Wir haben es Satt-Demo: "Abwegige Kritik der Uneinsichtigen"

Bundesagrarministerin Ilse Aigner und DBV-Präsident Joachim Rukwied haben mit Unverständnis auf die Protestaktion "Wir haben Agrarindustrie satt" am Samstag in Berlin reagiert. "Die Kritik ist abwegig. Wer eine Agrarwende fordert, muss sehen, was Deutschland hier schon geleistet hat", sagte Aigner am Samstag nach der Demo auf Anfrage von top agrar-Online.

Bundesagrarministerin Ilse Aigner und DBV-Präsident Joachim Rukwied haben mit Unverständnis auf die Protestaktion "Wir haben Agrarindustrie satt" am Samstag in Berlin reagiert. "Die Kritik ist abwegig. Wer eine Agrarwende fordert, muss sehen, was Deutschland hier schon geleistet hat", sagte Aigner am Samstag nach der Demo auf Anfrage von top agrar-Online.

"Wir sind bei der Ökologisierung der Landwirtschaft weiter als die meisten Staaten Europas." Deutschland habe die Modernisierung der Landwirtschaft entschlossen vorangetrieben und setze auf regional einheitliche Hektarprämien. "Damit fördern wir nicht mehr länger die Produktion, sondern stattdessen die nachhaltige Bewirtschaftung der Fläche: Ab 2014 wird beispielsweise ein Landwirt in Deutschland, der nur Tiere hält und nicht gleichzeitig auch Flächen in nachhaltiger Weise bewirtschaftet, keinen Cent Regelförderung mehr erhalten. Nur zwei von insgesamt 27 EU-Staaten haben diese ehrgeizige Reform der Direktzahlungen bisher umgesetzt", so die CSU-Politikerin.

Deutschland unterstütze in den laufenden Verhandlungen zur Neuausrichtungen der EU-Agrarpolitik klar die Ziele der EU-Kommission für mehr Umweltleistungen in der Landwirtschaft. Die Bundesregierung stehe für eine effektive und gleichzeitig nachhaltige Landwirtschaft. "Was wir bei den laufenden Verhandlungen nicht unterstützen, ist ein Greening, das nur auf dem Papier steht und außer enormem bürokratischen Aufwand keine messbare Wirkung entfalten würde“, stellte Aigner klar.

Und DBV-Präsident Joachim Rukwied erklärte, die Demonstration sei eine Aktion der Uneinsichtigen. Die deutschen Landwirte seien bereit, mit der ganzen Gesellschaft über die Tierhaltung und den Ackerbau zu reden. "Unsere Bauern sind Unternehmer, die ihre Betriebe wettbewerbsfähig machen. Ökolandbau allein wird bis 2050 keine 9 Mrd. Menschen ernähren", ist sich der Bauernpräsident sicher.

Am Samstag waren nach BUND-Angaben rund 25.000, nach Polizeiangaben 15.000 Menschen in Berlin durch das Regierungsviertel gezogen und hatten für einen Systemwechsel in der Agrarpolitik protestiert. Alle Details lesen Sie hier: Demonstranten forderten Systemwechsel (19.1.2013)

Außerdem heute in den News:
Goldmann: "Gehen Sie auf die Grüne Woche, und nicht auf Demos" (21.1.2013)

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Arbeiten auf einer 840.000-Hektar-Farm

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