Nimmt die EU-Feldvogelpopulation durch intensive Landwirtschaft ab?

Laut einer aktuellen Studie der Vogelschutzorganisation BirdLife Europe tragen die Naturschutzgesetze und Agrarumweltprogramme der EU zwar zum Erhalt vieler Vogelarten auf Feldern und Wiesen bei, werden dabei in ihrer Wirkung aber durch den zerstörerischen Einfluss der Intensivierung der Landwirtschaft beeinträchtigt.

Laut einer aktuellen Studie der Vogelschutzorganisation BirdLife Europe tragen die Naturschutzgesetze und Agrarumweltprogramme der EU zwar zum Erhalt vieler Vogelarten auf Feldern und Wiesen bei, werden dabei in ihrer Wirkung aber durch den zerstörerischen Einfluss der Intensivierung der Landwirtschaft beeinträchtigt.

Wie die Vogelschützer erklärten, kann die EU-Naturschutzpolitik den Rückgang der Feldvogelpopulation zwar bremsen, aber nicht umkehren. Um dies zu erreichen, müsse vielmehr die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) mit dem Fokus auf den Schutz der Biodiversität umgestaltet werden. In die Studie seien Daten zur EU-weiten Entwicklung von 39 Feldvogelarten im Zeitraum 1981 bis 2012 eingeflossen.

Der BirdLife-Regionalabteilungsleiter für Europa und Mittelasien, Ariel Brunner, sieht dadurch eine ältere Beurteilung der EU-Vogelschutz- und -Habitatrichtlinien bestätigt, die ein Forscherkonsortium im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführt und im März 2016 vorgelegt hatte. Deshalb forderte BirdLife die EU-Kommission dringend auf, die GAP mit Blick auf ihren Beitrag für die Umwelt auf den Prüfstand zu stellen. Bereits mehr als 100 Nicht-Regierungsorganisationen drängten auf einen entsprechenden „Fitness Check“.

Unterdessen kritisierte der Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), Olaf Tschimpke, mit Verweis auf die BirdLife-Studie, dass die EU mit ihrer „Agrarpolitik des immer mehr und immer größer“ die falschen Signale setze. Europa brauche dringend einen Richtungswechsel hin zu einer Agrarpolitik, die Naturschutzleistungen der Landwirte fördere und angemessen honoriere, so Tschimpke.

Auch in Deutschland sind laut NABU die negativen Auswirkungen der EU-Agrarpolitik seit Jahren auf den Feldern und Wiesen zu beobachten. „Im Vergleich zu 1990 haben wir etwa jede dritte Feldlerche, 75 % unserer Kiebitze und sogar 94 % unserer Rebhühner verloren“, beklagte NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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