AbL-Kritik

Dennree: Frühkartoffeln aus Ägypten billiger als heimische Ware

Bei Denrree gibt es Demeter-Biokartoffeln aus Ägypten deutlich günstiger als Demeterkartoffeln aus Deutschland. Das kann nicht sein, kritisiert die AbL.

Zu einem Preis von 1,79 €/kg bietet das deutschlandweit agierende Unternehmen Denrree seit dieser Woche in seinen Berliner Biosupermärkten „denns“ Bio-Frühkartoffeln aus Ägypten an. Die regional erzeugten Bio-Kartoffeln der letztjährigen Ernte kosten im gleichen Laden 2,29 €/kg und sind damit 50 Cent teurer als die Importware aus dem Wüstenstaat. Bei beiden Angeboten handelt es sich um festkochende Sorten des Bioanbauverbandes Demeter. Beim Denrree-Verbundpartner, dem Stuttgarter Biosupermarkt „Naturgut“, kosten Bio-Frühkartoffeln der gleichen Sorte aus Ägypten 2,49 €/kg.

Für Phillip Brändle, Mitglied im Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), der aktuell versucht, sich in Brandenburg auch durch die Produktion von Biokartoffeln eine landwirtschaftliche Existenz aufzubauen, ist das Billig-Angebot alleine aufgrund des Vorhandenseins regionaler Kartoffeln nicht nachvollziehbar: „Zwar neigen sich die Läger mit regionalen Biokartoffeln langsam dem Ende entgegen, aber Kollegen sowie Erzeugerzusammenschlüsse haben durchaus noch Kapazitäten, um noch bis Ende April regionale Biokartoffeln nach Berlin zu liefern“.

Nach Ansicht von Brändle besteht aktuell also noch keine Notwendigkeit, derartige Importware anzubieten. Aber selbst dann gebe die Preisgestaltung auf jeden Fall Anlass zu Kritik: „Wie kann es sein, dass Biokartoffeln aus einem Land, das zu 96 Prozent aus Wüste besteht und von wo aus die Kartoffeln rund 2900 km nach Berlin transportiert werden müssen, 50 Cent je Kilo günstiger sind als die Ware der Bauern aus dem Umland von Berlin?“. Brändle weiter: „Was ist das für ein fatales Signal an die regionalen Bäuerinnen und Bauern in Brandenburg, die aktuell die Kartoffeln für die kommende Ernte in den Boden legen?“

Das sagt Dennree

Petra Renner, bei dennree Leitung Wareneinkauf für Obst und Gemüse, sagte auf top agrar-Anfrage dazu: "Wir bei denn’s Biomarkt haben den Anspruch, unseren Kundinnen und Kunden biologische Lebensmittel immer in der besten verfügbaren Qualität anzubieten. Das gilt besonders für unser breites Obst- und Gemüsesortiment und damit auch für unsere angebotenen Kartoffeln. Die ägyptischen Frühkartoffeln dienen dabei lediglich der Ergänzung unseres deutschen Kartoffelangebots, das für uns oberste Priorität besitzt und in unserem Märkten über alle 12 Monate im Jahr angeboten werden. Dadurch können unsere Kundinnen und Kunden stets zwischen heimischen und auswärtigen Sorten wählen.

Die zu Ende gehenden Erntevorräte aus der Saison 2018 ergänzen wir für die heimische Spargelsaison wie gewohnt mit hochwertigen Frühjahrskartoffeln unseres langjährigen Partners aus Ägypten. Dort erfolgt die Bewässerung direkt über den Nil, sodass das dortige Ökosystem mitsamt dem Grundwasserspiegel nicht belastet wird . Um auch hier die Einhaltung der vorgeschriebenen Richtlinien der EU-Ökoverordnung und des Demeter-Verbandes zu gewährleisten, führen sowohl unser Produzent vor Ort als auch die dennree Gruppe regelmäßige Qualitäts- und Laboruntersuchungen der Ware durch."

Deutsche Bio-Frühkartoffeln kostet 2,29 Euro je Kilo (Bildquelle: AbL)

Die Düngeregeln der Nachbarn

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von

Soviel zu Demeter Qualität...

https://www.deutschlandfunk.de/abwaesser-im-nil-gefaehrliche-bruehe.1773.de.html?dram:article_id=402029

von Wolfgang Kolbe

Bei den Kartoffeln wird dem Verbraucher zumindest auf das Preisschild draufgeschrieben, woher die Ware kommt. Bei verarbeiteten Getreideprodukten beispielsweise kann der Verbraucher eher nicht auswählen zwischen Ware aus dem Inland oder Ware aus Osteuropa. Unabhängig von all unseren Erzeuger-Überlegungen jedoch gilt auch hier ein weiteres Mal: Deutschland ist und wird keine Agrar-Nation (zumindest nicht, solange noch die Regale weiterhin schön voll sind), und: der VERBRAUCHER entscheidet am Ende.

von Hansjörg Schrade

Auch Biobauern in Gefahr bei offenen Grenzen

Natürlich bringen die offenen Grenzen der EU für Agrarimporte ohne Zoll auch einheimische Bio-Bauern in Gefahr. Ob Soja, Getreide, Obst oder Kartoffeln: wenn Bauern in der EU mit ägyptischen Löhnen, brasilianischen TÜV-befreiten Großgrundbesitzern, argentinischen Kosten oder amerikanischen und ukrainischen Steppenböden und Schlaggrößen konkurrieren sollen, geht dies nicht zu den Umwelt-, Lohn- und Kostenstandards in der EU. Da macht bio keine Ausnahme. Das Problem heißt weder Dennree noch Edeka, Alnatura oder sonst ein Importeur. Das Problem heißt Freihandels-Ideologie, WTO und EU. Die Schweiz zeigt, dass eine starke Exportwirtschaft auch bei abgeschotteten Agrarmärkten möglich ist. Es braucht nur den politischen Willen und Parteien, die ihn artikulieren. Biobauern sollten die Frage mit den ihnen nahestehenden Politikern diskutieren. Der Wahlkampf für die EU-Wahl am 26.5. bietet dazu sicher Gelegenheit.

von Hansjörg Schrade

Auch Biobauern in Gefahr bei offenen Grenzen

Natürlich bringen die offenen Grenzen der EU für Agrarimporte ohne Zoll auch einheimische Bio-Bauern in Gefahr. Ob Soja, Getreide, Obst oder Kartoffeln: wenn Bauern in der EU mit ägyptischen Löhnen, brasilianischen TÜV-befreiten Großgrundbesitzern, argentinischen Kosten oder amerikanischen und ukrainischen Steppenböden und Schlaggrößen konkurrieren sollen, geht dies nicht zu den Umwelt-, Lohn- und Kostenstandards in der EU. Da macht bio keine Ausnahme. Das Problem heißt weder Dennree noch Edeka, Alnatura oder sonst ein Importeur. Das Problem heißt Freihandels-Ideologie, WTO und EU. Die Schweiz zeigt, dass eine starke Exportwirtschaft auch bei abgeschotteten Agrarmärkten möglich ist. Es braucht nur den politischen Willen und Parteien, die ihn artikulieren. Biobauern sollten die Frage mit den ihnen nahestehenden Politikern diskutieren. Der Wahlkampf für die EU-Wahl am 26.5. bietet dazu sicher Gelegenheit.

von Norbert Post

Bio/ konventionell

Man könnte denken, den " bio Leuten" geht es um die Regionalität, um die Nachhaltigkeit und Schonung und Wertschätzung aller Ressourcen der Erde. NEIN! Es geht nur darum andere vorzuführen, zu demütigen um den eigenen Gewinn zu maximieren und um zu zeigen wie stark man ist. Ist ja auch kein Problem, wir Bauern haben nicht nur die stark gemacht. Guckt euch die ganzen Unternehmen an, die von Landwirten gegründet und entwickelt und unterstützt wurden. Jetzt wo sie groß sind, brauchen sie uns nicht mehr und treten uns in den allerwertesten.... Man sieht sich immer zweimal im Leben

von Bernhard ter Veen

BIO oder Konventionell

ist hier in D doch einerlei. Beide Linien werden streng und ausgiebig kontrolliert. über die Grenzen von D hinaus und insbesondere von EU hinaus sieht die sache ganz anders aus. Die Grosskonzerne welche hier auf dem LEH und den Grossmärkten aggieren geht es NUR ums Geld. Da werden "Siegel" (BIO oder QS oder was auch immer) mit Schmiergeld und Korruption ergaunert und unrechtmässig vergeben. Die verbraucher wollen eben nur "Zertifiziertes Essen". Und in den armen Staaten scheert es NIEMANDEN was für eine Marge hier zu erziehlen ist. Denen geht es hauptsächlich um den dortigen Profit. Löhne, Sozialsystem, Urlaubs-&andere Nebenkosten schlagen dort nicht ins Gewicht. Wohl aber wenn das Zeug hier in den Märkten landet. Da kennt dann die Raffgier keine Grenzen. Vertrauenswürdiger Anbau und Zertifizierung haben dort NICHTS mit unserem System zu tun. Hauptsache der Preis im Einkauf stimmt. Egal was drinn ist...wird halt das davon gemacht was der Verbraucher fordert. so ist das !!!

von Christian Bothe

Nil

Liebe „Daumen nach unten Kommentatoren“.Schon im alten Ägypten waren die Überschwemmungsgebiete die fruchtbarsten Gebiete u.a.durch die natürliche mineralische Düngung. Das ist heute auch noch so und die Kartoffeln schmecken auch. Also keine Vorurteile und das Geschichtswissen mal checken. Den Bezug zur Gülle meinte ich so wie dargestellt, denn da müssen wir uns,was den Nährstoffeintrag in den Boden betrifft,ja auch Gedanken machen so wie das uns vorgeschrieben wird...

von Josef Hofrichter

Bewässerung vom Nil

Lt. Deutschland Funk vom 01.12. 2017: Nil - Gefährliche Brühe!!! Guten Appetit!!

von Erhard Kunz

Nur gut

das die Lebensmitteldiscounter jetzt auch ordentlich Bio mit ins Sortiment nehmen. Immer die gleiche Masche. Erst wird der Namen eingekauft, sich ein grünes Deckmäntelchen übergezogen und dann ganz allmählich wird der Preiskrieg eröffnet und die Ware verramscht. Egal wo sie herkommt. Hier bei uns werden die Auflagen und damit die Kosten erhöht und mit Importware wird der Preis gedrückt. Willkommen in der Realität, dem Verbraucher ist´s egal wo es herkommt, Hauptsache billig. (ist doch Demeter;-)

von Josef Doll

Das Wasser kommt in Ägypten

aus großen Stauseen. Dadurch kann das ganze Wasser das der Nil führt sowohl dem Brauchwasser als dem Bewässerungswasser zugeführt werden. In Israel ist Brauchwasserbewässerung die Regel nicht die Ausnahme ! Da es in Ägypten kaum regnet ist Biolandwirtschaft sehr leicht umzusetzen. Nun liebe ABL oder Demeter oder einfach Freunde der Biolandwirtschaft. Nehmen wir unser " Staatliches Tierwohl " das hauptsächlich von IHRER Seite uns Kontis aufgezwungen werden soll . Ich habe nichts aber auch gar nichts gegen ein Tierwohlsiegel das sich täglich durch den Kunden am Markt durchsetzen muss . Obwohl da das Biofleisch schon von Haus aus das Beste ist und sich die Kontis mit den hinteren Reihen begnügen müssen habe ich nichts gegen das > Aber gegen ein staatliches Tierwohlsiegel das ALLE in dieser Form nur in Deutschland einhalten müssen und natürlich noch jedes Jahre verschärft werden muss . Anders ist das aber mit Fleisch aus anderen Eu Länder oder gar dem Ausland kommt darf dann das auch nur verkauft werden wenn es Unsere Kriterien erfüllt . Wobei dann Fleisch aus Brasilien je nach dem wie man es sieht noch von BIO kommen könnte Und wie ist das mit der Diskusion um Exporte aus Entwicklungsländer.................

von Henrik Plaas-Beisemann

@Braendle

Ich kann nicht direkt entdecken, dass viele Kommentatoren sich negativ zur Bio-Landwirtschaft äußern. Ich sehe hier nur Kritik am Herkunftsland Ägypten und an der Preisgestaltung von Dennree. Auch wenn ich keinen Hang zur AbL-Mitgliedschaft habe, so ist es gut das sie hier den Finger in die Wunde legen.

von Karl Schröml

Nil

Der Nil soll ja einer der schmutzigsten Flüsse überhaupt sein, was diverse Berichte glaubhaft machen wollen. Ob Bio oder Konventionell ist dabei eher nebensächlich......

von Christian Bothe

Nilwasser

@Krueger,schlechtes Argument mit dem Nilwasser, wenn ich an die Gülleproblematik und Dünger-VO denke...

von Matthias Zahn

@Krueger

Bin voll ihrer Meinung! Ich möchte diese Kartoffeln nicht auf dem Tisch.......

von Norbert Post

immer das gleiche

Die Bauern hierzulande werden von den eigenen Leute unterwandert und unterlaufen. Es geht nur darum den eigenen Profit zu erhöhen und Druck aufzubauen. Besser wäre es wann würde zusammen mit den regionalen Bauern eine Vermarktung auf die Beine stellen. Bio Deutschland mit Bio Ägypten auf eine Stufe zu stellen ist doch idiotisch. Allein die Löhne, die Arbeitsbedingungen, der Lebensstandard, der Transport über das Meer mit den schadstofffreien Schiffen sind schon nicht bio, aber das Lebensmittel... ach ja hauptsache billig billig, egal woher. Genauso scheinheilig wie die Schalke Spieler

von Phillip Braendle

Schade...

...das Dennree sich nicht zur Preisgestaltung geäußert hat. Und: schade das sich hier viele Kommentare ausschlieslich mit der Frage Bio vs. Konventionell beschäftigen anstatt zu überlegen wir uns als Berufsstand insgesamt gegenüber dem Handel stärken können.

von Burkhard Krueger

Nilwasser

Biokartoffeln oder konventionell erzeugte, ist egal. Bewässert mit Wasser aus dem Nil in das halb Afrika reingeschissen hat?! Guten Appetit.

von Christian Bothe

Korrektur zu Dennree die 2.

...regionaler Kartoffelverarbeiter...

von Christian Bothe

Dennriee die 2.

@Ilchmann,warum so dünnhäutig heute?Ich habe nur Fakten dargelegt und es ist Realität!Auch der DBV versucht zu verändern, was ich befürworte aber am Ende macht der LEH Verkaufspolitik am Erzeuger vorbei und das ist eben eine eigene Liga (habe das als Kartoffelregionalproduzent auch Bio zertifiziert erlebt) und konnte „auf und nieder springen...“

von Ottmar Ilchmann

@Bothe

Ja, Herr Bothe, in der Analyse des Ist-Zustandes mögen Sie ja richtig liegen. Die AbL springt aber nicht "auf und nieder", sondern bezeichnet die Problematik und versucht, etwas zu ändern! Was tun Sie, außer schlau zu kommentieren?

von Christian Bothe

Dennree

Das war doch klar. Desweiteren sollte man bedenken,das Dennree über eine Tochter auch einen 4000ha Betrieb bewirtschaftet. Ich hatte das schon mal an anderer Stelle erwähnt. Die Bioschiene wird mit der Listung im LEH und in den anderen Märkten nichts weiter sein und werden wie irgendein Foodprodukt im Supermarkt. Und es funktioniert nur mit industriemäßiger Produktion,um den Handel mit Menge und Qualität zu bedienen.Der Einkäufer von Dennree hat das klar formuliert und man sieht eben auch die Scheinheiligkeit des LEH und des "aufgeklärten" Bürgers der sich beim Einkauf nicht anders verhält wie bei konventionell erzeugten Produkten,vor allem billig muß es sein.Da kann der AbL auf und nieder springen auch wenn das bedauerlich ist für den BIO-Kartoffelproduzenten,aber so funktioniert die reine Marktwirtschaft. Produkte unserer LW müssen preiswert in hoher und gleichbleibender Qualität und Quantität erzeugt werden und das geht nur mit industriemäßiger LW und wenn diese nicht mehr ausreichend verfügbar wird importiert.Das gilt auch für die Bioprodukte wie man sieht.

von Lars Henken

Qualitätssicherung in Ägypten

Mal ganz abgesehen von der Wasserverfügbarkeit ist ja auch die Frage der Wasserqualität nicht ganz zu vernachlässigen. Bis vor einigen Jahren haben wir auf unserem Hof und auch der Nachbarbetrieb Pflanzkartoffeln produziert. Wir mussten uns unter anderem nach den internationalen Standrads von GLOBALG.A.P. zertifizieren lassen. So kamen wir auch mit dem Thema Risikobewertung für Beregnungswasser in Kontakt. Auch wenn unsere Betriebe selber nicht beregneten, so haben wir uns den Leitfaden durchgelesen. Mein Nachbar flog dann in den Urlaub nach Ägypten und besuchte dort auch den Nil. Am Nil sah er eine große Tomatenplantage, am Eingang prangte groß das Schild von GLOBALG.A.P. Als sich mein Nachbar das Schild interessiert anschaute, kam ein Vorarbeiter zu ihm und sie begannen sich auf Englisch zu unterhalten. Mein Nachbar hatte den Nil vorher schon gesehen und eben auch aufgeblähte Tierkadaver die Auf dem Wasser schwammen. Im Gespräche kam das Thema dann auch auf das Thema Beregnungswasser. Mein Nachbar fragte, wo das Wasser denn her käme und der Arbeiter antwortete aus dem Nil. Die Richtlinien für Beregungswasser im Hinterkopf fragte mein Nachbar, ob es keine Probleme mit den Tierkadavern geben würde. Darauf antwortete der Arbeiter, früher hätten sie Probleme gehabt, wenn Kadaver angesogen wurden und die Leitung verstopften. Heute wäre das kein Problem mehr, denn sie hätten die Ansaugstellen mit Baustahlmatten abgesichert und die Kadaver würden jetzt vorbei treiben. Auf die Idee, dass es nicht um die Technik, sondern um die Hygiene ging ist der Arbeiter gar nicht gekommen. Und daran kann mal wieder sehen, was internationale Zertifikate wirklich wert sind. Bei uns zieht man die Daumenschrauben an, dass es kracht und dort treiben tote Tiere im Beregungswasser und niemand stört sich dran. Ich war ja nicht persönlich vor Ort, aber mein Nachbar hat Fotos mitgebracht, von dem Schild, dem Nil und den aufgeblähten Kadavern die darauf trieben. Ich würde freiwillig keine Kartoffeln aus Ägypten essen.

von Bernhard ter Veen

demeter aus Ägypten

verlogener geht´s wohl kaum noch... die BIO Sparte verkommt mehr und mehr zum Verbraucherverdummer und Abzocker. ...Wer´s braucht ...???

von Berthold Lauer

Das einzige was nicht sein kann, ist die offenbar grenzenlose Naivität mancher Akteure! Ich glaube die werden sich noch über manches wundern. Wasserentnahme aus dem Nil ist natürlich völlig unproblematisch, und das virtuelle Wasser, das der konventionellen Landwirtschaft immer vorgehalten wird, spielt in diesem wasserreichen Land natürlich auch keine Rolle ebensowenig wie die ausreichende Versorgung der dortigen Bevölkerung, der Transport etc. Und sicher rechnet auch jemand aus, dass der CO2 Fussabdruck auch noch besser ist, weil diese Kartoffeln ja noch gekühlt werden müssen

von Henrik Plaas-Beisemann

Nilwasser

Ägypten setzt im Zweifelsfall auch militärisch durch das es fast über 80% des Nilwassers beanspruchen darf. Die Staaten im Oberlauf sind trotz der Wassermengen auf ihren Staatsgebieten nicht in der Lage den Bedarf der eigenen Bevölkerung zu decken. Am Ende kommen nur 5% des Nilwassers im Mittelmeer an. Bewässerung aus dem Nil ist also alles andere als eine unkritische Lösung. Wieder ein typisches Beispiel von: Aus den Augen aus dem Sinn. Hauptsache das Essen ist billig und das Gewissen mit dem Biosiegel beruhigt. Mich würden ja mal die Absatzmengen der heimischen im Verhältnis zu den Billig-Biokartoffeln interessieren. Sonst reden die Leute von Dennree doch gerne von der Einpreisung von externen Kosten. Jetzt wird es Zeit.

von Hendrik Hueske

"Um auch hier die Einhaltung der vorgeschriebenen Richtlinien der EU-Ökoverordnung und des Demeter-Verbandes zu gewährleisten, führen sowohl unser Produzent vor Ort als auch die dennree Gruppe regelmäßige Qualitäts- und Laboruntersuchungen der Ware durch.".....Bei der Verladung gibt es Untersuchungen und bei der Entladung auch. Sind beide Ergebnisse Rückstandsfrei gilt die Ware als Bio. Egal ob nach EU Bio Richtlinien angebaut oder nicht.

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