Brasilien gehen die Sojabohnen aus

Die brasilianische Regierung hat ihre Exportprognose für Sojabohnen im Wirtschaftsjahr 2017/18 um zwei Millionen Tonnen auf 76 Millionen Tonnen angehoben. Grund ist die rege Nachfrage aus China. Anfang 2019 dürften die brasilianischen Vorräte sogar verbraucht sein.

Die brasilianische Regierung hat ihre Exportprognose für Sojabohnen im Wirtschaftsjahr 2017/18 um zwei Millionen Tonnen auf 76 Millionen Tonnen angehoben. Grund ist die rege Nachfrage aus China. Das Reich der Mitte kauft keine Sojabohnen aus den USA mehr und konzentriert sich daher stärker auf den südamerikanischen Raum. Die brasilianischen Sojabohnenvorräte zum Wirtschaftsjahresende dürfte das auf ein Rekordtief zusammenschrumpfen lassen.
 
Conab hat seine Ernteschätzung für Sojabohnen in Brasilien für das Wirtschaftsjahr 2017/18 gegenüber dem Vormonat um 0,3 Millionen Tonnen auf 119,3 Millionen Tonnen angehoben. Das wäre die zweitgrößte Erntemenge überhaupt, doch trotz dieses Anstiegs dürften die brasilianischen Sojavorräte, aufgrund des immensen Bedarfs und der gestiegenen Nachfrage der Chinesen, auf 434.000 Tonnen zusammenschrumpfen. Im August hatten die Analysten noch mit Jahresendbeständen von 638.000 Tonnen gerechnet.
 
Die neue Einschätzung zur Marktversorgung Brasiliens legt nahe, dass es einen Angebotsengpass im Übergang auf die neue Ernte geben dürfte. Bevor die neue Sojaernte Ende Januar 2019 die Lagerhallen füllt, dürften diese leergefegt sein. Chinesische Sojaverarbeiter werden wohl gezwungen sein, zumindest für den Übergang, trotz des Handelskonflikt und hoher Strafzölle, Sojabohnen aus den USA zu kaufen, um die Versorgung sicherzustellen. Conab bestätigte immerhin, dass Brasilien in den kommenden Monaten weiterhin Sojabohnen nach China liefern wird, solange bis nichts mehr übrig ist.
 
Das geht aber an der brasilianischen Sojaverarbeitung nicht vorüber, ein Rangeln um den knappen Rohstoff zwischen Exporteuren und Ölmühlen in Brasilien ist entbrannt. Hohen Sojaschrot- und Ölpreisen und damit attraktiven Erlösmöglichkeiten zum Trotz, können die brasilianischen Ölmühlen den Durchsatz nicht steigern – wo nichts ist, kann auch nichts verarbeitet werden. Es ist sogar denkbar, dass Brasilien Sojabohnen importieren muss, um die heimische Industrie mit Rohstoff zu versorgen. AMI

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Artikel geschrieben von

Andreas Beckhove

Redakteur Markt

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