Kein Ende der Geflügelpest in Sicht

In Deutschland und in anderen Ländern breitet sich die Geflügelpest immer weiter aus. Am vergangenen Freitag gab das französische Landwirtschaftsministerium bekannt, dass erstmals in einer kommerziellen Geflügelhaltung im südwestlichen Département Tarn 2 000 Enten am hochpathogenen Virustyp H5N8 verendet seien.

In Deutschland und in anderen Ländern breitet sich die Geflügelpest immer weiter aus. Am vergangenen Freitag gab das französische Landwirtschaftsministerium bekannt, dass erstmals in einer kommerziellen Geflügelhaltung im südwestlichen Département Tarn 2 000 Enten am hochpathogenen Virustyp H5N8 verendet seien; der Gesamtbestand von 5 000 Tieren wurde umgehend gekeult.

In Japan, Südkorea, den Niederlanden und Schweden kam es kürzlich ebenfalls zu Ausbrüchen in Nutztierbeständen; viele Tiere mussten getötet werden. In Deutschland war in der vergangenen Woche das ansteckende Virus in einem Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 300 Hühnern, Enten und Gänsen in Neukloster im Landkreis Nordwestmecklenburg nachgewiesen worden. Damit sind in dem Bundesland mittlerweile zehn Nutztierbestände von der hochpathogenen aviären Influenza betroffen, zudem zwei Bestände von einer niedrigpathogenen Form des Virus.

Trotz der weiteren Verbreitung der Geflügelpest - immer wieder gab es im Bundesgebiet zuletzt bestätigte Fälle bei Wildvögeln und auch in Zoos - zog Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt am vergangenen Dienstag eine zufriedenstellende Bilanz der bisher ergriffenen Maßnahmen gegen die Einschleppung in die Geflügelbestände. „Wir haben die Lage administrativ und faktisch im Griff“, betonte der Minister vor Journalisten in Berlin. Gleichwohl gebe es keine Veranlassung zur Entwarnung.

Der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Prof. Thomas Mettenleiter sprach mit Blick auf die hochpathogene Variante vom Typ H5N8 von einer Wildvogelepidemie mit bislang nur vereinzelten Einträgen in Nutztierbestände. Die Lage schätzt der FLI-Präsident bislang aber als deutlich weniger dramatisch ein als beim letzten Seuchenzug im Jahr 2006.

"Im Moment deutet nichts darauf hin, dass sich die Epidemie abschwächt." In den vergangenen drei Wochen sei die Zahl der toten Vögel in etwa gleich hoch geblieben. Eine Prognose, wie es weitergehe, sei schwierig, doch müsse man sich wohl darauf einstellen, dass das Problem nicht so schnell vorbeigehe. Mettenleiter berichtete, dass bundesweit inzwischen bei etwa 450 verendeten Wildvögeln das hochansteckende Virus H5N8 nachgewiesen worden sei; lediglich die drei Bundesländer Thüringen, Saarland und Rheinland-Pfalz seien noch nicht betroffen. In Deutschland wurde bisher in 16 Geflügelhaltungen die Geflügelpest nachgewiesen, darunter zwei große Betriebe und zehn kleinere sowie vier Zoos.
 

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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