Düngeverordnung

Klöckner: „Schutz des Grundwassers geht uns alle an“

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat einen mit dem Bundesumweltministerium abgestimmten Maßnahmenkatalog entwickelt, mit dem die Nitratwerte im deutschen Grundwasser gesenkt werden sollen.

„Der Schutz unseres Grundwassers geht uns alle an. Auch die Landwirtschaft leistet ihren Beitrag dazu. Bereits mit der Änderung der Düngeverordnung im Jahr 2017 mussten Landwirte enorme Anstrengungen und Umstellungen im landwirtschaftlichen Alltag leisten, verbunden mit massiven Einschränkungen. Vieles davon hat die Europäische Kommission im Gespräch mit meinem Ministerium ausdrücklich anerkannt.", sagt Klöckner.

Klöckner habe der EU-Kommission eine Aufzeichnungspflicht über die aufgebrachten Düngermengen vorgeschlagen, um damit die Einhaltung des ermittelten Düngebedarfs der landwirtschaftlichen Kulturen besser zu kontrollieren. "Wir schlagen damit Maßnahmen vor, mit denen wir unser Grundwasser noch besser schützen.", so Klöckner.

Die Bundeslandwirtschaftsministerin betont, dass sie um die damit verbundenen Erschwernisse für die landwirtschaftlichen Betriebe weiß. Doch auch Dänemark, Frankreich und die Niederlande unterliegen den strengen Auflagen der Europäischen Kommission und stehen vor vergleichbaren Herausforderungen wie Deutschland.

Nährstoffvergleich sorgt für Diskussion

Die Düngeverordnung aus 2017 hatte viele der kritisierten Punkte bereits aufgenommen. Jedoch ging die Novellierung aus 2017, die bereits deutliche Verschärfungen zahlreicher Vorschriften zum Gewässerschutz beinhaltet und damit deutliche Anpassungen bei den landwirtschaftlichen Betrieben einfordert, der Europäischen Kommission nicht in allen Punkten weit genug. An Kritikpunkten übrig geblieben sind der Nährstoffvergleich mit dem – aus der Sicht der Europäischen Kommission – zu hohen zulässigen Kontrollwert von 60 kg Stickstoff pro Hektar und die zu geringe Stringenz der Maßnahmen in den mit Nitrat belasteten Gebieten. Der Nährstoffvergleich und der zulässige Kontrollwert sollen daher gestrichen und durch eine Aufzeichnungspflicht der tatsächlichen Düngung ersetzt werden. Der errechnete Düngebedarf darf mit den Düngungsmaßnahmen nicht überschritten werden.

Für die mit Nitrat belasteten Gebiete wurden der Europäischen Kommission zusätzliche Maßnahmen vorgeschlagen:

  • Verbot der Herbstdüngung im Spätsommer bei Winterraps, Wintergerste und Zwischenfrüchten ohne Futternutzung.
  • Der für jede Kultur nach strengen Vorgaben errechnete Düngebedarf wird pauschal um 20 % abgesenkt.
  • Die bisher nur im Betriebsdurchschnitt geltende Obergrenze von 170 kg Stickstoff pro Hektar für Gülle und andere Wirtschaftsdünger muss zukünftig schlagbezogen berechnet werden, d.h. für jedes Feld gilt dann die Obergrenze von 170 kg Stickstoff pro Hektar.
  • Wenn eine Sommerkultur, wie z.B. Mais oder Zuckerrüben, angebaut wird, die erst im Frühjahr ausgesät wird, muss im Herbst davor verpflichtend eine Zwischenfrucht angebaut werden, damit der Boden über Winter mit einer Pflanzendecke bedeckt ist.

Ein Brief zur Anpassung der Düngeverordnung von Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens finden Sie hier:

Artikel geschrieben von

Christina Lenfers

Redakteurin top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Hermann Reinmuth

Liebe Kollegen

die sollen uns als Beamte anstellen und nach 6Wochen in Pension mit 3000.--€ netto wie bei der Post,Bundeswehr,Bahn usw. und das Problem ist gelöst!!! Fressen sollen Sie Handy und Autoreifen, sind bestimmt auch Nahrhaft. Putin und Trump freuen sich Lebensmittel nach D liefern zu Preisen die keiner bezahlen kann und keiner fragt nach GVO und Glyphophat.

von Willy Toft

Die Düngung soll soweit zurückgefahren werden, bis Qualität und Ertrag so stark leidet, dass....

die Sinnhaftigkeit unseres ganzen Tuns in Frage gestellt wird. Dieser Hype auf die Düngeverordnung versteht die Bevölkerung nicht. Denen wird ständig suggeriert, dass ein Güllewagen, oder die Feldspritze nur Unheil über die Landschaft bringt. Was für eine Professionalität dahintersteckt wird nie öffentlich erklärt. So geraten wir mehr und mehr in die Defensive. Die Dokumentation und die professionelle Analyse jeder einzelnen Fläche, wird uns schon genug fordern, und das alles mit der Aussicht, dass die Verordnung noch verschärft wird! Geht`s noch? Grundwasserschutz ist wichtig, und jeder verantwortungsvolle Mensch geht mit den Nährstoffen, zur Pflanzenversorgung, ordentlich um, und gerade weil wir es gelernt haben!

von Wilhelm Grimm

Mit Nitrat belastete Gebiete ?

Damit meinen die wahrscheinlich die roten Gebiete. Das sind in Norddeutschland ca. 50%. Jetzt wird es mit der Wahrheit kompliziert, mindestens aber unehrlich. Hamburg fördert den Großteil seines hervorragenden Trinkwassers in der Nordheide in Niedersachsen, in einem roten Gebiet. Alles klar ?

von Albert Maier

Verzockt!

Da hat sich das Bundeslandwirtschaftsministerium zusammen mit dem DBV kräftig verzockt. Mit der neuen DÜV und ihrem flächendeckend einheitlichen Geltungsbereich hatte man gehofft, Problemstandorte, hauptsächlich in den Veredlungshochburgen schützen zu können. Dies hat sich nun als falsch herausgestellt, der Schaden für die gesammte Landwirtschaft ist maximiert. Die 85% der problemlosen Gebiete haben nun, völlig sinnfrei, eine bürokratisch ausgeartete DÜV übergestülpt bekommen und die Problemgebiete hat man nun trotzdem am Wickel. Richtiger wäre von Anfang an gewesen, auf Problemstandorten problemlösende Massnahmen zu ergreifen und dort wo alles gut war alles gut zu lassen!!

von Renke Renken

Sachverstand ist in D

nicht mehr gefragt, Ideologen, Unwissende, auf Wählerstimmen geifernde Politiker, der Mob auf der Straße und in den Städten, Naturschutzverbände und sogenannte Klimaschützer, die in der Landwirtschft einen Hauptverursacher sehen wollen für Feinstaub, Gewässerverunreinigung und CO² - Emissionen machen Politik, das kann alles zusammengenommen nur in die Hose gehen. Augenscheinlich muß irgendwann Hunger über unser Land kommen, damit irgendwann wieder zumindest 2 Generationen Landwirtschaft und Ernährungssicherheit zu schätzen wissen. Und diese Genöle wegen der unbestrittenen wie auch in allen anderen Wirtschaftsbereichen anfallenden Emissionen geht mir schon lange auf den Keks - soll doch jeder sein eigenes Schwein, seine eigene Kuh halte uns einen vernüntigen Gemüsegarten anlegen und in Handarbeit einen auf Selbstversorger machen, damit bekommen ewir bei gutem Willen binnen weniger Jahre die Emissionen ziemlich auf Null. Angenehmer Nebeneffekt: Die Menschen haben zu tun, und Reisen nicht mit Auto, Bahn, Schiff und Flugzeug durch die Welt - dann wäre dieses Emissionsproblem auch gleich gelöst. Also liebe deutsche Bevölkerung : Auf geht´s , ab in die Lehmhütte oder auf die Bäume, damit können wir die CO² Bilanz maßgeblich oiptimieren

von Karlheinz Gruber

Und was passiert,

wenn trotz aller Anstrengungen dann die Werte doch nicht mehr fallen? Wenn alle Maßnahmen eingehalten werden und die Werte sich auf einem (höheren) Niveau einpendeln? Wird dann die Düngung in der LDW komplett verboten mit einem Leguminosenanbauverbot? Trifft es dann auch den Ökolandbau? Brauchen wird dann Luftwäscher an den Feldern, um den Luftstickstoff zuvor schon abzufiltern? Und ab was für einen Wert wird dann auch einmal unter die Städte geschaut, was die an Eintrag ins Grund und Oberflächenwasser mit Klärschlamm leisten. Wäre gut für das BMEL wenn Sie jetzt schon die Strategien dafür offenlegen würden. Dann hätten wir auch Planungssicherheit..... (ab wann wir zusperren können)

von Gerd Uken

Da kommt dann ja noch was

Auf uns zu Phosphorreduzierung und Digitale Überwachung bei der Ausbringung! Die Niederländer sollen sogar noch der Gülle Wasser zu setzen. Wie weit wollen die denn die Schrauben noch anziehen? Klärschlamm muss getrocknet und verbrannt werden, der wird dann Indie Luft geblasen und uns verbietet man nachher noch den Diesel für unsere Schlepper...... Wie war das noch mit dem Ad Blue und dem Harnstoff?

von Klaus Schneider

Europa und Europäische Kommission

Unsere Britischen Freunde haben diese Quälgeister bald los. Das macht den, ansonsten wiedersinnigen, Brexit fast doch noch irgendwie charmant.

von Wilhelm Grimm

Was kommt als nächstes ?

Die nächste Sau wird doch bereits auf gehalftert.

von Rudolf Rößle

Ausbringung

von Gülle kann dann nur noch 2-3 Monate erfolgen. Wie soll das funktionieren?

von Wilhelm Grimm

Verpflichtung zu einer Zwischenfrucht vor einer Frühjahrseinsaat ?

Ohne Glyphosat ? BMEL und seine Lustspiele !

von Wilhelm Grimm

Na ja, Herr Aeikens,

der BUND und "The Friends of the Earth" bestimmen die Richtlinien der Agrarpolitik? Wenn deren Einfluss auf die Entwicklung unserer landwirtschaftlichen Produktionsverfahren grösser ist als die der Fachministerien, dann brauchen wir Sie und ihre Ministerin nicht mehr.

von Axel Boves

Axel

Wenn der Kontrollwert "abgeschafft" wird bzw. bedeutungslos ist, entfällt dann auch der Nährstoffvergleich samt Stoffstrombilanzierung?! Das wäre mal eine echt Entbürokratisierung!

von Josef Fischer

Der Titel des Ministeriums muss geändert werden

Ministerium gegen Landwirtschaft!

von Martin Burose

Flächenfraß stoppen

Ein Punkt in Bezug auf Grundwasserschutz wird nicht angesprochen bzw. noch gar nicht bedacht : Die Versiegelung von Flächen durch Straßen-, Wohnungs- und Gewerbebau. Grundwasser wird unter anderem durch das Versickern der Niederschläge gebildet. Wird auf bebauten Flächen das Niederschlagswasser allerdings abgeleitet gelangt es kurz oder lang in die Meere und ist für den Süßwasserkreislauf verloren. Das wäre für mich ein Grund mehr endlich den Flächenverbrauch zu stoppen. Wenn die Brunnen trocken fallen, weiß ich schon wem es in die Schuhe geschoben wird.

von Wilhelm Grimm

Dieses Ministerium ist so schwach,

das wir es ruhig auflösen können.

von Wilhelm Grimm

Schickt endlich alle Messwerte, die ihr habt, nach Brüssel und an mich.

Ich werde diese Werte und auch die Art und den Zeitpunkt der Untersuchungen auf ihre Sinnhaftigkeit und Vergleichbarkeit hin überprüfen lassen. Anscheinend zählen Werte wie Ehrlichkeit beim Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft nicht mehr.

von Wilhelm Grimm

Ich fühle mich hintergangen

Mit solchen Leuten will ich nichts zu tun haben.

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