanze. Gerade die Bauern seien von Umwelt abhängig und bereit, ihren Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten

EU-Agrarkommissar Phil Hogan verteidigte Europas Landwirte gegen ungerechtfertige Kritik in der Umwelt- und Klimadiskussion (Bildquelle: TAF)

Die europäischen Landwirte verdienen eine stärkere öffentliche Unterstützung und Anerkennung für ihre Leistungen im Umweltschutz und den vor ihnen liegenden Aufgaben zur Bekämpfung des Klimawandels. Der jungen Landwirte-Generation komme angesichts von Digitalisierung und Präzisions-Landwirtschaft beim Schutz der Umwelt und Bewältigung des Klimawandels eine besondere Verantwortung zu. Dies unterstrich EU-Agrarkommissar Phil Hogan in seiner Eröffnungsrede bei der zweitägigen EU-Agrarwirtschaft Outlook 2018 Konferenz am Donnerstag in Brüssel

„Landwirte sind häufig Zielscheibe von unfairen Kommentaren, wenn es um das Thema Umwelt und Klimaschutz geht. Gerade die Bauern sind mehr als jeder andere auf gute Umweltbedingungen angewiesen, um das tun zu können was sie jeden Tag leisten“, sagte EU-Landwirtschaftskommissar Hogan bei seiner Eröffnungsansprache.

Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) 2020 trage dem Rechnung und enthalte gezielte Vorschläge, um die spezifischen Anforderungen höherer Umwelt- und Klimaschutzanforderungen zu bewältigen. „Das neue Delivery Model ist geeignet, eine grünere Architektur der GAP möglich zu machen“, unterstrich Hogan.

Um die gesteckten Ziele einer umweltvertäglichen Landwirtschaft zu erreichen, seien innovative Lösungen rund um die Digitalisierung der Agrarlandschaft in Europa von Nöten. “Ein Dollpunkt ist hier die flächendeckende Durchdringung einer schnellen Breitband-Infrastruktur der ländlichen Räume in der EU”, forderte EU-Agrarkommissar Hogan die Mitgliedstaaten auf, ihre Anstrengungen für eine Digitale Infrastruktur kraftvoll und zielstrebig voranzutreiben.

Wie die Agrar-Produktionslandschaft der Zukunft aussehen könnte mit Blick auf eine steigende Weltbevölkerung und höhere Umweltansprüche im Einklang mit den EU-Klimazielen von Paris, machte Jos Tuizendaal von der niederländischen Agrarforschungs-Universität Wageningen in seiner Präsentation deutlich.

Drohnen-gesteuerte Feld- und Fruchtüberwachung, automatisierte Berieselungsanlagen abhängig von klimatischen Bedingungen und sensor- bzw. GPS-gesteuerte Präzisionslandwirtschaft beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Düngung und elektronischer Überwachung des Maschinenparks in der Landwirtschaft.

Die Ökologisierung in der EU schreitet auch aufgrund betriebswirtschaftlicher Entscheidungen der europäischen Landwirte voran: Die Ausweitung der Ökolandwirtschafts-Flächen hat in den letzten fünf Jahren erheblich zugenommen. Zwischen 2012 und 2017 stiegen die Flächen der Öko-Landwirtschaft um 1,8 Millionen Hektar an.

Dies geht aus dem am Donnerstag in Brüssel vorgelegten Jahresbericht der EU-Agrarwirtschaft 2017 hervor. Dank der Greening-Maßnahmen in der laufenden GAP-Periode würden insgesamt 79 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen in der EU mit “umweltfreundlichen Praktiken” - von der EU-Kommission kofinanziert – derzeit bewirtschaftet.

Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

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