Klöckner wirbt für Technologieoffenheit in der Landwirtschaft

Neue Pflanzensorten und Digitalisierung sind für Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner der Schlüssel, die Sicherung der Welternährung und der natürlichen Ressourcen zu vereinbaren. Dabei betont sie ihre Offenheit für neue Technologien. Bundesentwicklungsminister Müller ruft derweil erneut zur Zertifizierung von Sojaeinfuhren auf.

Ohne die Worte „neue Züchtungstechniken“, „CrisPRCas“ oder „neue Gentechnik“ direkt in den Mund zu nehmen, hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner für Technologieoffenheit in der Pflanzenzüchtung geworben. „Lasst uns offen diskutieren, welche neuen Pflanzensorten uns helfen können“, rief Klöckner am Dienstag in Berlin den Besucher der World Food Convention des Tagesspiegels zu. Das Potenzial „neuer Züchtungen“ dürfe nicht ausgeschlossen werden, so Klöckner weiter. Sie wolle als Landwirtschaftsministerin dafür werben, offen für neue Technologien in der Landwirtschaft zu sein. „Wir brauchen klimaresistente Pflanzen, damit wir eine Erntesicherheit haben“, so Klöckner weiter.

Klöckner schließt Pflanzenschutzmittel ein

Den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bezeichnete Klöckner dafür als unverzichtbar. „Wir werden Pflanzenschutzmittel brauchen, die Frage ist welche, wie viele und in welcher Anwendung“, sagte sie. Dass es im Pflanzenschutz auch Veränderungen geben müsse, darum machte Klöckner keinen Hehl. „Wie schaffen wir es, weniger Pflanzenschutzmittel einzusetzen, die Ernten zu sichern und Klimaschutz zu machen?“, fragte sie.

Neben der Technologieoffenheit sieht Klöckner die Digitalisierung als wichtigsten Schlüssel für die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung. Aus ihrer Sicht biete diese gerade kleineren Strukturen Chancen. „Die Digitalisierung spielt eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Hunger“, sagte Klöckner. Deutschland habe als westliche Industrienation die Verantwortung, sich um die Entwicklung von Technologien und deren Transfer zu kümmern.

Konsumverhalten entscheidet mit

Die Verbraucher will Klöckner ebenfalls in die Pflicht nehmen. „Auf Dauer wird nichts angeboten, was nicht gekauft wird“, sagte sie. Deshalb hätten es auch die Verbraucher mit ihrem Konsumverhalten mit in der Hand, Veränderungen zu provozieren, so Klöckner weiter.

Rund 821 Millionen Menschen litten weltweit an Hunger, zitierte Klöckner. Seit 2016 steige die Zahl der Hungernden sogar wieder an. „Das zeigt, dass wir dieses Thema immer wieder auf die Agenda setzen müssen“, beharrte sie. Der Agrarpolitik weist sie beim Kampf gegen den Hunger einen wichtigen Stellenwert zu. „Ein hungriger Magen findet keinen Frieden und deshalb ist Agrarpolitik auch Sicherheitspolitik“, sagte Klöckner.

Müller fordert erneut Zertifizierung von Soja

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller hatte zuvor die rund 700 anwesenden Gäste aus Politik, NGOs, Wirtschaft und Wissenschaft zum Handeln aufgerufen. „Wir haben kein Erkenntnisproblem, Beschreibungen der Probleme gibt es genug – jetzt ist es Zeit zu handeln“, sagte er. Angesichts des Klimawandels, zunehmend weniger Anbauflächen und Wasserengpässen werde zu wenig getan, so Müller weiter. Er forderte, dass die Abholzung der Regenwälder ein Ende haben müsse und die EU zukünftig nur noch zertifiziertes Soja importieren solle. Zugleich müsse die Ernährungssouveränität von Entwicklungsländern in den Blick genommen werden. Hierfür seien die Öffnung der europäischen Märkte, faire Lieferketten und ein nachhaltiger Konsum in den Industrieländern nötig, so Müller weiter.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Bernhard ter Veen

ich hör immer nur Digitalisierung

und Neuzüchtung... aber das macht keine teller voll und keine hungrigen münder satt. sondern nur die taschen derer konzerne die digitaltechnik und sattgutpatente generieren. das zeugs muss auch in die erde und gegerntet werden. sind doch kaum noch leute da die diese sprichwörtl. drecksarbeit machen wollen. und saatgut ist teuer und wird durch diese zuchtpatente noch viel teurer werden. wobei die altbewährten sorten regelmässig nach max. 30 jahren vom markt genommen werden...dem zuchtfortschritt geopfert. und ausserdem bringt digital nicht ein korn oder eine kartoffel in die erde...das muss schon der bauer machen. mit maschinen die auch ohne gross technikschnökes laufen. alles andere ist teurer LUXUS. wer den möchte muss das dann halt bezahlen. ändert aber nix an den altbewährten handarbeitsverfahren. wir werden alle noch in den genuss kommen zu erfahren was denn noch geht wenn einmal die energieversorgung zusammenbricht. auf den tag freu ich rückständiger techniklegasteniker mich schon...

von Rudolf Rößle

Krisen

und falsche Entscheidungen stürzen die Menschen in die Not. Es gibt funktionierende Anbausysteme in Entwicklungsländern. Ohne Ausbildung und festen Wohnsitz lässt sich das aber nicht verwirklichen. Mit unseren Anbaumethoden funktioniert Landwirtschaft in Afrika nicht. Dort muss wassersparend und mit Hitzeschutz Ackerbau betrieben werden. Regenwälder sollte wieder einen Neustart zugebilligt werden. Schon die Inkas schafften es gute humose Gärten anzulegen.

von Bernd Schmitz

Als Gentechnik gekennzeichnet

geht das doch heute schon mit den neuen Techniken wie „CrisPRCas“. Es ist nun einmal ein Verfahren mit Veränderung der DNA und das muss gekennzeichnet und kontrollierbar sein! Wo hat die Ministerin ein Problem? Nur das diese Technik kein Praktiker braucht, es dient wie die heutige Form der Digitalisierung bisher zur Einkommenssicherung der Konzerne. Daten und Patente sind bei Digitalisierung und Gentechnik die Absicherung von Gewinnen fernab der Höfe

von Gerhard Steffek

821 Millionen Menschen litten weltweit an Hunger!!

Warum stellt dann niemand die Frage: "Wieviel Mensch verträgt die Welt". __ Komisch, in der Natur wird das als natürlich angesehen, wenn einzelne Individuen vor Hunger sterben da die Population zu groß wird. Das nimmt ja sogar der Nabu bei seinen Naturschutzprojekten in Kauf. Da weiß es dann auch ein jeder, daß die Populationsdichte zu hoch ist. __ Beim Menschen ist es dann aber nicht nur der Hunger, sondern auch noch sein umweltschädliches Verhalten. Wobei das auch Tiere tun, betrachtet man nur den Auslauf in einem Hühnerhof, bei einer Rinder, oder Schweineherde. __ Ist der Lebensraum geplündert, dann regeln das die Tiere in Kämpfen um ihr Revier, bis hin zu Vertreibung oder Tod. Unter menschlichen Gesichtspunkten wäre das dann Krieg. __ Abgesehen von anderen Beweggründen wie eben auch Artenschutz oder -sterben, Klima- und Ressourcenschonung sollten unsere Verantwortlichen schon mehr Fokus legen auf das Bevölkerungswachstum. __ Das einzuschränken - und im Falle des Menschen Religion und Ideologien - ist ein Muß, da letztendlich das Hauptkriterium für ein friedliches Zusammenleben auf dieser Welt. __ Markt Twain drückte es mal so aus: "Großes fällt in sich selbst zusammen: Diese Beschränkung des Wachstums hat der göttliche Wille dem Erfolg auferlegt." Andersherum betrachtet bedeutet dies: "In der freiwilligen Selbstbeschränkung liegt der Erfolg!"

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