Biomilchpreise können Rekordniveau nicht halten

Die Erzeugerpreise für Biomilch haben im vergangenen Jahr in Deutschland das Rekordniveau von 2017 nicht halten können.

Wie der Verband Bioland auf Grundlage einer Erhebung bei bundesweit 38 Ökomolkereien kürzlich mitteilte, lag nach vorläufigen Daten der durchschnittliche Auszahlungspreis für ein Kilogramm Biomilch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß ab Hof einschließlich einer geschätzten Nachzahlung von 0,5 Cent im Jahresmittel bei 48,3 Cent/kg; das waren 0,8 Cent oder 1,6 % weniger als 2017. Bioland wies darauf hin, dass trotz des Abschlages das zweithöchste Auszahlungsniveau seit Beginn der Feststellung von Ökomilchpreisen im Jahr 2006 erreicht worden sei.

Somit hätten die Biomolkereien den starken Zuwachs bei den Anlieferungsmengen gut im Markt untergebracht. Die zahlreichen Umsteller hatten laut Bioland im Januar und Februar 2018 die Andienung von Ökomilch um jeweils mehr als 30 % gegenüber den entsprechenden Vorjahresmonaten erhöht; im November betrug der Vorsprung allerdings nur noch 7,6 %. In den ersten elf Monaten 2018 wurden insgesamt 1,03 Mrd. kg Biomilch an die Molkereien geliefert; das waren rund 20 % mehr als im Vorjahreszeitraum.

Gleichzeitig hat sich dem Verband zufolge aber auch der Absatz von Biomilcherzeugnissen erhöht, und dieser sei auch Anfang 2019 gut gewesen, wozu die Sortimentsausweitung im Lebensmitteleinzelhandel und die Zusammenarbeit mit den Ökoverbänden beitrügen. Für die konventionelle Standardmilch ohne Nachzahlungen schätzte der Milchindustrie-Verband (MIV) kürzlich den Jahresdurchschnittspreis 2018 auf 34,5 Cent/kg. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr würde somit 1,7 Cent/kg beziehungsweise 4,7 % betragen. Der Preisabstand zwischen konventioneller und ökologisch erzeugter Milch wäre demnach von 12,9 Cent/kg im Jahr 2017 auf 13,8 Cent/kg im vergangenen Jahr angewachsen. Während der Milchpreiskrise hatte die Differenz im Jahr 2016 sogar bei 21,5 Cent/kg gelegen. AgE

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Agra Europe (AgE)

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Diskussionen zum Artikel

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von Rudolf Rößle

Rekordpreis

ist das nicht. 60 Cent für Biomilch und 40 Cent für Konventionelle . Gute Bezahlung für gute Arbeit.

von Jörg Meyer

keine inverse Biomilchnachfrage

wenn nun die Bioproduktion in Deutschland wie von seiten der Politik immer wieder zu hören ist auf 20 % hochgefahren werden soll, so werden die Preise sinken da keine inverse Nachfragekurve vorhanden ist! Aber vielleicht hat ja einer ne Umfrage die anderes belegt, dann wird vielleicht alles gut, wenn die Signifikanz groß genug ist von der Umfrage..

von Matthias Zahn

Trotzdem super!

Trotz des leichten Preisrückganges ist dies ein großer Erfolg. Angesichts der Mengenausweitungen den Preis annähernd stabil zu halten, ist eine grosartige Leistung ALLER Marktbeteiligten. Damit bleibt uns Milchbauern eine relativ krisensichere Alternative erhalten, solange im konventionellen Bereich keine vernünftigen Lösungen für eine nachfrageorientierte Produktion umgesetzt werden.

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