Münster

So geht demonstrieren! Premium

top agrar-Chefredakteur Dr. Ludger Schulze Pals lobt den Ablauf der Großkundgebung am Donnerstag in Münster. Der Ton war sachlich und fair.

Ein Kommentar von top agrar-Chefredakteur Dr. Ludger Schulze Pals

Respekt! Die von vielen mit Spannung erwartete Kundgebung in Münster mit rund 6.000 Landwirtinnen und Landwirten aus vielen Teilen Deutschlands gegen die von Brüssel geforderte Nachbesserung der Düngeverordnung ist gelungen.

Politiker und Bauernvertreter sind in der Sache deutlich, im Ton aber jederzeit fair miteinander umgegangen. Man hat zugehört und sich ausreden lassen. So geht demonstrieren, mag man denjenigen zurufen, die insgeheim mit mehr lautstarkem Protest geliebäugelt hatten. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner brachte es zu Beginn ihrer Rede auf den Punkt. „Wir haben in den vergangenen Jahren die Fähigkeit zum Kompromiss verloren. Das ist aber das Wesen und die Stärke unserer Demokratie.“ Genauso ist es. Wer einseitig seine Interessen durchsetzen will, der schafft keine tragfähigen Kompromisse und schon gar keine langfristige Akzeptanz.

Was sind jetzt die wichtigsten Ergebnisse?

  1. Die große Präsenz der Bäuerinnen und Bauern hat der Politik und der Öffentlichkeit deutlich vor Augen geführt, wie groß die wirtschaftlichen Sorgen des Berufsstands um die Zukunft sind. Insbesondere die Rede von Bettina Hueske, einer jungen Milchviehhalterin aus dem Kreis Borken im ...

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Die Düngeregeln der Nachbarn

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Artikel geschrieben von

Dr. Ludger Schulze Pals

Chefredakteur top agrar

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Diskussionen zum Artikel

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von Wilhelm Grimm

Landwirtschaftsministerin Heinen-Esser muss schnell in die Hufe kommen,

denn Herr Schulze Grotthoff beschreibt in seinem Beispiel die unglaublich verlogene Vorgehensweise der Umweltministerien und der Wasserwerke im Kampf gegen unseren Berufsstand. Unglaublich, dass uns ständig vorgeworfen wird, nicht kompromissfähig zu sein. Mit Lügnern macht man keine Kompromisse.

von Gerd Schuette

Eine schöne Veranstaltung...

... was wurde erreicht? Also inhaltlich, greifbar?

von Anton Schulze Grotthoff

Demonstration in Münster zu spät!!

Wenn die Stellungnahme der Bundesregierung zur Nachbesserung der Düngeverordnung bis zum 01.04.2019 in Brüssel vorliegen musste, dann war die Demonstration in Münster zu spät! Wir leben im nördlichen Bereich des Grundwasserkörpers 3.05 mit einer Gesamtgröße von ca. 500km² bzw. 50.000 ha, der in rot ausgewiesen ist. In diesem Gebiet werden pro Jahr über 5 Millionen cbm Grundwasser in hervorragender Qualität gefördert, unter 5 mg/ltr. Nitrat. Dieser Wert wird von den Gewerblichen Wasserförderern so veröffentlicht. Das Grundwasser welches wir selber fördern liegt auch unter 5mg/ltr. Nitrat. Da die Bewertung dieses Grundwasserkörpers 3.05 nach dem Worst Case Prinzip erfolgt ist, ergibt, dass nur ein Brunnen mit einem Nitratgehalt über 50 mg/ltr. diesen Grundwasserkörper 3.05 ca. 50.000 ha auf rot stellt. Hier sind schnellstmöglich Korrekturen vorzunehmen. Diese Tatsachen sind nicht erst seit heute bekannt. Nur die belasteten Messstellen wurde von der rot/grünen Landesregierung nach Brüssel gemeldet. Ist die Berufsständische Vertretung jetzt aus Ihrem Winterschlaf aufgewacht? Es betrifft nicht mehr nur die Landwirte in den Wasserschutzgebieten die schon seit Jahren höhere Anforderungen erfüllen müssen. Wir sind seit über 25 Jahren Mitglied in einer Wasserkooperation Wasserwirtschaft-Landwirtschaft, aber bei einer Qualitativen Wasserförderung von über 5 Millionen cbm/Jahr im oben benannten Bereich, ist es kein sinnvoller Baustein wenn der benannte Grundwasserkörper 3.05 mit einer belasteten Messstelle auf Rot gestellt wird. Das schafft kein Vertrauen sondern Verärgerung. Sauberes Wasser ist uns wichtig, aber Kompromissbereitschaft sollte nicht mit Anbiedern verwechselt werden.

von Hans Wolf

So geht demonstrieren,

aber weder der Tagesschau noch den größeren Lokalzeitungen ist es eine Notiz wert, über die 6000 demonstrierenden Bürger aus vielen Bundesländern zu berichten!

von Wilhelm Grimm

Herr Dr. Schulze Pals liegt in seiner Einschätzung daneben.

Positiv zu bewerten ist der friedliche Verlauf dieser Massenveranstaltung und die Zusage der Landwirtschaftsministerin Heinen-Esser, alle Messstellen in Nordrhein -Westfalen überprüfen zu lassen. Wenn das zeitnah und mit ehrenwerten und glaubwürdigen Leuten gemacht wird -da habe ich auch noch Zweifel-sehr gut ! Nun fehlt aber noch ein Bekenntnis von Ministerin Klöckner in gleicher Weise. Eine Forderung, die dem Bauernverband an diesem Tag nicht über die Lippen-habe ich was überhört- gekommen ist. Wir seien nicht kompromissfähig, meint die Ministerin, eine unwahre Unterstellung. Sollen wir denn Kompromisse mit dem nebulösen Zahlenwerk des Bundesumweltministeriums machen. Für wie doof hält uns denn Frau Klöckner. Aber Herr Dr,Schulze-Pals kann das mit seinen Möglichkeiten richtig stellen. Wenn hier jemand kompromissfähig werden muss, ist es nach meinem Kenntnisstand Ministerin Klöckner selbst.

von Rudolf Rößle

Die große Frage

ist doch die Preisentwicklung unserer Produkte, damit die zusätzlichen Kosten auch gut geschultert werden können . Neu und Umbauten in der Tierhaltung und die neuen JGS Auflagen gehen richtig ins Eingemachte. Nur Betriebe die in den nächsten Jahrzehnten noch produzieren, werden diese Baumaßnahmen durchführen. Für die anderen Betriebe bedeutet es ein vorzeitiger Ausstieg aus der Produktion und keine landwirtschaftliche Tätigkeit mehr bis zum Rentenalter.

von Rainer Hoffmann

Schwarze Schafe!

Die eigentlichen schwarzen Schafe sitzen oben in Politik u Verwaltung samt DBV Führung ,der nämlich längst Anwaltlich hätte vorgehen müssen bei so offensichtlichen Fehlern im Messstellen Netz u dem ausblenden der anderen Verursacher (Verkehr, Reifen/Strassenabrieb,Skipissten/Ahl, Ad blue usw). Aber wenn es um umsatzeinbussen für Landhandel ,Futtermittelindustrie u Schlachtbranche geht steht der DBV immer ganz vorne dabei um deren Interessen zu wahren .

von Gerd Uken

Jetzt bekommt Svenja Schulze den

Schwarzen Peter das war Dienstag in Hannover schon so Klar ist doch das Schmidt und der BV gemeinsam auf Zeit gespielt haben. Man kann es drehen und wenden wir werden keine Sonderbehandlung erwarten dürfen. Es wäre ja auch vieles machbar wenn denn die Preise für unsere Erzeugnisse stimmen würden. Auf der einen Seite für den Weltmarkt zu Dumpingpreisen produzieren aber die höchsten Standards einhalten müssen. Haben die anderen 26 EU Länder keine Probleme mit dem Nitrat?

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