Europawahl

Landvolk warnt Bauern vor EU-Verdrossenheit

Landwirte und Verbraucher profitierten gleichermaßen von den Beschlüssen auf EU-Ebene. „Kritik an Europa darf nicht in EU-Verdrossenheit münden“, warnt Schulte to Brinke.

In gut sechs Wochen sind die Bürger Europas zur neunten Direktwahl des Europäischen Parlamentes aufgerufen. Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke ermuntert alle, sich kritisch mit den Positionen der Kandidaten auseinanderzusetzen.

„Die Europäische Idee hat gerade uns Deutschen ein Leben in Frieden und Freiheit sowie eine stabile Wirtschaftsordnung gesichert“, stellt er die europäischen Werte heraus. Landwirte und Verbraucher profitierten gleichermaßen von den Beschlüssen auf EU-Ebene. „Kritik an Europa darf nicht in EU-Verdrossenheit münden“, warnt Schulte to Brinke.

In den verbleibenden gut sechs Wochen bis zur Europawahl am 26. Mai gebe es viele Gelegenheiten, sich mit den Positionen der Parteien und ihrer Kandidaten auseinanderzusetzen. Dazu zählen beispielsweise Wahlkampftermine mit der Möglichkeit zu direkten Nachfragen und die detaillierten Programme der Parteien zur Wahl. Menschen im ländlichen Raum würden die potenziellen Abgeordneten im neuen EU-Parlament in erster Linie an ihren Aussagen zu Agrar-, Wirtschafts-, Umwelt- oder Naturschutzpolitik messen.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat laut Schulte to Brinke bei einem Besuch in Hannover gerade für seine Vorschläge zur Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 (GAP) mit den Worten geworben: „Unser Vorschlag in ein landwirtefreundlicher Vorschlag. Alles ist darauf angelegt, die Landwirte zu unterstützen“. Der Strategieplan Hogans benötigt den vollen Rückhalt im neuen Parlament, dazu gehört auch ein ausreichendes Finanzbudget, das mindestens den Umfang der derzeitigen GAP-Mittel enthalten muss, erklärt der Bauernpräsident aus Niedersachsen.

Kernanliegen des Deutschen Bauernverbandes

Für die Legislaturperiode 2019 bis 2024 fordert der Deutsche Bauernverband einen starken und zukunftsorientierten EU-Finanzrahmen sowie ein mindestens stabiles Budget für die GAP, damit die Landwirtschaft den wachsenden Herausforderungen entgegentreten kann. Dazu gehört auch die Kompensation der finanziellen Folgen des Brexits, welche nicht der europäischen Agrarpolitik aufgebürdet werden dürfen. Gewässerschutz und Luftreinhaltung müssten für die Landwirtschaft praktikabel sein. Die Lasten innerhalb Europas müssten dabei ausgewogener zwischen den Mitgliedstaaten verteilt und diesen mehr Flexibilität bei der Erreichung der Ziele eingeräumt werden, heißt es in einem Forderungspapier des Verbandes.

Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU müssen aus DBV-Sicht – beispielsweise in der Tierhaltung - reduziert werden. Durch eine Weiterentwicklung der Lebensmittelkennzeichnung könne der EU-Binnenmarkt gestärkt werden. Der Bauernverband wünscht sie zudem, dass sich die zukünftige EU-Agrarpolitik wieder mehr an der landwirtschaftlichen Praxis orientiert, so dass neben den vielfältigen gesellschaftlichen Aufgaben weiterhin die Einkommen der Landwirte unterstützt werden. Auch eine ausgewogene Handelspolitik, welche die Chancen für europäische Erzeuger nutzt und sensible Märkte und Produkte schützt, sei wichtig. Internationale Handelsabkommen müssten europäische Standards zum Maßstab nehmen.

Der DBV fordert zudem ein Bekenntnis zu einer ressourcenschonenden und modernen Landwirtschaft, wozu der verantwortliche und nachhaltige Einsatz von Pflanzenschutzmitteln genauso gehört wie die Weiterentwicklung von Züchtungsmethoden und die bessere Nutzung von Potentialen, die sich aus der Digitalisierung ergeben. Beim Natur- und Artenschutz müsse der Kooperation mit der Landwirtschaft Vorrang vor dem Ordnungsrecht eingeräumt werden. Bei Arten, die durch erfolgreiche Naturschutzaktivitäten nicht mehr gefährdet sind, sollte der Schutzstatus überprüft werden.

Der DBV fordert, die Leistungen der Landwirte im Klimaschutz anzuerkennen und auch dem Sektor gutzuschreiben. Die deutschen Landwirte setzen sich mit der „Klimastrategie 2.0“ ambitionierte Ziele, um die Klimaschutzleistungen auszubauen und eigene Emissionen zu reduzieren.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

Die Kernanliegen des Bauernverbandes -

hätten sie sich sparen können. Denn wie das Ergebnis des Volksbegehrens in Bayern gezeigt hat, interessieren die Bauern anscheinend nicht mehr, so nach dem Motto: "wenn das Pferd tot geritten ist, dann wird es Zeit dieses zu wechseln". Betrachtet man dann noch die Arbeit von Hogan und Co. dann stellt sich schon die Frage wieso in aller Welt sollte man die etablierten Parteien wählen? Sie haben doch bisher nicht gerade mit ihrer Arbeit geglänzt. Auch wenn Hogan jetzt darum bettelt, für mich ist er keine Option.

von Rudolf Rößle

Deutschland

hat seinen Reichtum Europa zu verdanken. Sieht man die Vernetzungen im Handel und der Industrie, ist eine zollfreie EU Gold wert. Auch der Euro hat vieles einfacher gemacht. Airbus und Co wären ohne die EU nicht möglich. In der Landwirtschaft hat man es nicht geschafft die Bedingungen so zu schaffen, dass die Bauern nicht nur reine Rohstofflieferanten sind und so am Tropf der EU- Gelder hängen. Jetzt ist es Zeit die Leistungen für die Gesellschaft auch zu entlohnen. Mit der neuen GAP könnte es neue Aufgabenfelder geben, die einen angemessenen Stundenlohn garantieren könnten.

von Nic Schmaling

Bitte um Daumen nach unten

Ich fänds super wenn Großbritannien aus der EU fliegt..dort gibts viel zu viele Leute die ihre Probleme einzig und allein der (EU-) Politik in die Schuhe schieben. Hetzen und Schimpfen ist wirklich zum Trend unserer heutigen Gesellschaft geworden, vorallem in Zeiten der rechten Parteien, die damit rund um die Uhr auf Wählerfang sind. Wär schön zu sehen wie es in England nach dem austritt so richtig den Bach runtergeht. Tut es ja heute schon, wenn man sich ansieht wieviele Firmen schon von der Insel Flüchten Als Landwirt weiß ich selbst wieviel Arbeit und Ärger man mit Ämtern Auflagen und co. hat heutzutage. In der Deutschen Landwirtschaft wird sich "mal wieder" vieles ändern. Niemand wird die Landwirtschaft so weiterführen können wie es Vater und Großvater gemacht haben. Wer bereit ist zuzuhören und findig ist sich neue Standbeine aufzubauen, der wird auch Erfolg haben können. Alle anderen können jammernd mit dem Güllefass nach Brüssel fahren.

von Nic Schmaling

Bitte um Daumen nach unten

Ich fänds super wenn Großbritannien aus der EU fliegt..dort gibts viel zu viele Leute die ihre Probleme einzig und allein der (EU-) Politik in die Schuhe schieben. Hetzen und Schimpfen ist wirklich zum Trend unserer heutigen Gesellschaft geworden, vorallem in Zeiten der rechten Parteien, die damit rund um die Uhr auf Wählerfang sind. Wär schön zu sehen wie es in England nach dem austritt so richtig den Bach runtergeht. Tut es ja heute schon, wenn man sich ansieht wieviele Firmen schon von der Insel Flüchten Als Landwirt weiß ich selbst wieviel Arbeit und Ärger man mit Ämtern Auflagen und co. hat heutzutage. In der Deutschen Landwirtschaft wird sich "mal wieder" vieles ändern. Niemand wird die Landwirtschaft so weiterführen können wie es Vater und Großvater gemacht haben. Wer bereit ist zuzuhören und findig ist sich neue Standbeine aufzubauen, der wird auch Erfolg haben können. Alle anderen können jammernd mit dem Güllefass nach Brüssel fahren.

von Josef Doll

Vertrauen

Wo kann es eine große Zustimmung geben wenn uns von drei Seiten die Luft zum Atmen genommen wird?? Zum ersten die Umweltpolitik die ausufernden die Produktionskosten erhöht ohne das es dafür auch nur einen Hauch von Ausgleich von gesicherten Ausgleich ganz zu schweigen. Trotzdem werden die so besten Lebensmittel nicht als die besten Erzeugte dargestellt Nein es muss noch besser gehen!!! So von Politik, Markt, und Verbraucher in den Regen gestellt muss ich Sie fragen : Wie kann Nein muss hier eine Verdrossenheit entstehen??? Ob es zum Ziel führt Europafeindliche Parteien zu wählen wage ich zu bezweifeln!!

von Gerd Uken

Brüssel ist weit weg........

Und wenn man hier nicht weiterkommt dann schiebt man es auf die Politik oder die Kommission und begründet es damit dafür gab es keine Mehrheiten. Ähnelt ein wenig der Hase und Igeltaktik. Wahltag ist Zahltag wer gar Nichtverstehen hingeht kann sich aber auch nicht beschweren. Den Brexit braucht man nicht zum Wahlkampfthema machen-die Disqualifizieren sich ja selber. Welche Partei setzt sich denn für die EU überhaupt noch ein in UK um nach wenigen Monaten dann endgültig zu verschwinden.??

von Gerd Schuette

Das ist nicht nur EU-Verdrossenheit. Es handelt sich um Politikverdrossenheit. Die Gründe für diese Politikverdrossenheit sind auch nicht eingebildet, sondern sehr real. Die Regelwut und das "Schwarze Peter" schieben bei gleichzeitig bescheidenen Einkommen führen fast zwangsläufig zur EU bzw Politikverdrossenheit.

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