Lübben: „Meyers Junglandwirteförderung wirkungslos“

In Brüssel steht die Förderung von Junglandwirten ganz oben auf der Agenda. Wie das Landvolk berichtet, gehören die landwirtschaftlichen Unternehmer im Vergleich zu anderen Branchen EU-weit mit durchschnittlich über 50 Jahren zu den Ältesten.

In Brüssel steht die Förderung von Junglandwirten ganz oben auf der Agenda. Wie das Landvolk berichtet, gehören die landwirtschaftlichen Unternehmer im Vergleich zu anderen Branchen EU-weit mit durchschnittlich über 50 Jahren zu den Ältesten. Daher haben die EU-Politiker im Rahmen der sogenannten ELER-Nachfolgefonds für 2014 bis 2020 verschiedene Maßnahmen vorgesehen, um aus Mitteln der sogenannten Zweiten Säule insbesondere die Junglandwirte zu fördern.

Aktuell läuft die Umsetzung auf Landesebene. „Wenn Landwirtschaftsminister Christian Meyer die Aussagen im Koalitionsvertrag, insbesondere die Junglandwirte zu fördern, wirklich ernst meint, muss er jetzt die Existenzgründungsbeihilfe für Junglandwirte umsetzen“, sagt Hendrik Lübben, Vorsitzender des Junglandwirte-Ausschusses im Landvolk Niedersachsen.

Die Existenzgründungsbeihilfe für Junglandwirte aus dem ELER-Paket ist nach Überzeugung des Milchviehhalters aus der Wesermarsch die einzige Maßnahme, mit der die Landesregierung junge Unternehmer effektiv und wirkungsvoll unterstützen kann. Wichtig sei es, die Obergrenze von 70.000 Euro voll auszuschöpfen. Hendrik Lübben untermauert seine Forderung mit dem Hinweis, dass beispielsweise ein Arbeitsplatz in der Landwirtschaft rund 250.000 Euro kostet. Für das Land wäre die Förderung der Junglandwirte zudem besonders interessant, da der höhere EU-Zuschuss vom Landnur die bescheidene Gegenfinanzierung in Höhe von 20 Prozent vorsieht.

„Zu unserem Bedauern will Minister Meyer offenbar nur Maßnahmen umsetzen, die kaum Wirkung zeigen werden“, kritisiert Lübben. So ist im Rahmen der Ersten Säule ein Junglandwirte-Zuschlag auf die Betriebsprämien um bis zu 25 % geplant. Über fünf Jahre bekämen Jungunternehmer somit jährlich 4.500 Euro. „Das nehmen wir gerne mit“, sagt Hendrik Lübbben, fügt aber an: „Eine ernstzunehmende Unterstützung junger Unternehmer sieht anders aus.“
 
Neben den Betriebsprämien will Minister Meyer die Junglandwirte auch beim Agrarinvestitionsförderungsprogramm in der sogenannten Zweiten Säule begünstigen. Grundsätzlich befürworten die Junglandwirte dieses Vorhaben. Allerdings wird es in der Praxis ebenfalls kaum Wirkung zeigen. Die künftig sehr hohen baulichen Vorgaben beim Tierschutz erhöhen die Investitionskosten derart, dass Landwirte die AFP-Förderung nur noch in Ausnahmefällen beantragen werden. Ein Beispiel für die kostenträchtigen Auflagen sind befestigte Laufhöfe für Milchkühe. Zusätzlich müssen Milchviehhalter sehr großzügig bemessene Ställe vorweisen und ihren Kühen im Sommer Weidegang ermöglichen. (ad)

Umzingelt von Öko: Konventionelle Bauern leiden unter Käferinvasion

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

Schreiben Sie Alfons Deter eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen