Interview

„Wir stellen uns den unbequemen Fragen“ Premium

„Dialog Milch“ macht Öffentlichkeitsarbeit für die Milchwirtschaft – mit ganz neuen Formaten. Bringt das etwas? Lässt sich das ausbauen? top agrar-Redakteur Patrick Liste sprach mit Kristine Kindler, Geschäftsführerin der Landesvereinigung Niedersachsen und Dr. Rudolf Schmidt, Geschäftsführer der Landesvereinigung Nordrhein-Westfalen.

Dialog Milch gibt es seit knapp drei Jahren. Wie fällt das bisherige Fazit aus? Dr. Schmidt: Gut, dass wir es gemacht haben. Und es gibt noch viel Potenzial für die Zukunft. Kindler: Genau. Ergänzen möchte ich noch, dass das Projekt auch ein guter Ansatz für andere Organisationen ist. Was haben Sie mit Dialog Milch bisher bewegt? Dr. Schmidt: Jede Menge. Vielleicht grundsätzlich vorweg: Unser Ziel ist Kommunikation mit allen, die mit der Milchwirtschaft zu tun haben. Deshalb der Name „Dialog Milch“. Dabei ist uns wichtig, dass wir uns auch den unbequemen Fragen stellen und uns nicht wegducken. Zum Beispiel haben wir eine Internetseite geschaffen. Hier können sich Interessierte über die moderne Milchproduktion informieren – und finden auch Antworten auf kritische Fragen wie „Warum wird das Kalb von der Mutter getrennt“. Zudem gibt es unsere „Bauern als Botschafter“-Aktionen, bei denen Milcherzeuger auf Marktplätzen oder in Bussen das Gespräch mit Verbrauchern suchen. Oder unsere Treffen mit Journalisten, in denen wir strittige Themen gemeinsam mit Milcherzeugern diskutieren. Kindler: Große Bedeutung für unsere Kommunikation haben die Sozialen Medien. Leider nutzen immer weniger Verbraucher die offenen Hoftage, selbst wenn diese vor der Tür sind. Lieber verbringen sie ihre Zeit im Internet. Deshalb müssen wir sie dort abholen. Und deshalb sind wir auch sehr stark auf Facebook und YouTube unterwegs. Zudem gehen wir gezielte Kooperationen mit Bloggern ein, um mit unseren Themen die Verbraucher zu erreichen. Welche Aktionen kommen besonders gut an? Kindler: Auf der Videoplattform „My KuhTube“, auf der Milcherzeuger mit Videos über ihren Alltag berichten, gibt es schon über 500 Filme. Diese wurden bereits mehr als 2 Mio. Mal abgespielt. Weil die bewegten Bilder derzeit so beliebt sind, haben wir jetzt auch Erklärvideos zu den Themen „Warum exportiert Deutschland Milch“ und „Wie entsteht der Milchpreis“ produziert. Hier versprechen wir uns eine große Reichweite – und somit viel Verbraucheraufklärung. Können Sie schon Erfolge messen? Dr. Schmidt: In Zahlen und Fakten ist das nur schwer zu greifen. Allerdings spüren wir, dass wir etwas erreichen. Wir bekommen Rückmeldungen von Verbrauchern, die unseren offenen Umgang auch mit kritischen Themen loben. Zudem haben wir unseren Draht zu den Medien verbessert. Durchaus beliebt bei den Medien ist das Kontaktformular „Journalist sucht Landwirt“ auf unserer Internetseite. Hier können sich Journalisten melden, wenn sie bei ihrer Recherche einen Landwirt einbinden möchten. So schaffen wir es in Medienberichte, in denen wir vorher nicht aufgetaucht wären. Kindler: Genau: Wir haben durch das Projekt den Kontakt zwischen Landwirten und Medien in den Regionen ausgebaut. Beispielsweise hat uns der ...

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Diskussionen zum Artikel

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von Josef Doll

Bin gespannt

wenn das gute frische Gras die Milchtanks ab April überlaufen lässt ??? Hauptsache der Dialog.....

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