Kritik Feinstaub-Studie: Tod durch Atmen?

Die Studie des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz, wonach die Landwirtschaft maßgeblich für die Feinstaubbelastungen verantwortlich sein soll, ruft beim Bauernverband Schleswig Holstein Stirnrunzeln hervor. Sein Faktencheck zeigt ein völlig anderes Bild: Atmen muss jeder, essen muss jeder.

Die Studie des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz, wonach die Landwirtschaft maßgeblich für die Feinstaubbelastungen verantwortlich sein soll, ruft beim Bauernverband Schleswig Holstein Stirnrunzeln hervor. Sein Faktencheck zeigt ein völlig anderes Bild:


Atmen muss jeder, essen muss jeder. Nun soll beides zusammen richtig gefährlich sein. Weltweit sterben etwa 3,3 Millionen Menschen an Feinstäuben, heißt es in einer neuen Studie. Die meisten Menschen sterben in Asien, zumeist verursacht durch Emissionen durch die Verbrennung von Kohle oder Biomasse. Dies berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Nature".

Deutschland belegt den 12. Platz. In deutschen Ballungsgebieten ist der Straßenverkehr die dominierende Staubquelle, schreibt das Umweltbundesamt, nicht nur aus Motoren, sondern auch durch Bremsen- und Reifenabrieb sowie durch die Aufwirbelung des Staubes von der Straßenoberfläche. Jährlich 7000 Todesfälle durch Verkehrsabgase nimmt man an. Das ist doppelt so hoch wie die Zahl der Verkehrstoten in 2014
Neben dem primären Feinstaubemissionen aus Kraftfahrzeugen, Kraftwerken, Öfen und Heizungen gibt es sekundären Feinstaub, z. B. durch Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft.

In vielen europäischen Ländern seien 40 Prozent der Todesfälle darauf zurückzuführen, steht in Nature. Nun gibt es tatsächlich Fakten zur Feinstaubbildung in Deutschland. Und, oh Wunder, die Belastungen gehen seit Jahren zurück, vor allem sichtbar wird dies im deindustrialisierten Osten. Verursacher sind wohl eher die Menschen - oder deren Haustiere? Und die wirklich beruhigende Meldung: Region mit der relativ höchsten Belastung befinden sich weitab der konzentrierten Tierhaltung.


Das UBA: "Die Spitzenwerte der Feinstaubbelastung in der Außenluft treten an Orten auf, die entweder durch ein hohes Verkehrsaufkommen - insbesondere bei hoher Bebauung in so genannten Straßenschluchten - oder industriell geprägt sind. Dies ist vor allem in städtischen Ballungsräumen und am Rande von Industriegebieten der Fall. Niedrige Feinstaubwerte werden in ländlichen Räumen fernab von Emissionsquellen gemessen."


Nicht von ungefähr weist Michael Jerrett von der University of California in einem Kommentar in "Nature" auf widersprüchliche Effekte der Studie hin. "Es könnte sein, dass das Team um Lelieveld die Wirkung von Partikeln aus landwirtschaftlichen Quellen überschätzt." So wird es wohl sein. Die Alternative wäre auch zu schlecht: Der Verzicht aufs Essen und Atmen würde den Todeszeitpunkt doch unangenehm nahe rücken.

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Artikel geschrieben von

Christian Brüggemann

Redakteur Markt

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