FAO-Schätzung

Weltfleischerzeugung dürfte 2018 um 1,5 % zugenommen haben

Ähnlich stark wie in 2018 dürfte der globale Fleischmarkt im Jahr 2019 wachsen. Hier ein Überblick über die Prognosen aus dem DBV-Situationsbericht.

Grill (Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de)

Die FAO rechnet für 2018 mit einem Anstieg der globalen Fleischproduktion um 1,5 Prozent oder 5,0 auf 335,0 Millionen Tonnen. Das ist der stärkste Anstieg seit 2014. Dabei konzentriert sich das Wachstum auf die USA, China und die EU.

Auf Wachstumskurs ist vor allem die Rindfleischerzeugung (+ 2,0 Prozent). Die globale Schweine- und Geflügelfleischerzeugung wächst um 1,6 bzw. 1,4 Prozent. Niedriger fällt die Wachstumsrate bei der Erzeugung von Schafen/Ziegen (+ 0,8 Prozent) aus. Der globale Handel mit Fleisch steigt nach FAO-Einschätzung in 2018 um 2,6 Prozent an, nach plus 2,8 Prozent in 2017. Das rege Handelswachstum führt die FAO vor allem auf gesteigerte Exportaktivitäten aus den USA, Australien, Argentinien, Thailand und der EU zurück.

Moderates Wachstum der Fleischerzeugung auch 2019

Ähnlich stark wie in 2018 dürfte der globale Fleischmarkt im Jahr 2019 wachsen. Internationalen Prognosen zufolge werden die Produktion von Rind- und Schweinefleisch mit + 1,2 bzw. + 1,3 Prozent weniger stark wachsen als die von Geflügelfleisch mit + 2,3 Prozent. Unter der Annahme, dass größere Tierseuchen ausbleiben und auch Witterungsextreme sich nicht wiederholen, sollte auch der interna-tionale Handel mit Fleisch weiter deutlich zulegen.

Globale Fleischnachfrage wächst

Die Nachfrage nach Getreide und anderen traditionellen Grundnahrungsmitteln wird sich weiter hin zu tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten verschieben. Für die Industriestaaten wird ein Fleischverzehr von 68 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung geschätzt. Deutlich niedriger, aber mit Aufwärtstrend, ist der Verzehr in den Entwicklungs- und Schwellenländern mit 27 Kilogramm pro Kopf.

Europäische Union: Weltweit zweitgrößter Fleischerzeuger

Die EU ist mit rund 48,1 Millionen Tonnen nach China (2018: 86,6 Millionen Tonnen) der weltweit zweitgrößte Fleischerzeuger. Drittgrößter Fleischerzeuger sind die USA mit 47,1 Millionen Tonnen. Differenziert nach Fleischarten entfallen auf die EU im Jahr 2018 bei Schweinefleisch rund 20 Prozent, bei Geflügelfleisch gut 12 Prozent, bei Rindfleisch rund 11 Prozent sowie bei Schaf- und Ziegenfleisch annähernd 6 Prozent der Weltproduktion. Deutschland, Frankreich und Spanien sind die bedeutendsten Fleischproduzenten in der EU. Der Selbstversorgungsgrad der EU für Fleisch wird von der FAO für 2018 auf rund 108 Prozent geschätzt.

EU-Fleischerzeugung steigt

Die EU-Fleischerzeugung steigt 2018 gegenüber Vorjahr nach Schätzung der Europäischen Kommission um 1,7 Prozent auf 48,1 Millionen Tonnen. Während die Erzeugung von Rindfleisch unterdurchschnittlich (+ 0,7 Prozent) ansteigt und von Schaf- und Ziegenfleisch sogar zurückgeht (- 2,2 Prozent), wachsen die Geflügelfleischerzeugung (+ 2,1 Prozent) und die Schweinefleischerzeugung (+ 2,5 Prozent).

Weltagrarmärkte Fleisch (Bildquelle: DBV Situationsbericht)

Leichter Rückgang der EU-Fleischproduktion in 2019

Nach Schätzungen der Europäischen Kommission für das Jahr 2019 dürfte die Fleischerzeugung leicht zurückgehen (- 0,5 Prozent). Für den Schweinefleischsektor wird ein Minus von 0,4 Prozent und für den Rindfleischsektor sogar ein Minus von 1,5 Prozent erwartet. Geflügelfleisch dürfte das Produktionsniveau des Vorjahres in etwa halten, während die Erzeugung von Schaf- und Ziegenfleisch leicht ansteigen soll (+ 0,7 Prozent).

+++ Lesen Sie auch den aktuellen EU-Marktausblick 2030. Dieser sieht kaum noch Wachstumspotential. Meldung lesen... +++

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Frithjof Dittrich

Zivilisationskrankheiten

Wenn die Menschen in den anderen Ländern genausoviel Schwein und Geflügel wie wir essen, werden sie auch so krank wie wir. Fleisch von Wiederkäuern ist besser, weil es nur ein fünftel an Arachidonsäure hat. Für die Pharmaindustrie ist diese Entwicklung gut.

von Erwin Schmidbauer

Na dann

Weltweit steigt der Fleischverbrauch, in Europa sinkt er. Da scheinen die Vorkämpfer des Fleischverzichtes global gesehen noch viel zu tun zu haben! Oder haben sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, warum die Menschen weltweit mehr Fleische essen wollen?

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