Erntehelfer

Saisonarbeitskräfte: Gespräche mit Nicht-EU-Staaten finden statt

Bauern fordern den Abschluss bilateraler Vereinbarungen mit Nicht-EU-Ländern wie der Ukraine, um auch von dort Saisonarbeiter einsetzen zu dürfen.

Derzeit ist es grundsätzlich nicht möglich, Saisonarbeitskräfte aus Nicht-EU-Ländern in Deutschland zu beschäftigen. Aufgrund der sinkenden Anzahl der für Saisontätigkeiten in Landwirtschaft und Weinbau zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte wird jedoch immer wieder und mittlerweile verstärkt die Forderung gestellt, dass der deutsche Arbeitsmarkt für Saisonarbeitskräfte aus Nicht-EU-Ländern, zum Beispiel aus der Ukraine, geöffnet werden solle, berichtet der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau.

Hierzu müsste eine bilaterale Vereinbarung mit den entsprechenden Staaten mit Deutschland abgeschlossen werden. Momentan finden laut der Bundesagentur für Arbeit Gespräche mit der Ukraine, Serbien, Moldawien, Albanien und Mazedonien statt. Mit diesen Ländern sollen ggf. solche bilateralen Vereinbarungen geschlossen werden. Mit Weißrussland finden nach dem Kenntnisstand des Landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbandes Rheinland-Nassau keine Gespräche statt.

Die Bundesagentur für Arbeit hat mit dem Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V. und dem Landwirtschaftlichen Arbeitgeberverband Rheinland-Nassau Kontakt aufgenommen, um zu ermitteln, wie hoch der Bedarf an Saisonarbeitskräften aus Nicht-EU-Ländern in der Landwirtschaft und im Weinbau ist.

Der Arbeitgeberverband bittet die landwirtschaftlichen und weinbaulichen Arbeitgeberbetriebe deshalb um Rückmeldung, wie viele ausländische Saisonarbeitskräfte derzeit bei ihnen beschäftigt sind. Des Weiteren bittet der Verband um Mitteilung über die Zukunftsplanung der jeweiligen Betriebe bezüglich der Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte.

Außerdem wären Rückmeldungen wichtig, ob Interesse an der Beschäftigung von ausländischen Saisonarbeitern aus Drittstaaten besteht und, sofern dies der Fall ist, wie hoch der Bedarf an ausländischen Saisonarbeitskräften aus Drittstaaten in den jeweiligen Betrieben ist und wie dieser Bedarf sich voraussichtlich entwickeln wird.

Die Rückmeldung kann per Mail an wolbeck@bwv-net.de oder telefonisch an 0261 9885 1321 erfolgen. Der Landwirtschaftliche Arbeitgeberverband möchte der Bundesagentur für Arbeit eine fundierte Rückantwort geben. Die Rückmeldung sollte bis zum 15.05.2019 eingegangen sein. Die Rückantwort an die Bundesagentur für Arbeit eilt, da das Verfahren mit den Nicht-EU-Ländern zeitnah in Gang gesetzt werden soll.

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Alfons Deter

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Diskussionen zum Artikel

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von Wolfgang Schuchard

@Herr Nagel

Natürlich bräuchte ich bessere Preise. Da widerspreche ich Ihnen gar nicht. Leider kriege ich die aber nicht, weil unser Weinbau mit dem Weinbau in allen deutschen Weinbauregionen und vor Allem auch mit vielen anderen Weinbauregionen der Welt im Wettbewerb steht. Und da sind halt die Anbaubedingungen auch viel zu unterschiedlich. In der Pfalz sind unsere Ertragsobergrenzen schon "ertragsreduziert" und Wein-"Berge" habe ich bei unserer Exkursion im letzten Jahr dort gar nicht gesehen.

von Stefan Lehr

Wollen und nicht koennen

Es gibt viele Migranten in D die gerne arbeiten wollen, aber nicht duerfen, da ihr Asylverfahren nicht abgeschlossen ist. Andererseits bekommt man fuer den deutschen Mindestlohn nur noch begrenzt Mitarbeiter aus Polen und Rumaenien, da diese mittlerweile in anderen EU-Laendern wie Italien, Spanien und Irland deutlich besser wegkommen. In der Ukraine gibt es auch eine Mindestlohnregelung, ebenso in vielen Ost-EU-Laendern. Das wird auch manchmal uebersehen. Es gaebe ja auch noch die Heerschar der Hartz-IVer, aber die haben leider alle einen Bandscheibenschaden oder dergleichen. Das Mitarbeiterproblem wird sich dank deutschem Amtsschimmel fuer die diesjaehrige Saison sicherlich nicht mit Personal aus anderen Laendern ausserhalb der EU loesen lassen. Zu den Kommentaren bezueglich Lohnkosten und Pachtpreise: Wer eingesparte Lohnkosten in eine Pachtpreisspirale verpulvern kann, der verdient noch zuviel Geld, oder er ist schon so in der Umweltklemme, dass das Ende naht.

von Heiner Husmann

Herr Nagl

wenn er gespartes Geld, wo auch immer er dies auch gemacht haben soll, im Pachtmarkt einsetzt, macht dieser Betrieb etwas falsch und es sind andere Gründe, die ihn zwingen, Mitbewerber über den Preis auszustechen. Wie zum Beispiel eine zu hohe Viehdichte. Es geht in erster Linie um die Verfügbarkeit von genügend motivierten Erntehelfern. Diese gibt es in D schlichtweg nicht und auch in PL und anderen Ländern wird es zunehmend schwieriger. Und es gilt ein Mindestlohn von 9,19, demnächst 9,35 EURO.

von Bernd Müller

Genau Herr Nagl

Dann machen Sie das doch auch....

von Hans Nagl

Nochmal

Nochmal anders erklärt wenn mein Nachbar für 9.17 € einen Ukrainer bekommt statt für 12 € einen Polen oder 15€ für einen Deutschen, kann er das gesparte Geld auf den Pachtmarkt einsetzen

von Dr. Willi Billau

Wir haben Mindestlohn, Herr Nagel

gerade deswegen brauchen wir höhere Preise, damit wir unsere Leute anständig entlohnen können und damit auch noch etwas für die Bauernfamilie bleibt. In Polen und Rumänien hat sich - EU sei Dank - auch ein wachsender Wohlstand eingestellt. Eine urbane Bevölkerung tut sich gewöhnlich mit Erntearbeiten oder landwirtschaftlichen Arbeiten schwerer. Je mehr ein Volk verwöhnt ist, desto geringer ist die Bereitschaft in der LW zu arbeiten. Deshalb versuchen wir vom Bauernverband nicht nur für unsere Mitglieder mit ländlich geprägten Staaten bilaterale Abkommen zum deutschen Mindestlohn auszuhandeln. Herr Nagel trifft nicht immer auf den Kopf!

von Bernd Müller

Nein Herr Nagl

Das ist Marktwirtschaft! Jeder muss sehen, dass er seine Kosten minimiert und unternehmerisch darauf reagieren. Egal wie hoch oder niedrig das Preisniveau ist!!

von Hans Nagl

Leider

Leider ist es so einfach wenn ein Milchviehbetrieb in der Nachbarschaft, billige Arbeiter zum Mindestlohn bekommt, zieht es meine Entlohnung auch nach unten.

von Bernd Müller

Herr Nagl und alle Disliker meines Kommentars:

Sie haben anscheinend keine Ahnung, was im Bereich Sonderkulturen, Gastronomie und Hotellerie, Ferienwohnung los ist! Der limitierende Faktor sind hier mittlerweile nicht Preise sondern die Arbeitskräfte. Mal wirklich mit beschäftigen!!!

von Gerhard Steffek

Wieso -

Arbeitskräfte aus "Nicht-EU-Staaten"? Wir haben doch mittlerweile Millionen von Fachkräften, die Arbeit suchen, in unser Land gelassen. Warum läßt man diese nicht ran? Dazu bräuchte es keine langwierigen bilateralen Gespräche, damit die, die arbeiten wollen es auch könnten. Oder wollen die vielleicht gar nicht? Ach ja, das sind ja "Fachkräfte", die sind überqualifiziert.

von Heiner Husmann

Herr Nagl,

macht es sich oft sehr einfach. Insbesondere, wenn er selbst nicht betroffen ist. Und so nebenbei bemerkt: wir haben die "tolle" Errungenschaft des Mindestlohns. Dieser wird in der LW in den meisten Fällen netto gezahlt. Dies wird auch vom Zoll so bestätigt, denn die meisten schwarzen Schafe werden in anderen Branchen gesucht.

von Bernd Müller

Herr Nagl,

falls Sie es noch nicht bemerkt haben: Wir haben Vollbeschäftigung...

von Hans Nagl

Nein

Nein wir brauchen keine noch billigere Kräfte, sondern bessere Preise. Das zieht auch wieder die Wettbewerbsfähigkeit der Familienbetriebe nach unten. Und dann steht Morgen der Bauernverband wieder vorm ALDI und Demonstriert gegen Tiefpreise.

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