EU-Prognosedienst reduziert Ertragsschätzung

In großen Teilen Mittel-, Ost- und Nordeuropas haben überdurchschnittliche Temperaturen in Zusammenhang mit Wassermangel den Wintergetreidebeständen geschadet. So wurde in Deutschland die Blüte im Raps und die Kornfüllungsphase der Winterungen beeinträchtigt. In Dänemark und Schweden betraf es eher das Ährenschieben.

In großen Teilen Mittel-, Ost- und Nordeuropas haben überdurchschnittliche Temperaturen in Zusammenhang mit Wassermangel den Wintergetreidebeständen geschadet. So wurde in Deutschland die Blüte im Raps und die Kornfüllungsphase der Winterungen beeinträchtigt. In Dänemark und Schweden betraf es eher die Entwicklungsphase des Ährenschiebens. Auf dem Balkan trat der Wassermangel zur Kornfüllung ein, so dass eine frühzeitige Reifung mit den dazugehörigen Nachteilen, wie z.B. mangelndes Korngewicht in den Winterungen, auftritt. In der EU-28 konnten sich aber auch die Sommerungen regional nicht unter optimalen Bedingungen entwickeln, so dass der EU-Prognosedienst MARS vor allem für Skandinavien, dem mittleren und nördlichen Polen sowie für das Baltikum die Ertragsprognosen kürzte. Im mittleren Italien und weiten Teilen Frankreichs führten Gewitterschauer mit Hagel oder langanhaltende Regenfälle zu Lager und Staunässe, wodurch der Krankheitsdruck gefördert wurde. In Frankreich wird vermehrt Ährenfusarium in Weizen und Gerste beobachtet. In Spanien und in der Türkei waren die Regenfälle für die Kulturen sehr hilfreich. In Spanien sind in diesem Jahr weit überdurchschnittliche Erträge für Weizen, Gerste, Roggen, Triticale und Raps absehbar. Die Ertragsschätzung für Weichweizen wurde gegenüber dem Vormonat um 1,5 auf 60,9 Dezitonnen je Hektar reduziert und liegt nun unter dem Vorjahresergebnis.

Für die EU-Wintergerstenernte geht MARS noch von 58 Dezitonnen je Hektar aus und korrigiert damit die Vormonatszahl um 2,5 Dezitonnen je Hektar nach unten. Demgegenüber werden für Sommergerste jetzt 44 Dezitonnen je Hektar angenommen, 6,9 Dezitonnen je Hektar mehr als noch im Mai 2018. Große Korrekturen gab es auch für Raps, dessen Durchschnittsertrag laut MARS nur noch 30,5 Dezitonnen je Hektar erreichen soll und damit 1,4 Dezitonnen je Hektar unter der Vormonatsschätzung liegt. Das wären 7,4 Prozent weniger als im Vorjahr und im langjährigen Mittel. Für Sonnenblumenkerne wird ein Ergebnis von 22,7 Dezitonnen je Hektar für die Ernte 2018 prognostiziert. Das sind 0,4 Dezitonnen je Hektar weniger als im Vormonat, würde das Fünfjahresmittel aber um 7,2 Prozent übertreffen, das Ertragsergebnis von 2017 aber gleichzeitig um 7,2 Prozent unterschreiten. Auch Sojabohnen wurden im aktuellen Report analysiert. Der EU-Durchschnittsertrag zur Ernte 2018 soll 29,2 Dezitonnen je Hektar erreichen, das wäre ungefähr so viel wie im Vorjahr. AMI

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Artikel geschrieben von

Christian Brüggemann

Redakteur Markt

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