PETA zeigt Landwirte systematisch bei Stallbrand an

Die selbsternannte Tierrechtorganisation PETA setzt Landwirten mit einer neuen Masche heftig zu. Medienwirksam werden neuerdings alle Tierhalter angezeigt, bei denen Tiere durch einen Stallbrand umgekommen sind. Zu dem persönlichen Unglück der Familien kommt damit noch eine Verunglimpfung durch die Tierschützer.

Die selbsternannte Tierrechtorganisation PETA setzt Landwirten mit einer neuen Masche heftig zu. Medienwirksam werden neuerdings alle Tierhalter angezeigt, bei denen Tiere durch einen Stallbrand umgekommen sind. Zu dem persönlichen Unglück der Familien kommt damit noch eine Verunglimpfung durch die Tierschützer und in deren Folge Kritik aus der Öffentlichkeit.

Aktuellster Fall ist ein Stallbrand in Altenberge nahe Münster, bei dem am 14. Dezember 60 Schweine verendet sind. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere 100 000 Euro. Der Stall war nicht mehr zu retten, allerdings konnte die Feuerwehr das direkt angrenzende Wohnhaus vor den Flammen schützen. Der Sohn der Familie, dessen Schlafzimmer im Stallgebäude mitabbrannte, entkam gerade noch rechtzeitig. Als Brandursache wird vom Sachverständigen ein technischer Defekt festgestellt, den Tierhalter treffe kein Verschulden.

Strafanzeigen mit System

Die betroffene Familie Lütke-Lengerich sieht sich nun mit einer Strafanzeige von PETA bei der Staatsanwaltschaft Münster konfrontiert. Erfahren hat sie davon nur über Dritte. Der Vorwurf: Der Brandschutz in den Tierställen sei nach heutigem Wissen und Stand der Technik völlig unzureichend gewesen. Häufig würden dabei nur technische Details wie beispielsweise ein möglicher Ausfall der Lüftungsanlagen bedacht. PETA bemängelt, dass in einigen Bundesländern eine Regelung in den Brandschutzgutachten fehlt, die die Rettung aller Tiere im Notfall beinhaltet.

Solche Anzeigen kennen Staatsanwaltschaft und Bauernverband allerdings schon. Laut dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband WLV haben sie bundesweit System. Damit die Medien jedoch diese Vorwürfe nicht unkritisch übernehmen, hatte der Verband am Montag dieser Woche zu einem Pressegespräch geladen. Dementsprechend kritisch fällt heute ein Zeitungsbericht in den Westfälischen Nachrichten aus, in dem das Gebahren der Tierhaltungsgegner beleuchtet wird.

Landwirt trifft keine Schuld!

„Die Stallungen kennen die Tierschützer nicht, die Anzeige ist Teil einer Kampagne, in der es darum geht, Kritik an den Produktionsmethoden in der Landwirtschaft zu üben“, schreibt die WN. Rückendeckung erhält die Familie vom WLV:  „Das können wir so nicht stehen lassen. Wir Landwirte tun alles, damit Menschen und unsere Tiere in so einem Fall gerettet werden. Für die Familie ist so ein Feuer eine absolute Ausnahmesituation“, sagt der stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende Albert Kohlmann. Zudem habe der Landwirt nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte überhaupt keine Möglichkeit, etwas zu tun. Das Sagen habe dann der Einsatzleiter der Feuerwehr. Und überhaupt: Alle brandschutzrechtlichen Vorgaben seien erfüllt gewesen. Derzeit deute alles auf einen technischen Defekt bei der Heizungsanlage hin.

Der WLV vertritt den Tierhalter nun rechtlich. In Münster ist man sich im Klaren, dass die Anzeige System hat. Sieben ähnliche gab es allein in den letzten Wochen in Deutschland. PETA rate den Verbrauchern dabei jedes Mal, auf ihr eigenes Veganer-Programm umzusteigen; PR auf dem Rücken der Bauern. „Das ist schon eine Frechheit!“, schimpft Marcus Holtkötter vom landwirtschaftlichen Ortsverein.

Kommentar: Ins Aus gestellt

In einem Kommentar verurteilen die Westfälischen Nachrichten die Anzeige deutlich: „Das ist schon schäbig: Kurz vor Weihnachten brennt es auf dem Hof, der Sohn hat viel Glück, rechtzeitig aus seinem an den Stall angrenzenden Schlafzimmer gekommen zu sein und die selbsternannte Tierrechtorganisation PETA stellt Anzeige wegen unzureichenden Brandschutzes. Ohne den Hof, geschweige denn die Stallungen jemals gesehen zu haben. Sie missbraucht das Leid der Familie um kurz vor Weihnachten noch einmal auf ihre Ziele aufmerksam zu machen und vielleicht noch den einen oder anderen Spendenaufruf abzugreifen.

Wer sich angeblich so für das Wohl von Tieren einsetzt, dem scheint das Wohl der betroffenen Menschen egal zu sein. Anders ist ein so verantwortungsloses Handeln nicht zu begründen. (…) Die Organisation stellt sich mit ihren fanatischen Ansichten ins Aus. Jeder Cent, der in ihre Kassen fließt, ist einer zu viel.“

Case IH muss Namen vom neuen Versum ändern

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

Schreiben Sie Alfons Deter eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen