In 2013 werden die Weichen gestellt

Sind wir ehrlich, 2012 war ein gutes Jahr für die Bauern. Spitzenpreise für Getreide und Rindfleisch. In der zweiten Jahreshälfte ordentliche Schweine- und Ferkelerlöse, und selbst der Milchpreis hat im Herbst seine Delle überwunden. Auch für 2013 sind die Prognosen gut. Trotzdem blicken die deutschen Landwirte mit Spannung ins neue Jahr.

Sind wir ehrlich, 2012 war ein gutes Jahr für die Bauern. Spitzenpreise für Getreide und Rindfleisch. In der zweiten Jahreshälfte ordentliche Schweine- und Ferkelerlöse, und selbst der Milchpreis hat im Herbst seine Delle überwunden. Auch für 2013 sind die Prognosen gut. Trotzdem blicken die deutschen Landwirte mit Spannung ins neue Jahr. Es werden wichtige Weichen für die Zukunft gestellt – in Deutschland wie in Europa. Vier große Fragen warten auf Antworten:

Wie viel EU-Geld?

Gleich zu Jahresbeginn soll endlich der EU-Haushalt bis 2020 festgezurrt werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr britischer Amtskollege David Cameron wollen Brüssel deutlich weniger Geld zugestehen, als die EU-Kommission vorgeschlagen hat. Das würde auch für die Flächenprämien und die Förderprogramme der 2. Säule herbe Einschnitte bedeuten. Hier muss das bisher sehr landwirtschaftsfreundliche EU-Parlament auf der Hut sein und notfalls gegenhalten.

Wie viel Greening?

Erst wenn der Haushalt steht, kann die Agrarreform beschlossen werden. Am Greening der Direktzahlungen führt wohl kein Weg vorbei. Aber es muss praktikabel sein. Wichtig ist, dass keine zusätzlichen Flächen aus der Produktion fallen und die von den Landwirten über Schutzgebietsauflagen oder Agrarumweltmaßnahmen erbrachten Leistungen angerechnet werden.

Wie viel Tierwohl?

Auf nationaler Ebene hat die Bundesregierung 2012 mit der Novellierung des Baugesetzbuches, dem Tierschutz- und Tierarzneimittelgesetz usw. ein ganzes Feuerwerk von Gesetzesvorschlägen abgebrannt, die die intensive Tierhaltung gesellschaftsfähiger machen sollen.
 
Die Bundesländer stoßen ins gleiche Horn: Der niedersächsische Tierschutzplan und der geplante NRW-Erlass zur verpflichtenden Einführung von Abluftfiltern sind dafür Beispiele. Aber auch die Agrarbranche selbst diskutiert über eine branchenweite freiwillige Tierwohlstrategie.

Die Landwirte werden weiter hart für eine ausgewogene Balance zwischen den wirtschaftlichen Erfordernissen im internationalen Wettbewerb und einem Mehr an gesellschaftlicher Akzeptanz für die intensive Tierhaltung kämpfen müssen. Wenn das gelingt, hat die Veredlung in Deutschland auch weiterhin gute Perspektiven.

Wer wird Minister?

Entscheidend für die künftigen Rahmenbedingungen ist auch, wer demnächst an der Spitze des Bundeslandwirtschaftsministeriums steht. Es wird in jedem Fall einen Wechsel geben, egal wie die Bundestagswahl ausgeht. Ilse Aigner zieht es nach Bayern zurück. Gesucht wird eine Person, die nicht polarisiert, sondern die Interessen der Landwirte in Brüssel und Berlin hartnäckig vertritt, den Berufsstand bei notwendigen Veränderungen mitnimmt und bei den Verbrauchern mehr Verständnis für die heutige Landwirtschaft weckt. Das können nur die besten Köpfe. 2013 wird wichtig für die Bauern. Gehen wir es mit Mut und Zuversicht an. (ad)

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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