EU exportiert mehr Pommes

Die große Kartoffelernte, die niedrigen Preise sowie der schwache Euro dürften den Export von Kartoffelerzeugnissen aus der EU weiter fördern. Davon gehen Marktanalysten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) aus.

Die große Kartoffelernte, die niedrigen Preise sowie der schwache Euro dürften den Export von Kartoffelerzeugnissen aus der EU weiter fördern. Davon gehen Marktanalysten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) aus. Ihrer aktuellen Prognose zufolge wird die EU-28 im laufenden Wirtschaftsjahr 2014/15 insgesamt fast 1,22 Mio t an gefrorenen Kartoffelprodukten - im Wesentlichen Pommes frites - in Drittstaaten vermarkten; das wären 177 000 t oder 17 % mehr als für die Saison 2013/14 geschätzt. In der vergangenen Kampagne war mit diesen Produkten erstmals die Marke von 1 Mio t bei den Ausfuhren in Drittländer übertroffen worden. In den letzten fünf Jahren hat sich das betreffende Exportvolumen der EU mehr als verdoppelt.
 
Erwartet wird von den US-Fachleuten auch, dass 2014/15 mehr unverarbeitete Speisekartoffeln aus der Gemeinschaft den Weg in Drittstaaten finden als im Vorjahr. Während die EU in der vergangenen Kampagne insgesamt rund 530 000 t an Speisekartoffeln exportierte, sollen es in diesem Wirtschaftsjahr bis zu 600 000 t werden. Die EU-Speisekartoffeln gehen den Washingtoner Marktexperten zufolge vor allem in afrikanische Länder und in geringerem Umfang nach Aserbaidschan, Moldawien und die Ukraine. Verwiesen wird in dem Zusammenhang darauf, dass die Preise für Kartoffeln, für die keine Verkaufskontrakte bestehen, in der EU auf ein Rekordtief von 1,50 Euro/dt bis 3,00 Euro/dt gefallen seien. Dadurch könne diese Ware international zu sehr wettbewerbsfähigen Preisen angeboten werden.
 
Nicht zu erwarten ist laut den US-Fachleuten allerdings, dass Russland bald wieder ein wichtiger Markt für unverarbeitete Kartoffeln aus der EU sein wird. Diese stehen auf der Embargoliste; ihre Einfuhr war aber von Moskau schon im Juli 2013 verboten worden, und zwar wegen phytosanitärer Probleme.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Andreas Beckhove

Redakteur Markt

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