bpt-Kongress

Moderner Hoftierarzt wird zunehmend zum „Gesundheitsmanager“

Die Gesundheitsvorsorge hat bei den Veterinären an Bedeutung zugenommen. Der moderne Hoftierarzt muss neben der Diagnostik und Behandlung von Einzeltieren mehr und mehr die Tätigkeiten eines „Gesundheitsmanagers“ im Betrieb übernehmen. Das sagte bpt-Geschäftsführer Heiko Färber auf der EuroTier.

Heiko Färber (Bildquelle: DLG)

Von den rund 11.800 praktizierenden Tierärzten in Deutschland arbeiten mehr als fünfeinhalbtausend in der tierärztlichen Versorgung der landwirtschaftlichen Nutztiere. Das stellte Heiko Färber, Geschäftsführer des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt), auf der EuroTier fest.

Wenngleich in der Öffentlichkeit der Fokus bei der Darstellung des Tierarztberufs vor allem auf der kurativen Versorgung des Einzeltieres liege, hätten sich die Anforderungen vor allem in der Nutztierpraxis deutlich verändert. Die Gesundheitsvorsorge hat seiner Meinung nach an Bedeutung zugenommen. Der moderne Hoftierarzt müsse neben der Diagnostik und Behandlung von Einzeltieren mehr und mehr die Tätigkeiten eines „Gesundheitsmanagers“ im Betrieb übernehmen, dessen Aufgabe in der Erhaltung und Verbesserung des Gesundheitsstatus durch eine planmäßige Bestandsbetreuung liegt.

„Der Landwirt erwartet von seinem Tierarzt neben medizinischem Fachwissen immer mehr Beratungskompetenz in Haltungs- und Fütterungsfragen. Das Zukunftsmodell der Nutztierpraxis ist die datenbankbasierte Bestandsbetreuung, die den Hoftierarzt aktiv in das Betriebsmanagement einbindet. Im Fokus stehen dabei sowohl das Tierwohl wie auch die Verbesserung des wirtschaftlichen Ergebnisses des landwirtschaftlichen Betriebs“, sagte Färber.

Der bpt begleite diese Entwicklung seit Jahren aktiv. Die von ihm gemeinsam mit Experten aus dem Rinder-, Schweine- und Geflügelbereich entwickelten Leitlinien für eine ordnungsgemäße tierärztliche Tätigkeit bei der Betreuung von Tierbeständen würden dabei dem Tierarzt Sicherheit geben, gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden. Sie seien ein Beispiel für den angewandten Tierschutz durch Tierärzte, denn ohne Tiergesundheit gibt es kein Tierwohl. Beides ist untrennbar miteinander verbunden, stellte der Geschäftsführer klar.

„Den komplexen Anforderungen bei der Betreuung von Tierbeständen muss sich nicht nur der spezialisierte Nutztierpraktiker, sondern in besonderer Weise auch der Gemischtpraktiker stellen. Mit ein Grund, weshalb der bpt-Kongress, der euroropaweit größte Fortbildungskongress für praktizierende Tierärzte, seit 2008 mit stetig wachsenden Teilnehmerzahlen parallel zur EuroTier stattfindet“, sagte er weiter.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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